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Überfischt, vermüllt, vergiftet ...

Deutschlands Meere brauchen Hilfe

Für den Schweinswal wird es immer enger. Der kleine Wal mit der stumpfen Schnauze leidet stark unter den Bedingungen in Nord- und vor allem Ostsee. Aber er ist nicht der einzige, dem die Eingriffe ins Ökosystem Meer schwer zu schaffen machen. 

Neben den gigantischen Abfallmengen leiden die deutschen Meere unter dem massiven Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden und anderen Giften, die in Landwirtschaft und Industrie eingesetzt werden und über die Flüsse in die Meere gelangen. 

Für Meeressäuger wie Schweinswal, Kegelrobbe und Co. besonders schlimm: Auch Maßnahmen zur Beschränkung der Fischerei fehlen, obwohl in Stellnetzen unzählige Tiere als Beifang verenden. Selbst in Schutzgebieten darf jeder Quadratmeter mit Schleppnetzen befischt werden. Neben der Fischerei finden auch Sand- und Kiesabbau, der Bau von Offshore-Windkraftanlagen und die Suche nach Öl- und Gasvorkommen in Schutzzonen statt.

DUH klagt an: Wir brauchen lebendige Meere!

Seit über 25 Jahren setzt sich die DUH für lebendige Meere ein. Sie fordert nachhaltige Fangmethoden, Unterwasser-Schallschutz und die Ausweisung echter Schutzgebiete. Doch leider findet Meeresschutz in Deutschland fast nur auf dem Papier statt: In den zehn Offshore-Schutzgebieten in Nord- und Ostsee sind auch acht Jahre nach ihrer Ausweisung keinerlei Schutzmaßnahmen in Kraft.

© sg2210/ Fotolia

Gemeinsam mit anderen Umweltverbänden klagte die DUH im Januar 2015 gegen die Bundesregierung. Bereits 2011 hatte ein regierungseigener Bericht den heimischen Meeren einen schlechten Gesundheitszustand attestiert. Die Umweltverbände legten daraufhin 2014 eine Schattenliste mit Maßnahmen für einen guten Zustand der Meere bis 2020 vor. Die Meere seien überfischt, vermüllt und vergiftet, daher besteht sofortiger Handlungsbedarf. Die Schattenliste der Umweltverbände steht zum Download bereit unter https://www.bund.net/themen/meere/meerespolitik/meeresstrategie/.

Schutz für Wal, Robbe und Co.

Einzelne Maßnahmen wären schnell und einfach umzusetzen. Insbesondere müssen nutzungsfreie Zonen in den Schutzgebieten realisiert werden, die bedrohten Arten als Refugien dienen. Die zuständigen Stellen tun sich jedoch nach wie vor schwer, verbindliche Regulierungen zu formulieren. Wird nicht bald etwas getan, steht nicht nur das Überleben der letzten Ostseeschweinswale auf dem Spiel.

Das gemeinsame Hintergrundpapier zum Meeresschutz finden Sie rechts. Schwerpunkte sind der Schutz von Meeressäugern und die politischen Prozesse im Rahmen des UN-Übereinkommens über die Biologische Vielfalt und der Europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie

Unterstützen Sie uns im Kampf für den Meeresschutz! Werden Sie Robben-Pate!

© Montage DUH (Ron Velner; Fotolia - antoine perroud, Rainer Fuhrmann)

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Ulrich Stöcker
Leiter Naturschutz
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