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5 Fragen an den Künstler

© Katrin Greiner Photography

Wie sind Sie zur Kunst gekommen?

Schon in meiner Kindheit beschäftigte ich mich mit Vorliebe mit dem Zeichnen und Malen, wurde aber, noch bevor ich eigene Berufsvorstellungen entwickeln konnte, von meinem Vater in eine Richtung nach dessen Vorstellungen gedrängt. Gegen meinen Willen musste ich seit meinem sechsten Lebensjahr "GO", ein asiatisches Brettspiel, erlernen. Im Zuge seines Ehrgeizes, aus mir einen professionellen Spieler zu machen, wurde ich mit neun Jahren aus dem familiären Umfeld herausgerissen, um in Tokyo im Hause eines "GO- Profis" zu leben und dort unterrichtet zu werden. Da es mir dort nicht erlaubt war, einer anderen Beschäftigung als dem "GO- Spiel" nachzugehen, zeichnete ich im Geheimen.

Mit fünfzehn Jahren entdeckte ich dann in einem Buchladen einen Gemäldeband von Monet, dessen Bilder mich so sehr beeindruckten und berührten, dass ich beschloss, der "GO- Karriere", die ohnehin mehr der Neigung meines Vaters entsprach, zu trotzen und Künstler zu werden. Es war wie eine neue Perspektive, die sich mir eröffnete und die Möglichkeit zur Selbstentfaltung versprach.

Ich kehrte in meinen Heimatort zurück, besuchte dort die Kunstklasse des Gymnasiums und erhielt in einer Privatschule, die ich mir mit Schülerjobs finanzierte, Mal- und Zeichenunterricht. Dann begann ich, in der freien Natur Landschaftsbilder nach dem Vorbild der Impressionisten zu malen.

Meine Heimat ist ein kleines Dorf und liegt in den Bergen, umgeben von schönen Naturlandschaften. Der erlebte, starke Kontrast zwischen der Großstadthektik Tokyos und der ländlichen Idylle meines Heimatdorfes, hat mich immer wieder zum Nachdenken über die Beziehungen zwischen Mensch und Natur gebracht, und ermöglichte mir, mein späteres künstlerisches Hauptthema zu formulieren.

Nachdem ich mir die grundlegenden Techniken der Malerei angeeignet hatte, entstand das Bedürfnis, mich individuell und frei auszudrücken. Ich hörte auf Landschaftsbilder zu malen und begann stattdessen, meine Phantasie zu visualisieren.
In Japan wird ein teilweise - wie ich empfand - noch sehr klassisches, ja konservatives Kunstverständnis vermittelt, das sich wenig mit meinem individuellen Gestaltungswillen oder meiner Suche nach einer eigenen künstlerischen Sprache vereinbaren ließ.

Aufgrund des starken Eindrucks bei der ersten Begegnung mit dem Französischen Impressionismus bin ich mit neunzehn Jahren, also gleich nach dem Abitur, nach Paris übergesiedelt. Dort war ich sehr bald enttäuscht von der französischen Gegenwartskunst, weshalb ich nur neun Monate später nach Berlin zog, dessen künstlerische Szene ich als interessanter empfand. In Berlin, wo ich auch meinen Lebensmittelpunkt gefunden habe, fing ich an, konsequent meinen eigenen Stil zu entwickeln, den inhaltlich vor allem der Enthusiasmus für den thematischen Schwerpunkt der Umweltproblematik ausmacht. Seitdem habe ich in meinen Bildern dieses Thema dargestellt.

Was bedeutet Kunst für Sie?

Kunst ist meine Methode, um meine Meinung, meine Gefühle und meine Gedanken auszudrücken. Damit kann ich mich selber am besten ausdrücken. Die Kunst hat in jeder Zeit eine wichtige Rolle bei der Formulierung von gesellschaftlich relevanten Fragen und Problematiken gespielt. Über die bloße Funktion als Spiegel der Gesellschaft hinausgehend muss sie deshalb auch immer wieder mahnen, bohren, aufrütteln und anstoßen. Es gehört zur Verantwortung des Künstlers der Gesellschaft gegenüber, auf Missstände hinzuweisen und sie aufzufordern, sich für die Beseitigung der Missstände einzusetzen.

Was inspiriert Sie?

Mich inspirieren viele Sachen, fast alles, was auf der Welt passiert, kann mich inspirieren. Für meine Malerei bekomme ich meistens Ideen und den Antrieb, wenn ich in den Medien etwas über Umweltprobleme oder Umweltzerstörungen erfahre.
Künstlerisch inspiriert mich am meisten Musik. Damit kann ich meine Gefühle beim Malen lenken. Aber alles, was ich im Alltag erlebe, beeinflusst meine Kunst.

Warum ist Ihnen das Thema Umweltschutz wichtig?

Alle Lebewesen der Welt können ohne die Natur gar nicht leben. Gleichzeitig sind sie Bestandteil der Natur. Die Menschen sind die einzigen Lebewesen, die bewusst die Natur zerstören können und ein Bewusstsein darüber haben, wie stark die Erde bedroht ist. Sie zerstören sich selbst. Daher ist nach meiner Meinung jeder verpflichtet, umweltbewusst zu sein und möglichst umweltfreundlich zu leben. Ich versuche so weit wie möglich, umweltfreundlich zu leben.

Was möchten Sie unseren Gästen mit auf den Weg geben?

Ich wünsche mir, dass die Besucherinnen und Besucher durch meine Werke etwas spüren und inspiriert werden. Mir wäre es eine große Freude, wenn meine Bilder für sie der Anlass sind, sich mit dem Thema der Umweltzerstörung und dem Umweltschutz zu beschäftigen und meine Kunst sie zu irgendeiner Bewegung bringen kann.

Kontakt

Copyright: Holzäpfel/DUH

Claudia Tauer
Sekretariat
Tel.: 030 2400867-641
E-Mail: Mail schreiben

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