Verkehr & Luftreinhaltung

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Der Verkehrssektor in Deutschland mit rund 50 Millionen zugelassenen Fahrzeugen 1) ist für rund 27 Prozent der klimaschädlichen CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Die Abgase von Lastwagen, Pkw, Bussen, Diesellokomotiven, Baumaschinen, Schiffs- und Luftverkehr belasten die Atemluft mit feinen Rußpartikeln und anderen Luftschadstoffen.
Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) streitet daher seit bald 20 Jahren für eine effiziente, abgasarme und klimafreundliche Verkehrstechnik. Wir wollen, dass technikneutral die effizientesten und klimaschonendsten Antriebstechniken gefördert werden. Wir begleiten kritisch die Verkehrspolitik der Bundesregierung, der Deutschen Bahn sowie der Autoindustrie. Auf europäischer Ebene arbeiten wir mit unserem europäischen Dachverband Transport and Environment (T&E) sowie mit dem European Environmental Bureau (EEB) zusammen.
1) Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt, 2010
CO2 ist der größte Klimatreiber unserer Zeit und trägt wesentlich zum Klimawandel und der globalen Erderwärmung bei. Knapp ein Fünftel der CO2-Emissionen in Deutschland stammen aus dem Straßenverkehr. Zudem ist der Verkehr der einzige Bereich, in dem der Ausstoß von Klimagasen zunimmt. Dieser Trend wird durch die stetige Zunahme des motorisierten Verkehrs verursacht und wirkt den Einsparungen in anderen Sektoren entgegen.
Aus diesem Grund arbeitet die Deutsche Umwelthilfe mit Hilfe von periodisch durchgeführten Aktionen und mehrjährigen Projekten an einer Reduktion des CO2-Ausstoßes von Fahrzeugen in Deutschland und Europa. Die Kennzeichnung und Kontrollen des Energieverbrauchs von PKWs und Reifen zählen zu unseren Anliegen. Dabei haben aus DUH-Sicht die Einsparpotenziale bei konventionellen Verbrennungsmotoren Vorrang.
Hier finden Sie alle Projekte aus dem Bereich CO2-Minderung...
Elektromobilität wird von Bundesregierung und Autoindustrie als Ausweg aus der Wirtschaftskrise und wichtiger Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutz propagiert. Die Bundesregierung wünscht sich „Deutschland als Leitmarkt für Elektromobilität“ und sieht 2020 eine Million elektrisch betriebene Autos auf deutschen Straßen fahren.
Aus Sicht der Deutschen Umwelthilfe sind Elektroautos in den nächsten zehn bis 15 Jahren noch nicht marktfähig und bringen somit weder den Klimaschutz voran, noch tragen sie zu weniger Straßenverkehr bei.
Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema Elektromobilität...
Der Verkehrssektor emittiert eine Vielzahl von Luftschadstoffen, die schädlich für Menschen und Tiere sind, aber auch Pflanzen, Gewässer, Böden und sogar Bauwerke und Materialien angreifen. Dazu zählen Feinstaub (PM 10), Stickoxide (NOx), Schwefeldioxid (SO2), Blei sowie Ozon (O3). Die höchsten Belastungen treten in verkehrsreichen Ballungsräumen auf. Die Abgase von Lastwagen, Pkw, Bussen, aber auch von Baumaschinen und Diesellokomotiven verursachen Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen. Allein in Deutschland sterben jährlich ca. 70.000 Menschen, in der EU insgesamt 300.000 Menschen vorzeitig aufgrund von Feinstaub. Zudem beschleunigen unsere Dieselruß-Emissionen den Klimawandel, da sie von den Luftströmungen der Nordhalbkugel insbesondere in die Arktis und auf die Gletscher der Hochgebirge getragen werden und dort eine beschleunigte Eisschmelze verursachen.
In der Kampagne „Rußfrei für’s Klima“ setzen wir uns gemeinsam mit anderen Umweltverbänden seit 2002 für die Nachrüstung jeglicher Dieselmotoren mit wirksamen Partikelfiltern ein. Wir engagieren uns für eine Reform der Abgasuntersuchung sowie für technische Innovationen zur Minderung von Luftschadstoffen. Ein weiterer Schwerpunkt in diesem Bereich bildet die Einrichtung und Scharfstellung von Umweltzonen in Deutschland. Sie sind Bestandteil eines Maßnahmenpaketes, um die gesundheitsschädlichen Feinstaubbelastungen entsprechend den von der EU festgelegten Grenzwerten einzuhalten.
Die Klimaexperten des UN-Weltklimarates rechnen mit fast einer Milliarde klimatisierter Fahrzeuge bis zum Jahr 2015. Der Kraftstoffverbrauch eines jeden Fahrzeugs steigt durch die Nutzung einer Klimaanlage um zehn bis 15 Prozent. Zudem werden aus den Klimaanlagen allein im Jahr 2015 Kältemittel im Umfang von mindestens 270 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten in die Atmosphäre gelangen und den Klimawandel verstärken (Quelle: IPCC).
Die DUH setzt sich dafür ein, die Umweltbelastung durch Fahrzeugklimaanlagen zu verringern und einen breiten Unterstützerkreis für eine umweltfreundliche Klimatisierung aufzubauen. Die bisherigen Systeme müssen optimiert werden, damit der Energieverbrauch und die daraus resultierenden Emissionen deutlich sinken. Parallel wollen wir die Einführung natürlicher Kältemittel voranbringen. Eine serienreife und umweltfreundliche Lösung ist das natürliche Kältemittel CO2; in diesem Zusammenhang wird CO2 auch R744 genannt.
Hier finden Sie weitere Projekte zum Thema Fahrzeugkühlung...
Pressemitteilungen
- 15.02.2012 - Klima- oder gesundheitsschädliche Kältemittel: Mensch und Umwelt weiter Versuchskaninchen für die Autoindustrie
- 13.02.2012 - DUH-Umfrage zu deutschen Umweltzonen: Zwei Drittel der Städte verweigern effektive Kontrollen
- 13.02.2012 - Darmstadt: Zuviel Feinstaub und giftiges NO2 liegt in der Luft – Einrichtung einer Umweltzone unumgänglich
- 09.02.2012 - Innenministerium verspricht mehr Bürgerbeteiligung bei Großprojekten – aber nur scheinbar
- 18.01.2012 - Michael Spielmann folgt Rainer Baake als Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe





