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Daimler erhält den Goldenen Geier 2020

Ihr habt abgestimmt: Der "Goldene Geier 2020" geht an Daimler! Der Stadtgeländewagen Mercedes GLS des Stuttgarter Autoherstellers hat bei unserer Online-Abstimmung zum ökologisch unsinnigsten SUV die meisten Stimmen erhalten. Wir fordern Daimler auf, das SUV-Wettrüsten zu beenden und Fahrzeuge wie den monströsen Mercedes GLS nicht weiter zu verkaufen!

© René Lamb Fotodesign GmbH, Linda Miczuga
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Der Mercedes GLS hat sich gegen vier weitere Nominierte durchgesetzt. Die neueste AMG-Version des 5,21 Meter langen und 2,16 Meter breiten Monster-SUV ist bereits leer 2,6 Tonnen schwer und hat 634 PS. Selbst auf dem Prüfstand verbraucht er 11,9 Liter Benzin/100 km und emittiert damit 288 Gramm CO2/km – dreimal so viel wie der aktuell gültige CO2-EU-Flottengrenzwert für Neufahrzeuge. Im realen Fahrbetrieb verbraucht schon das (geringer motorisierte) Vorgängermodell 19,3 Liter/100 km und stößt damit 459,3 Gramm CO2/km aus. Das überdimensionierte Fahrzeug ist für normale Waschstraßen zu groß und muss dort mittels einer Extra-Funktion seine Räder einklappen.


Für den Goldenen Geier 2020 waren nominiert:

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Der Stadtpanzer BMW X7 passt mit einer Länge von 5,15 m und einer Gesamtbreite von 2,22 m nicht in viele Parkhäuser. Mit einem Leergewicht von 2,6 Tonnen und 530 PS zählt er zudem zu den schlimmsten Klimakiller-Pkws: Im Drittel-Mix wurde der BMW X7 M50i auf der Straße mit 15 Liter Benzin/100 km und 357 g CO2/km gemessen.
*Die angegebenen Realwerte gelten für das Modell BMW X7 M50i (Quellen: ADAC/autoscout24.de).

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Dass der Range Rover Sport SVR einen unbändigen Durst auf Benzin hat, zeigt bereits sein Tank mit einem Fassungsvermögen von 104 Litern. Im Test überschreitet er mit 16,4 Liter Benzin/100 km = 390 g CO2/km den EU-Flottengrenzwert von 95g sogar um das 4-fache. Damit zählt der 4,88 m lange und 2,22 breite Geländewagen zu den Klimakiller-SUV mit den allerhöchsten Emissionen.  Der 2,6 t schwere SUV hat einen 575 PS starken Benzinmotor.
*Die angegebenen Realwerte gelten für das Modell Land Rover Range Rover Sport SVR (Quellen: ADAC/NZZ).

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Der Audi Q7 Plug-In steht exemplarisch für den neusten Betrug der Autohersteller: SUV-Stadtpanzer mit katastrophaler CO2-Bilanz im Realbetrieb mit einem Elektro-Zusatzmotor auszustatten und somit als „Plug-In Hybrid“ staatliche Förderung einzustreichen. Während andere EU-Staaten Plug-In SUV wegen der extremen Verbräuche ausdrücklich nicht fördern, unterstützt die Bundesregierung den Kauf solcher Klimakiller-SUV wie den Audi Q7 55 TFSI e quattro mit 3.750 Euro Zuschuss. Dabei zeigen Realmessungen einen CO2-Ausstoß von 302 g/km und damit mehr als dreifache Überschreitung des CO2-Zielwerts der EU dieses 5,06 m langen, 2,21 m breiten und 2,53 Tonnen schweren Monster-SUV.
*Die angegebenen Realwerte gelten für das Modell Audi Q7 55 TFSI e quattro (Quellen: ADAC/autokostencheck.de).

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Unter den nominierten Stadtpanzern sticht der 207 km/h schnelle und in 7,7 Sekunden auf Tempo 100 sprintende Luxus Rennlaster VW Amarok Aventura gleich mehrfach heraus. Sein 258 PS starker Dieselmotor verpestet mit besonders hohen NOx-Emissionen die innerstädtische Luft, da er nur den alten Nutzfahrzeug-Abgasstandard Euro 6b einhält. Mit einer Länge von 5,25 m und 2,24 m Breite passt er in keine normale Parklücke und ist länger und breiter als jeder andere SUV. Beim „Schaufahren gegen den Klimaschutz“ verbraucht er 10,4 Liter Diesel/100 km und emittiert 276 g CO2/km.
*Die angegebenen Realwerte gelten für das Modell VW Amarok Aventura V6 TDI (Quellen: ADAC/Autozeitung).

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Mit dem Mercedes GLS baut Daimler den aktuell größten Stadtgeländewagen überhaupt. Um bei einer Länge von 5,21 m und Breite von 2,16 m in normale Auto-Waschstraßen einfahren zu können, muss er seine Räder elektronisch nach innen einklappen. Mit 2,6 Tonnen Leergewicht weist der Mercedes GLS 63 AMG 4Matic mit 634 PS den stärksten Benzin-Motor auf. Schon auf dem Prüfstand ist die CO2-Bilanz unterirdisch: Dieser Klimakiller emittiert offiziell 11,9 Liter Benzin/100 km = 288 g CO2/km (WLTP) und damit dreimal so viel, wie der aktuelle EU-Grenzwert von 95g/km vorsieht. Im realen Fahrbetrieb verbraucht schon das (geringer motorisierte) Vorgängermodell 19,3 Liter/100km und stößt damit 459,3g CO2/km aus.
*Die angegebenen Realwerte gelten für das Modell Mercedes AMG GLS 63 (Quellen: ADAC/autokostencheck.de). Da für das aktuelle Modell noch keine Verbrauchstests vorliegen, nennen wir hier den Testwert des Vorgängermodells.


Klimakiller, Giftschleuder, Stadtpanzer

Wer hat den Größten im Programm? Seit Jahren feiern die Hersteller ihr Rennlaster-Wettrüsten auf Kosten derjenigen, die sich für solche Vergleiche gar nicht interessieren: Denn schon im Stillstand sind die monströsen Stadtpanzer ein Sicherheitsrisiko. Hinter der hohen Motorhaube sind Kinder nicht nur für andere Verkehrsteilnehmer*innen unsichtbar, sondern auch für den Fahrer selbst. Da sind tödliche Unfälle vorprogrammiert!

Goldener Geier von Deutscher Umwelthilfe, Foto: Stefan Wieland 2020© STEFAN WIELAND
Goldener Geier von Deutscher Umwelthilfe, Foto: Stefan Wieland 2020© STEFAN WIELAND
Goldener Geier von Deutscher Umwelthilfe, Foto: Stefan Wieland 2020© STEFAN WIELAND
Goldener Geier von Deutscher Umwelthilfe, Foto: Stefan Wieland 2020© STEFAN WIELAND
Goldener Geier von Deutscher Umwelthilfe, Foto: Stefan Wieland 2020© STEFAN WIELAND
Goldener Geier von Deutscher Umwelthilfe, Foto: Stefan Wieland 2020© STEFAN WIELAND


Wenn Stadtgeländewagen nicht gerade den Gehweg blockieren und es Fußgänger*innen unmöglich machen, den aktuell notwendigen Sicherheitsabstand einzuhalten, ragen sie oft bis in die Fahrbahn hinein. Dann fehlt jedoch Radfahrer*innen der lebenswichtige Sicherheitsabstand zwischen parkenden und überholenden Autos.

Dazu sind SUV echte Klimakiller: Der PS-starke (meist Diesel-) Motor sorgt für einen hohen Verbrauch und dementsprechend viel COwird in die Atmosphäre geblasen.

Auch die Stickoxid-Emissionen der meisten von uns getesteten SUV liegen weit über den gesetzlichen Grenzwerten: Diese unsichtbaren Abgasgifte schädigen massiv die Atemwege besonders von Kindern und alten oder kranken Menschen – also derjenigen, die auch durch Covid-19 am meisten gefährdet sind.

Nicht zuletzt ihre Masse und Bauweise macht sie so gefährlich: Ein Unfall mit einem dieser Stadtpanzer bedeutet für weniger massiv geschützte Verkehrsteilnehmer schwerere Verletzungen und öfter den Tod als mit leichter gebauten Autos.

Monster-SUV zerstören unsere Städte

Wir brauchen eine ehrliche Verkehrswende jetzt, damit alle Menschen Saubere Luft atmen können und unsere Städte wieder lebenswert werden. Monster-SUV bedrohen Fahrradfahrer und Fußgänger, vergiften mit ihren Abgasen die Atemluft und tragen mit ihren hohen CO2-Emissionen zur Klimakatastrophe bei. 

Zum Stopp der SUV-Flut fordern wir:

  • Eine hohe Zulassungssteuer von mehreren zehntausend Euro bei Erstregistrierung oder Ummeldung von emissionsintensiven Fahrzeugen wie SUV. Geringe Besteuerung für Fahrzeuge deutlich unter 95 g CO2/km, darüber stark progressiv ansteigende Steuerbeträge. 
  • Eine CO2-basierte Reform der Kfz-Steuer, mit Bonus-/Malusausgestaltung und hoher exponentiell steigender Besteuerung nach CO2-Ausstoß; dadurch Verteuerung von großen und durstigen SUV bzw. vergleichbaren Pickups und Limousinen. 
  • Abschaffung der Möglichkeit einer Dienstwagen-Zulassung von großen SUV-Stadtgeländewagen und Pick-Ups (Einschränkung auf Berufsgruppen, die geländegängige und zugkräftige Fahrzeuge tatsächlich brauchen, weil sie auf Feld- und Waldwegen oder auch in völlig unbefestigtem Gelände unterwegs sein müssen: u.a. Förster, Waldarbeiter, manche Handwerker, Schäfer)
  • Keine innerstädtischen Parkmöglichkeiten für übergroße Monster-SUV und Pick-Ups auf allen kommunalen Parkplätzen, Sonderparkplätze mit erhöhten Parkgebühren außerhalb der Innenstadt. 

Autokonzerne müssen Verantwortung übernehmen: 

  • Neben dem beschleunigten Ausstieg aus Pkw mit Verbrennungsmotor bis 1.1.2025 fordert die DUH den Stopp der Entwicklung und Verkauf besonders klimaschädlicher SUV.
  • Freiwillige Warnhinweise der Hersteller, um welchen Wert das Fahrzeug auf der Straße den EU-CO2-Flottengrenzwert von 95 g CO2/km übersteigt. 
  • Beendigung irreführender Werbungaussagen zu SUV, die suggerieren, dass die Fahrzeuge ökologisch, sauber und unverzichtbar für urbane Mobilität seien. 

Auch Verbraucher können etwas tun: Sie sollten, sofern sie ein eigenes Fahrzeug benötigen, grundsätzlich keinen Pkw mit Verbrennungsmotor, sondern einen beim Stromverbrauch sparsamen Elektro-Pkw kaufen.

Häufige Fragen zu SUV

SUV steht für Sport Utility Vehicle. Eine feste Definition für SUV gibt es nicht. Die Fahrzeuge sind länger, höher und breiter als normale Pkws, sind in der Regel schwerer als vergleichbare Pkw und haben dadurch einen höheren Luftwiderstand. Dies gilt sowohl für „kleine“ SUV wie auch die großen, mittlerweile bis zu 5,20 Meter langen Geländewagen. Höhe, Größe und Gewicht tragen dazu bei, dass SUV einen im Durchschnitt wesentlich höheren Spritverbrauch im Vergleich zu normal großen PKW aufweisen.

Lediglich für einen Teil der SUV, die Geländewagen (Fahrzeugklasse M1G), gibt es eine verbindliche Definition. Sie weisen Merkmale wie Allradantrieb, Differentialsperre, eine bestimmte Bodenfreiheit sowie einen definierten Überhang- bzw. Rampenwinkel auf. Dazu zählen Modelle wie VW Tiguan, VW Touareg, Volvo XC60+90, Porsche Macan.

Modelle wie der VW T-Roc, Audi Q2 oder Ford Kuga fallen nicht unter die Kategorie der M1G-Klasse, sind aber nach unserer Auffassung ebenfalls für die Nutzung in der Stadt eindeutig überdimensioniert.

In Deutschland sind derzeit mehr als 6 Millionen SUV und Geländewagen zugelassen, die inzwischen über 13% des Pkw-Bestands ausmachen. Die Tendenz ist steigend: Im Jahr 2019 wurden über eine Million SUV und Geländewagen in Deutschland neu zugelassen. Das ist in etwa jedes dritte neu zugelassene Auto. SUV und Geländewagen sind die beiden am stärksten wachsenden Pkw-Segmente in Deutschland: Im Jahr 2019 wurden 21% mehr SUV und 20,3% mehr Geländewagen verkauft als im Jahr 2018.

Der durchschnittliche CO2-Ausstoß von neuzugelassenen SUV und Geländewagen lag 2018 in Deutschland mit 144 g/km deutlich über dem Gesamtdurchschnitt von 130 g/km. Für die EU gilt seit 2020 ein Flottengrenzwert von 95g/km für Pkw - davon sind vor allem SUV meilenweit entfernt.

SUV sind also im Schnitt klimaschädlicher als andere Pkw. In der Regel sind SUV und Geländewagen stärker motorisiert und schwerer als die Basismodelle. Der höhere Verbrauch wird auch durch die Fahrzeughöhe verursacht: Ihre größere Stirnfläche führt zu höherem Luftwiderstandswert im Vergleich zu normalen Pkw. SUV stehen als Extrembeispiel für einen Trend, den wir weltweit beobachten können: Unnötiges „Aufrüsten“ auf der Straße mit immer schwereren, höher motorisierten Modellen.

Nicht nur in Deutschland, sondern weltweit werden mehr SUV gekauft. Deshalb sind SUV mittlerweile die zweitwichtigste Quelle für den weltweiten Anstieg an CO2-Emissionen seit 2010, nur die Emissionen des Energiesektors sind noch stärker angestiegen („World Energy Outlook“ der Internationalen Energieagentur IEA). Der Bedarf an Öl zur Produktion von Kraftstoffen für Pkw ist zwischen 2010 und 2018 um 3,3 Millionen Barrel pro Tag gestiegenen; SUV sind der IEA zufolge für diesen zusätzlichen Bedarf allein verantwortlich. Die Verbräuche aller anderen Fahrzeugtypen im selben Zeitraum sind gesunken. Alle SUV und Geländewagen weltweit zusammengenommen haben der IEA zufolge einen CO2-Fußabdruck von 0,7 Gigatonnen CO2 – das ist fast der gesamte CO2-Ausstoß von Deutschland (0,8 Gigatonnen)!

Auch die Zahlen für Deutschland sprechen eine deutliche Sprache: Obwohl Pkw auf dem Papier immer effizienter werden, wachsen die Gesamtemissionen mit dem Pkw-Bestand und der steigenden Fahrleistung. Schon 2016 bemerkte das Statistische Bundesamt angesichts der höheren CO2-Emissionen im Pkw-Bereich, dass der steigende Kraftstoffverbrauch vor allem auf SUV und Geländewagen zurückgeht, „einem Segment mit hoher Motorleistung und hohem Verbrauch“. 

Bei einem Unfall mit einem SUV liegen die Nachteile und höheren Risiken bei den anderen Verkehrsteilnehmer*innen wie den Fahrer*innen kleinerer Fahrzeuge sowie Menschen, die zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs sind (Greenpeace-Studie „Ein dickes Problem“, 2019). Aufgrund des Designs (hohe Front und kürzere Motorhaube) besteht ein größeres Verletzungsrisiko für Fußgänger*innen: Sie stürzen gefährlicher und werden auf Höhe lebenswichtiger Organe getroffen. Besonders gefährdet sind Kinder, die beim Zusammenstoß mit einem SUV aufgrund seiner Größe am Rumpf oder Kopf getroffen werden. Im Falle eines Unfalls mit einem SUV ist das Risiko schwer oder tödlich verletzt zu werden, für Fahrer*innen kleinerer Pkw viermal höher als für die Fahrer*innen von SUV oder Geländewagen. Die Greenpeace-Studie führt dies auf das höhere Gewicht der SUV zurück: Im Falle eines Zusammenstoßes bekommt das leichtere Fahrzeug den Großteil der Energie des Zusammenpralls ab.

Die Automobilkonzerne erzielen mit dem Verkauf von SUV und Geländewagen sehr hohe Gewinnmargen. SUV sind bei den Herstellern so beliebt, dass sie die bereits umfangreiche Modellpalette in den kommenden Jahren sogar noch deutlich ausbauen. VW will zum Beispiel bis 2025 mehr als 30 SUV bzw. Geländewagen-Modelle der Kernmarke VW anbieten und so den Verkauf auf 50% der Neuwagen ankurbeln.

Ein Großteil des gesamten Marketingbudgets der Autoindustrie fließt in die Bewerbung von SUV. Die riesigen Geländewagen werden als Lifestyle-Produkt, als Garant für Unabhängigkeit und Kompromisslosigkeit angepriesen. Das zeigt: Die Hersteller wecken gezielt Bedürfnisse, weil sie mit SUV und Geländewagen die größten Margen erzielen.

Als Argument für den Erwerb eines SUV wird immer wieder der bequeme hohe Einstieg genannt. Für einen erleichterten Einstieg ins Auto benötigt man keinen SUV, da inzwischen bei vielen Fahrzeugen bei Bedarf ein „Easy-Entry“-Modus verfügbar ist, der den Sitz maximal in die Höhe fährt und gleichzeitig das Lenkrad einzieht. Auch die bessere Übersicht vom Fahrersitz eines SUV, die für ein höheres subjektives Sicherheitsgefühl sorgt, überzeugt uns nicht, denn durch die Bauart und das Gewicht der Fahrzeuge besteht ein größeres Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer*innen. Zwar gibt es Situationen, in denen leistungsstarke, geländegängige Fahrzeuge gebraucht werden. In den Städten ist der Besitz eines SUV oder Geländewagens aber nur für bestimmte Handwerker und Marktbetreiber wirklich nötig.

Eine aktuelle Studie zeigt, dass hohe laufende Kosten mit dem Besitz eines Autos verbunden sind – die Deutschen zahlen im Schnitt pro Monat 425 Euro für den Unterhalt ihres Pkw und damit doppelt so viel wie sie glauben. Vor allem ist jedes Auto weniger ein positiver Beitrag zu einer lebenswerteren Stadt.

Ein „Stadtgeländewagen“ ist ein Widerspruch in sich und gehört nicht in unsere Innenstädte. Tonnenschwere, überdimensionierte & panzerartige Gefährte stehen im Gegensatz zu lebenswerten Städten und sicherer Mobilität für alle. SUV beanspruchen zu viel Platz in unseren sowieso schon von Autos überquellenden Innenstädten. Diesen Platz brauchen wir für mehr öffentlichen Verkehr, mehr Platz für Menschen, zu Fuß und mit dem Rad. 

Bereits im letzten Jahr verlieh die Deutsche Umwelthilfe den „Goldenen Geier“ für Produkte, die besonders unnötig die Umwelt belasten. Der Gewinner wird von Verbraucher*innen nominiert und mittels einer Abstimmung gewählt. Im letzten Jahr haben wir uns „Die unnötigste Plastik-Verpackung“ vorgenommen und die Vittel-Flasche von Nestlé zum Gewinner gekürt. Ein Umsatzrückgang von zehn Prozent bei Vittel in Europa 2019 spricht für sich. Nun geht der Preis in die 2. Runde und wir suchen dieses Mal „Das unsinnigste Auto“.

Die CO2-Emissionen des Verkehrssektors in Deutschland sind seit den 1990er Jahren nahezu konstant geblieben, die Pkw-Emissionen sind sogar gewachsen, was wesentlich auf den SUV-Boom zurückzuführen ist. Wenn wir es als Gesellschaft nicht schaffen, den SUV-Boom zu stoppen, ist die Einhaltung der Pariser Klimaziele gefährdet.

Wir wollen demonstrieren: Klimaschutz ist keine Frage der Machbarkeit, sondern eine Frage des Willens und der Verantwortung. Vom SUV-Trend profitieren einzig und allein die Hersteller, denn die Gewinnmargen für Pkw sind nirgends größer als bei SUV. Mit der Auszeichnung wollen wir die Hersteller in die Verantwortung nehmen und sie dazu auffordern, stattdessen effiziente und zukunftsfähige Fahrzeuge auf den Markt zu bringen. Gleichzeitig sollen potentielle Käufer*innen dazu angeregt werden, die Notwendigkeit eines SUV in Frage zu stellen. Aber auch die Politik muss aktiv werden! Deshalb richten wir an die Bundesregierung die Aufforderung, Steuerungsinstrumente wie die Kfz-Steuer und die Dienstwagenregelung so zu verändern werden, dass Besitz und Nutzung von Klimakiller-SUV unattraktiv werden.

Die Einschränkungen in der Corona-Krise führen uns klar vor Augen: Überdimensionierte SUV beanspruchen zu viel Raum in den Städten. Raum, der für alle da sein sollte. Denn insbesondere in diesen Zeiten müssen Fußgänger*innen ausreichend Abstand halten können – ohne sich an einem Geländewagen vorbeizudrücken, der die Parkbucht überragt. Gerade jetzt sollen sich Menschen frei mit dem Rad durch die Stadt bewegen können, ohne Angst vor bulligen Stadtpanzern auf derselben Fahrspur haben zu müssen. Wir haben erfahren, wie wichtig lebenswerter öffentlicher Raum ist und dass wir in den Städten viel zu wenig davon haben.

Die Deutsche Umwelthilfe verleiht dieses Jahr den „Goldenen Geier“ an den Hersteller des unnötigsten Stadtgeländewagens. Wir wollen damit Druck auf die Hersteller ausüben, die Produktion besonders klimaschädlicher SUV und Geländewagen einzustellen und die Modelle aus der Produktpalette zu entfernen. Dafür braucht die DUH Ihre Unterstützung! Beteiligen Sie sich an der Abstimmung und sagen Sie uns, wer den „Goldenen Geier“ verdient hat.

Außerdem würden wir uns freuen, wenn Sie uns mit Ihrer Fördermitgliedschaft bei der Aktion unterstützen!

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