pageBG

Für die Tonne

Berlin, Dienstag, 21.06.2016

Egal ob Coffee to go-Becher, Plastiktüte, Wegwerfflasche oder Getränkekarton – die Folgen von Einweg für Klima und Umwelt sind verheerend. Und nicht nur das: Oft werden Verbraucher mit schön geredeten Ökobilanzen in die Irre geführt.

© Julia Barthel
Umweltschutz ist ganz einfach - mit Mehrwegtaschen. © DUH


Einweg. Der Name sagt alles. Denn tatsächlich landet jedes Einwegprodukt bereits nach dem ersten Gebrauch in der Mülltonne. In Deutschland werden pro Jahr mehr als sechs Milliarden Plastiktüten, 17 Milliarden Wegwerf-Plastikflaschen, drei Milliarden Getränkedosen und 2,8 Milliarden Coffee to go-Becher verbraucht. Das sind 90 Tüten, 207 Einwegflaschen, 37 Getränkedosen sowie 34 Einwegbecher pro Jahr und Kopf. Einweg ist ein ökologischer Irrweg und leider im Trend.

Während bei der Diskussion über die Tütenflut wenigstens noch ansatzweise Interesse an dem Thema seitens des Bundesumweltministeriums zu bestehen scheint, hat Barbara Hendricks vor der Getränke-Einweglobby längst kapituliert. In Deutschland zum Beispiel ließ die Bundesumweltministerin den amerikanischen Softdrink-Giganten Coca Cola 2015 gewähren, als dieser sich aus dem Mehrwegsystem verabschiedete. Bis Ende Juni 2016 sollen zwei von drei Mehrwegflaschen abgeschafft sein. Wie die DUH erfahren hat, soll aber auch das letzte Mehrweggebinde – die 1,0 Liter Flasche – in den nächsten Jahren vom Markt verschwinden.

Auch über den Getränkekarton hält Frau Hendricks schützend die Hand, weil er in der Verpackungsverordnung noch immer als „ökologisch vorteilhaft“ eingestuft wird. Dabei ist er gar nicht so „grün“ wie seine Hersteller immer behaupten: Im Vergleich zu 2002, als das Umweltbundesamt den Getränkekarton als umweltfreundlich einstufte, ist er heute im Durchschnitt 30 Prozent schwerer. Auch der Plastikanteil ist von 21 auf durchschnittlich 27 Prozent gestiegen. Als „Karton“ wird dem Kunden quasi eine Kunststoffverpackung mit Papierüberzug verkauft.

Mehrweg ist Klimaschutz

Coffee to go-Becher, Dosen, Einwegflaschen und Getränkekartons – sie alle sind Symbole einer Gesellschaft, die „im Gehen“ konsumiert und dabei so viel Müll anhäuft wie noch nie zuvor. Dabei ist kaum etwas so einfach, wie am Getränkeregal oder beim Kaffee für unterwegs der Umwelt etwas Gutes zu tun. Denn „Mehrweg ist Klimaschutz“. Mit einer gleichnamigen Kampagne engagiert sich die Deutsche Umwelthilfe seit zehn Jahren erfolgreich für die wiederverwendbare Alternative zur Wegwerfflasche. Unterstützt wird sie dabei von Gewerkschaften, Umweltschutz-, Verbraucher- und Wirtschaftsverbänden. An der Informationskampagne beteiligen sich in diesem Jahr insgesamt mehr als 5.000 Getränkehändler.

Wussten Sie…

… dass die jährlich in Deutschland verbrauchten Plastiktüten aneinandergelegt die Erde am Äquator 46 Mal umrunden würden?

… dass eine einzige Glas-Mehrwegflasche (0,7-Liter) für Mineralwasser 23 Einwegflaschen aus Plastik mit dem doppelten Füllvolumen ersetzt?

… dass die Einweg-Plastikflaschen, die wir jährlich in Deutschland verbrauchen, übereinandergestellt 16 Mal von der Erde bis zum Mond reichen würden?

… dass Einweg-Plastikflaschen bei Getränken inzwischen rund 54 Prozent ausmachen, obwohl es laut Verpackungsverordnung 80 Prozent Mehrweg oder ökologisch vorteilhafte Verpackungen sein sollten?

… dass sich mit den jährlich in Deutschland verbrauchten Coffee to go-Bechern ein 300.000 Kilometer hoher Turm bauen ließe?
 

Teilen auf:

Privatsphäre Einstellungen

Diese Website verwendet Cookies, um die Kernfunktionalität zu ermöglichen und den Inhalt zu personalisieren und die Besuche auf der Website zu analysieren. Weitere Informationen finden Sie in unseren Datenschutzerklärung.

Erforderliche Cookies

Externe Inlineframes

Statistik und Analyse-Cookies

Privatsphäre Einstellungen

Wir setzen Cookies ein, um die Kernfunktionen zu ermöglichen, die Webseitennutzung zu erleichtern und zu analysieren und unsere Themen auf Ihre Interessen abzustimmen. Sie entscheiden, welche Cookies Sie zulassen oder ablehnen. Klicken Sie hierzu auf den Button „Einstellungen“, um Ihre Einstellungen zu treffen und weitere Informationen zum Umfang der Datenverarbeitung zu erhalten. Sofern Sie den Button „Akzeptieren“ anklicken, stimmen Sie dem Einsatz der über den Button „Einstellungen“ dargestellten Umfang der Cookie-Nutzung zu. Ihre Entscheidung können Sie jederzeit in den Privatsphäre-Einstellungen (Fußbereich der Website) ändern.