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Sonne und Wind – die Zukunft der Energieversorgung

Das Zeitalter der fossilen Brennstoffe ist zu Ende. In Zukunft wird unsere Energieversorgung immer klimaverträglicher. Die Sonne, der Wind und die Kraft des Wassers werden unseren Strom produzieren. Bereits heute stammt ein Drittel aus erneuerbaren Quellen und dieser Anteil soll bis 2050 auf vier Fünftel steigen. Während beim Strom die Energiewende gut vorankommt, ist es in anderen Sektoren noch ein weiter Weg.

Erneuerbarer Strom für Mobilität und Wärme

Ob unter der Erde, in der Luft, zu Wasser oder auf der Straße: Im Verkehrssektor werden immer noch bis zu 90 Prozent des Energiebedarfs durch fossile Energieträger gedeckt. Dabei schlummert gerade hier enormes Potenzial. Gleiches gilt für den Wärmesektor. Beim Heizen, Kühlen und bei der Warmwasserbereitung dominieren weiterhin fossile Energiequellen, die einer zukünftigen klimaverträglichen Energieversorgung im Weg stehen. Wollen wir das enorme Klimaschutz-Potenzial dieser beiden Sektoren effektiv nutzen, brauchen wir zweierlei: Umfangreiche Effizienzmaßnahmen und mehr Strom aus Erneuerbaren Energien, der die fossilen Brenn- und Kraftstoffe langfristig ersetzt.

Eine Nutzung von Strom aus regenerativen Quellen ist unter Klimaschutzaspekten allerdings nur dann sinnvoll, wenn damit mehr CO2 vermieden als im Strommix emittiert wird. Vor diesem Hintergrund ergeben folgende Anwendungen einen Klimanutzen: 

  • Einsatz von strombetriebenen Wärmepumpen im Gebäudebereich statt Öl- oder Gasheizung. Damit ließen sich schon im heutigen Strommix viele Tonnen CO2 einsparen.  
  • Im Verkehrsbereich erreichen batterieelektrische Fahrzeuge im Pkw-Segment eine CO2-Bilanz, die mit effizienten Benzin- oder Dieselantrieben vergleichbar ist. Doch mit zunehmenden Anteilen Erneuerbarer im Strommix kann sich die Bilanz zugunsten des Elektroantriebes verbessern. 
  • Die Nutzung von Strom im Verkehrssektor erfolgt besonders effektiv im Schienenverkehr. Die Verlagerung von Teilen des motorisierten Personen- und Güterverkehrs auf die Schiene könnte CO2 einsparen.  

Die Stromerzeugung ohne Treibhausgase – insbesondere durch Wind- und Solarenergie – bildet die tragende Säule unserer zukünftigen Energieversorgung. Gemeinsam mit umfassenden Effizienzmaßnahmen können die Klimaziele erreicht werden. Mit unserer Arbeit wollen wir den Umbau unseres Energiesystems vorantreiben  und die politischen Rahmenbedingungen mitgestalten.

Sechs-Punkte-Plan für die Erreichung des EE-Ziels 2030


Ob Kohleausstieg, Elektromobilität oder Wärmepumpen – Klimaschutz braucht erneuerbaren Strom. Er nimmt eine Schüsselrolle ein, da auch klimafreundliche Alternativen für Mobilität und Wärmeversorgung häufig auf Basis von Strom laufen. Umso drängender ist der Bau weiterer Windkraft- und Solaranlagen. Die aktuelle Ausbau-Situation spricht jedoch eine ganz andere Sprache. So ist die Genehmigung neuer Onshore-Windenergieanlagen seit 2017 deutlich eingebrochen.

CDU/CSU und SPD beraten derzeit unter anderem in einer AG Akzeptanz, welche Maßnahmen beim Ausbau erneuerbarer Energien zu ergreifen sind. Wir warnen davor, Abstandsregelungen und Höhenbegrenzungen oder eine Abschaffung des Windkraftprivilegs in Spiel zu bringen. Die Ausbauprojekte müssen besser werden, nicht weniger. Um bis 2030 das Ziel von 65% erneuerbarem Strom zu erreichen, müssen folgende Maßnahmen umgesetzt werden:

  1. Schaffung eines verbindlichen Ausbaupfades für das 65%-Ziel
    Festlegung des 65%-Ziels für 2030 im EEG und Anpassung des Ausbaukorridors auf dieses Ziel. Festlegung der jährlich zuzubauenden Kapazität als Netto-Kapazität, da in den nächsten Jahren mehrere Tausend Megawatt altersbedingt vom Netz gehen.
  2. Einführung einer finanziellen Beteiligung von Standort-Kommunen
    Einführung einer Abgabe, die in Abhängigkeit vom Stromertrag bzw. der Höhe der Anlage vom ersten Jahr an sichere Finanzmittel für die Standort- und ggf. auch Nachbarkommunen generiert.
  3. Frühzeitige Beteiligung der Anwohner an der Planung
    Erweiterung der Beteiligungselemente im Genehmigungsverfahren gemäß Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG); Unterstützung der Kommunen und Vorhabenträger bei Information und Dialog durch die Länder und den Bund; Standardsetzung für Kommunikation und Beteiligung
  4. Leitlinien zum Artenschutz für mehr Rechtssicherheit im Genehmigungsverfahren
    Standardisierte Erfassungsmethoden für relevante Arten nach BNatschG sowie standardisierte Bewertungsmethoden der Verbotstatbestände nach BNatschG – insbesondere für die Bewertung des Tötungsrisikos; Standardisierung der artenschutzrechtlichen Ausnahmeprüfung
  5. Regionalisierung der EEG-Förderung
    Gleichmäßigere Verteilung der Windenergieanlagen in Deutschland durch eine regionalisierte Förderung im EEG
  6. Wahrung der Technologievielfalt durch Abschaffung des „PV-Deckels“
    Abschaffung des „PV-Deckels“ im EEG. Technologievielfalt kann indirekt die Akzeptanz der Windenergie unterstützen. Für die Erreichung des 65%-EE-Ziels für 2030 ist zudem ein deutlicher Zuwachs bei der PV erforderlich.
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