Klimaschutz trifft Mieterschutz

Wege zu einer sozialverträglichen Gebäudesanierung

Die Mehrheit der Haushalte in Deutschland lebt zur Miete – von fast 40 Millionen Wohnungen sind rund 22 Millionen Mietwohnungen. Somit kommt der energetischen Gebäudesanierung des Mietwohnungsbestandes eine zentrale Rolle für das Erreichen der Klimaschutzziele zu. Um die Sanierungsrate langfristig zu erhöhen und die Akzeptanz bei Mieter*Innen zu verbessern, informieren die Deutsche Umwelthilfe e.V. und der Deutsche Mieterbund e.V. umfassend über sozialverträgliche energetische Sanierungen.

Energetische Sanierungen und Sozialverträglichkeit müssen keine Gegensätze sein, vielmehr kann die energetische Ertüchtigung eines Gebäudes sogar dazu beitragen, dass die Energiekosten nicht zur „zweiten Miete“ werden. Dennoch bewegen sich Sanierungsmaßnahmen im Spannungsfeld zwischen Mieter*innen und Vermieter*innen. Vor allem in Ballungsgebieten haben Mietsteigerungen nach erfolgter Modernisierung in der Vergangenheit teilweise zur Verdrängung angestammter Bewohnerschaft geführt. Ein häufiger Grund hierfür ist die Modernisierungsumlage, nach der der Vermieter bis zu 8 Prozent (bis Ende 2018 sogar 11 Prozent) der Investitionssumme zeitlich unbegrenzt auf die Kaltmiete umlegen darf und die teils zu extremen Mietpreissteigerungen führt. Das hat zu einem negativen Image der energetischen Gebäudesanierung beigetragen.

Im gemeinsamen Projekt „Mieterschutz trifft Klimaschutz“ (MietKlimaSchutz) möchten die Deutsche Umwelthilfe e.V. und der Deutsche Mieterbund e.V. aufzeigen, dass sozialverträgliche Gebäudesanierungen in der Breite umsetzbar sind. Für das Erreichen des klimaneutralen Gebäudebestandes im Jahr 2050 ist es notwendig, die derzeit sehr niedrige Sanierungsrate von unter einem Prozent auf mindestens zwei Prozent jährlich zu erhöhen. 

Zu Beginn des Projekts sollen Mieter*innen in einer bundesweit angelegten Umfrage zum Thema energetische Gebäudesanierung befragt werden. Mit der Befragung soll ein möglichst repräsentatives Bild über die Zufriedenheit von Mieter*innen mit energetischen Sanierungen gewonnen werden. Dies ermöglicht es, Informationen der Kampagne auf die Fragen und Bedürfnisse der Mieter*innen zuzuschneiden.

Anschließend werden deutschlandweit Praxisbeispiele recherchiert und anhand dieser aufgezeigt, dass sozialverträgliche Sanierungen möglich sind. Es wird analysiert, welche Faktoren dazu beitragen, dass eine energetische Sanierung nicht zu überproportionalen Mietsteigerungen führt. Durch die differenzierte Analyse von Negativbeispielen soll dargelegt werden, was die Auslöser für stark gestiegene Mieten waren. Die Beispiele werden auf einer Kampagnenwebsite den Verbraucher*innen und Multiplikatoren zugänglich gemacht und sollen eine umfassende Information von Mieter*innen zur energetischen Sanierung ermöglichen, um so Vorurteile abzubauen und die Akzeptanz zu steigern.

Zudem werden Vermieter*innen, Politik und Journalisten dafür sensibilisiert, Klimaschutz und Sozialverträglichkeit zu vereinen. Das Vorhaben bindet auch politische Entscheidungsträger sowie Immobilieneigentümer (Vermieter) im Rahmen verschiedener Veranstaltungsformate aktiv mit ein und strebt die gemeinsame Erarbeitung von wirtschaftlichen und rechtlichen Handlungsoptionen an.

Kontakt

Copyright: © Heidi Scherm

Paula Brandmeyer
Teamleiterin Energieeffizienz
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Copyright: © Finke / DUH

Anna Wolff
Projektmanagerin Energie und Klimaschutz
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Gefördert durch:

Das Projekt ist Teil der Nationalen Klimaschutzinitiative der Bundesregierung und wird durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit gefördert, aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages. Die Projektlaufzeit beträgt drei Jahre (bis Ende Mai 2022).

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