Feinstaub in der Atemluft

Lungengängige Feinstaub-Partikel (PM10) mit einem Durchmesser von weniger als einem Hundertstel Millimeter gelten als besonders gesundheitsgefährdende Bestandteile des Schadstoffgemischs in unserer Atemluft. Diese feinsten Staubteile gelangen bis in die kleinsten Verästelungen der Lunge (Alveolen) und sind deswegen besonders gesundheitsschädlich. Extrem kleine Staubpartikel werden von dort nur sehr langsam oder gar nicht wieder entfernt. Die Folge ist eine sogenannte Staublunge. Für Menschen mit schwächerem Immunsystem ist diese Feinstaubelastung ein permanentes Gesundheitsrisiko. In diesem Zusammenhang spricht die WHO sogar von einer lebensverkürzenden Ursache. Die Feinstaubbelastung der Luft reduziert die durchschnittliche Lebenserwartung in der Europäischen Union um 8,6 und in Deutschland sogar um 10,2 Monate. Der Anstieg der Todesrate geht hauptsächlich auf Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen zurück, die von Feinstaub verursacht werden und in deren Folge bösartige Krebsleiden entstehen. Zu den Auswirkungen gehören auch die Verstärkung von Allergiesymptomen, die Zunahme von asthmatischen Anfällen und Atemwegsbeschwerden sowie ein gesteigertes Risiko von Mittelohrentzündungen bei Kindern. 

Die Belastungen und die Folgen für das Gesundheitssystem sind gravierend. Mit einer dauerhaften Bemühung zur Reinhaltung der Luft ließen sich Kosten von 6 Mrd. Euro jährlich allein im Gesundheitswesen in Deutschland einsparen. Die Folgen der Feinstaubbelastung sind äußerst vielfältig und betreffen weite Bevölkerungskreise - insbesondere in verkehrsintensiven Räumen. Pro Jahr verursacht Feinstaub in der Luft nach einem Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) etwa 430.000 vorzeitige Todesfälle in der EU aufgrund von Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. Allein in Deutschland sterben jährlich ca. 66.080 Menschen vorzeitig an den Folgen zu hoher Feinstaubbelastung.

Nicht nur Lärm, auch Feinstaub ist eine schwerwiegende Belastung für Anwohner vielbefahrener Straßen (Bild: BMU / Rupert Oberhäuser)© BMU / Rupert Oberhaeuser

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Dorothee Saar
Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
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