Autofrei? Wir sind dabei!

Mit dem Einzelfahrschein den ganzen Tag fahren

Am Sonntag, den 22. September 2019 heißt es in vielen Städten weltweit: Das Auto bleibt stehen! Um möglichst viele Berlinerinnen und Berliner zu Unterstützern des autofreien Tags zu machen, haben sich die Deutsche Umwelthilfe und die Berliner Verkehrsbetriebe etwas Besonderes ausgedacht. Mit einem Einzelfahrschein geht es einen ganzen Tag mit Bussen und Bahnen durch die Hauptstadt.

Die Deutsche Umwelthilfe möchte mit der Aktion am autofreien Tag zeigen, dass die Mobilität in der Stadt auch ohne Pkw auskommt. Nach wie vor ist die Luft in den Städten schlecht, viel zu viele Pkw verstopfen die Straßen und die Klimakrise wird immer präsenter. Deshalb brauchen wir vor allem in den Städten mehr kollektive Verkehre. Die DUH kämpft für Saubere Luft, weniger Lärm und mehr Sicherheit. Der Umstieg auf Bus, Bahn und Tram schützt das Klima und erhöht insgesamt unsere Lebensqualität.

Am autofreien Sonntag gilt der Einzelfahrausweis Berlin ab Entwertung bis 3:00 Uhr früh am Montagmorgen für die Fahrt im gesamten VBB-Tarifbereich Berlin AB. Neben den U-Bahnen, Straßenbahnen, Bussen und Fähren der BVG können innerhalb Berlins selbstverständlich auch die Züge der S-Bahn Berlin und die Verkehrsmittel aller weiteren VBB-Mitglieder genutzt werden. Gemeinsam schont man die Umwelt eben am besten – und daher können wie bei der regulären Tageskarte bis zu drei Kinder bis 14 Jahren kostenfrei mitfahren.

Den Einzelfahrausweis gibt es an allen Fahrscheinautomaten, in den Kundenzentren, im Bus, in der Straßenbahn sowie in den Apps aller beteiligten Verkehrsunternehmen und des VBB.

Unser Gewinnspiel ist beendet.

Unsere Verlosung von 5 BVG-Jahreskarten ist leider schon beendet. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie uns weiter unterstützen, die Verkehrswende bundesweit voranzutreiben. Vielen Dank!

© Finke / DUH

Unser Aufruf zur Aktion

Häufig gestellte Fragen

Am 22. September ist in Berlin der von Organisationen jährlich ausgerufene autofreie Tag. Die Chance, die BVG noch besser kennenzulernen und gleichzeitig etwas für den Klimaschutz und Saubere Luft zu tun. Mit dem Einzelfahrausweis den ganzen Tag von morgens bis abends durch die Stadt fahren – das macht die BVG in Kooperation mit der Deutschen Umwelthilfe möglich. Für ein umweltfreundliches Berlin mit weniger Staus und besserer Luft.

Mit der gemeinsamen Aktion mit der BVG möchte die Deutsche Umwelthilfe die Aufmerksamkeit auf Bus, Bahn und Tram lenken. Denn diese Form der Mobilität ist nicht nur umweltfreundlich sondern auch bequem und komfortabel. Trotzdem zieht sich die öffentliche Hand bei der Finanzierung des ÖPNVs immer weiter zurück und ist damit dafür verantwortlich, dass das Angebot teurer und die Qualität schlechter wird. Dabei müssen mehr Menschen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren, um das Leben in den Städten wieder attraktiv zu machen und Klimaschutz ernst zu nehmen. Die Deutsche Umwelthilfe möchte mit der Aktion mehr Menschen motivieren, den ÖPNV zu nutzen. Wir können es nicht länger hinnehmen, dass unsere Städte durch die jahrzehntelange autofreundliche Politik immer mehr durch Autos verstopft werden und unsere Atemluft durch Abgase belastet wird – wenn wir den Klimaschutz voranbringen wollen, müssen wir endlich aufs Tempo drücken. Seit 1990 sinken die CO2-Emissionen im Verkehrssektor nicht – das ist ein Armutszeugnis für die Politik und auch auf die fehlgeleitete Förderung des motorisierten Individualverkehrs zurückzuführen.

Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich für Saubere Luft und lebenswerte Städte ein. Wir brauchen auf der einen Seite mehr Platz in den Städten für Radfahrer*innen und Fußgänger*innen; auf der anderen Seite weniger Autos, die den Bürger*innen Platz wegnehmen, die Straßen verstopfen und die Luft verdrecken. Das zeigen auch Umfragen: Heute sehnen sich sechs von sieben Großstadtbewohner*innen nach mehr Grünflächen, mehr Bäumen, mehr Platz zum Spazieren, Radfahren und schlichtweg zum Leben. Um das zu erreichen, setzt sich die Deutsche Umwelthilfe für eine Verkehrswende ein, deren Rückgrat der öffentliche Personennahverkehr – also Bus und Bahn - ist. Der Umstieg auf den ÖPNV ermöglicht saubere und umweltfreundliche Mobilität, sorgt für weniger Stau und ein angenehmes Vorankommen von A nach B.

Uneingeschränkt mobil sein für einen Euro am Tag. Und das mit nur minimalen Auswirkungen auf Umwelt und Klima. Das 365-Euro-Ticket ermöglicht allen Menschen, bezahlbar mobil zu sein. Damit wird der Ausschluss einzelner Bürgerinnen und Bürger durch finanzielle Hürden vermieden – wie sie beispielsweise durch hohe Kosten eines Autokaufs oder teure Ticketpreise entstehen. Das zentrale Element dieser ökologisch und sozial nachhaltigen Mobilität ist ein gut ausgebautes kollektives Verkehrssystem mit einfachen und günstigen Tarifen. Weitere Informationen  finde Sie hier: https://www.duh.de/blaues-ticket/

Trotz geriner Ticketpreise ist das Geld für mehr ÖPNV bereits vorhanden – ohne höhere Steuern zu erheben und ohne die Kommunen weiter zu belasten. Die Finanzierung der mit der Einführung eines 365 Euro-Flatrate-Tickets verbundenen Mehrkosten und insbesondere für den Ausbau des in den vergangenen Jahren kaputtgesparten öffentlichen Personennahverkehrs ist vorhanden – es muss nur umverteilt werden. Weg von Klimakillern und hin zu den kollektiven Verkehren, die das Rückgrat der Verkehrswende in unseren Städten darstellt. Einzig der politische Wille, dieses Geld auch für Bus und Bahn einzusetzen, fehlt.

Konkret heißt das: Durch die Abschaffung des Dienstwagenprivilegs für klimaschädliche Fahrzeuge kommen bis zu fünf Milliarden Euro jährlich zusammen, weitere fast 10 Milliarden Euro durch die Beendigung der Dieselkraftstoffsubvention. Schließlich ist die Bundesregierung nach EU-Recht verpflichtet, der betrügerischen Automobilindustrie 5.000 Euro Geldbuße pro Diesel-Fahrzeug mit Abschalteinrichtung aufzuerlegen. Allein durch die bisher nachgewiesenen 4,4 Millionen Fahrzeuge ergeben sich 22 Milliarden Euro Einmalzahlung, die den Verkehrsverbünden für Infrastrukturmaßnahmen im Rahmen eines Sofortprogramms zur Verfügung gestellt werden sollten. Durch diese Maßnahmen stünde für den ÖPNV genug Geld zur Verfügung und der Kostendruck von Kommunen sowie ÖPNV-Anbietern würde sich auflösen. Gleichzeitig ist genug Geld vorhanden, um einen beschleunigten Ausbau des ÖPNV zu ermöglichen – auch wenn die Ticketpreise fallen.

Dass es nicht nur sinnvoll sondern auch machbar ist, zeigen Städte in denen es bereits ein 365-Euro Ticket gibt: Wien, Reutlingen, Bonn und Radolfzell. Diese Städte zeigen aber auch, dass das 365-Euro-Ticket dann Erfolg hat, wenn es wie in Wien dazu führt, dass parallel zum massiven Ausbau und der Attraktivitätssteigerung des ÖPNV-Angebots der Autoverkehr insbesondere in den Innenstadtbereichen unattraktiver gemacht wird. Hierfür ist zwingend ein intelligentes Konzept für gebührenpflichtiges Parken umzusetzen, dass eine Verknappung und Verteuerung des Parkraums für Pkw beinhaltet.

Die Deutsche Umwelthilfe möchte eine Mobilitätswende in den Städten ermöglichen – weg von viel Automobilverkehr hin zu mehr Bahn, Tram und Radverkehr. Essentiell dabei ist: Alle Pkw aber auch Busse und Nutzfahrzeuge müssen die Abgasgrenzwerte im realen Betrieb einhalten. Denn der Grenzwert für den Luftschadstoff Stickstoffdioxid (NO2) in unserer Luft wird seit Jahren in viele Städten zum Teil drastisch überschritten. Das macht krank. Vor allem Kinder und gesundheitlich vorbelastete Menschen leiden unter der Luftbelastung. Grund für die schlechte Luft sind vor allem die Abgase von Diesel-Pkw, die die Autohersteller bewusst manipuliert haben, um wenige hundert Euro Kosten pro Auto zu sparen. Die Deutsche Umwelthilfe klagt aktuell in 38 Städten auf Einhaltung des NO2-Grenzwertes, der bereits seit 2010 gilt. Wenn alle anderen Maßnahmen nicht ausreichen, um den Grenzwert schnellstmöglich einzuhalten, können auch Fahrverbote erlassen werden. Das hat das Bundesverwaltungsgericht Leipzig 2018 bestätigt. Mehr zur Arbeit der Deutschen Umwelthilfe im Bereich Luftreinhaltung: https://www.duh.de/faqs-saubere-luft/ sowie https://www.duh.de/themen/luftqualitaet/recht-auf-saubere-luft/

Teil der Forderung der Deutschen Umwelthilfe nach einem 365-Euro Ticket ist es, den Ausbau der öffentlichen Verkehre in Stadt und Land massiv zu fördern. Derzeit fußt die Finanzierung des ÖPNV in Deutschland auf zwei Säulen: Zum einen auf dem Geld, das durch den Ticketverkauf eingenommen wird (30 - 50 Prozent), zum anderen auf öffentlichen Geldern aus den Kommunen, Ländern und dem Bund. Ein gutes ÖPNV-Angebot in der Stadt und auf dem Land bedeutet: Ein dichtes Liniennetz, intensive Taktung, zuverlässiger Verkehr, attraktive Umsteigemöglichkeiten und moderne ÖPNV-Fahrzeuge. Deshalb ist es wichtig, dass der Staat seiner Verantwortung gerecht wird und umweltfreundliche sowie klimaschonende Mobilität für jeden, unabhängig vom Wohnort, ermöglicht. Das ist aber nicht die Realität, sogar im Gegenteil. Der Staat zieht sich vielmehr aus der Verantwortung und steckt öffentliche Gelder lieber weiter in den klimaschädlichen Individualverkehr mit Autos. Die Deutsche Umwelthilfe stellt sich dieser Entwicklung entgegen und setzt sich für einen besser ausgebauten ÖPNV mit hoher Taktung sowie dichtem Haltestellennetz in Städten und auf dem Land ein. Auch auf dem Land ist ein gut ausgebauter und kostengünstiger ÖPNV möglich. Das zeigt unsere Verbandsheimatstadt Radolfzell: Hier gibt es seit dem 1.1.2019 das Jahresticket für 365 Euro. Damit alle Städte in Deutschland ein solches Tickt einführen hat die DUH das Projekt „Blaues Ticket“ gestartet.

Mit freundlicher Unterstützung von:

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