Ursachen für Feinstaub

Marine Aerosole gelangen vor allem über die Gischt in die Atmosphäre (Bild: pixelio.de)© pixelio.de)

Es werden zwei Feinstaubquellen unterschieden:

Natürliche Quellen: Dazu zählen Partikel, die von Erdumwälzungen oder Vulkanausbrüchen stammen, aber auch sogenannte marine Aerosole. Das sind flüssige oder feste Salzkristalle, die durch Emissionen des Phytoplanktons entstehen und zur Tröpfchen- bzw. Wolkenbildung in der Atmosphäre beitragen. Aerosole können über weite Strecken in der Atmosphäre transportiert werden. Feinstäube natürlicher Herkunft sind außerdem Pollen, Pilzsporen und Bakterien. Eine Gesundheitsschädigung durch geogene oder marine Partikel kann ausgeschlossen werden. Für Allergiker oder Menschen mit Heuschnupfen können hingegen Pollen, Sporen und Bakterien belastend sein.

Anthropogene Quellen: diese Aerosole entstammen im Wesentlichen dem Auspuff von Dieselmotoren, den Schornsteinen von Industrieanlagen und Kraftwerken sowie den Heizanlagen von Haushalten. Zusätzlich werden Partikel vom Bremsabrieb, Autoreifen und dem Straßenbelag freigesetzt.

Prozentual lässt sich der anthropogen verursachte Gesamtstaub laut einer Studie des UBA folgendermaßen darstellen:

• 45% stammt aus Industrieprozessen
• 33% der Gesamtstaubemissionen stammen aus dem Verkehr
• 21% der Emissionen wird von Schüttgut verursacht
• 1% stammen aus sonstigen Quellen

Diese Zahlen stellen die Quellen der Gesamtstaubemission dar. Werden aber die Ursachen der gesundheitsschädigenden Feinstäube (PM10 und kleiner) betrachtet, benennt das UBA mit 50% den Verkehr. Wird zusätzlich der vom Verkehr aufgewirbelte Feinstaub (Abrieb von Bremsen, Reifen, Straßenbelag) hinzugerechnet, kommen weitere 25% hinzu.

Damit werden 75% der gesundheitsrelevanten Feinstäube in Deutschland vom Verkehr verursacht!

Smog über Wien (Bild: pixelio.de)© pixelio.de)

Schlechte Karten für Großstädte in Kessellage
Der Grund, warum einige Städte trotz vergleichbaren Verkehrsaufkommens im Allgemeinen stärker mit Feinstaub belastet sind als andere, liegt sehr wahrscheinlich an ihrer topographischen Lage. Die baden-württembergische Landeshauptstadt Stuttgart, bekannt für ihre häufigen Feinstaub-Belastungssituationen, hat - je nach Wetterlage - mit ihrer Kessellage kaum eine Chance auf gute Durchlüftung.
Bekannt für Winter- und Sommersmog (Smog ist ein Kunstwort aus smoke und fog) sind seit langem die Städte London bzw. Los Angeles. Während Sommersmog vorwiegend aus Ozongas besteht, beinhaltet der Wintersmog Feinstäube, die aus den Emissionen von Industrie und Haushalt stammen (Mischung aus Ruß, Schwefeldioxid (SO2), Staub und Nebel). Nach einigen Todesfällen in London im Jahr 1952 wurde die lebensgefährliche Wirkung von Wintersmog schnell erkannt. Die günstigste Situation für dessen Entstehung ist eine winterliche Inversionswetterlage, da die Schichtung der Luft in diesem Fall mehrere Tage lang stabil bleiben kann, ohne dass ein Luftaustausch stattfindet.

Kontakt

Copyright: © DUH / Heidi Scherm

Dorothee Saar
Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
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