Schüler-Camps an der Elbe

Natur aus zweiter Hand

Seit 16 Jahren veranstaltet die DUH im Rahmen des Projekts „Schulen für eine Lebendige Elbe“ Schüler-Camps in Sachsen. Diesmal ging es vom 9.-12. September ins Leipziger Neuseenland, südlich von Leipzig.

Rund um Leipzig wurde die Braunkohle bis zum Ende der 1980er Jahre in riesigen Mengen abgebaut, abtransportiert und verarbeitet. Insgesamt 20 Tagebaue, 27 Brikettfabriken und 8 Großkraftwerke gaben tausenden Menschen Arbeit und versorgten die ehemalige DDR mit Strom und Benzin. Nach der politischen Wende wurden viele Tagebaue und Kraftwerke stillgelegt oder erhielten neue Nutzungskonzepte, einige wurden mit moderner Technik ausgerüstet und decken damit noch heute den Energiebedarf Mitteldeutschlands aus fossilen Brennstoffen.

© Wittig / DUH

Die vernarbte Landschaft wächst allmählich zu

Ehemalige Mondlandschaften füllen sich heute mit Wasser oder werden sogar gezielt geflutet Der Störmthaler See ist so entstanden und heute Teil des Leipziger Neuseenlandes. An seinem Uferhang entfernten ein Teil der 63 Schülerinnen und Schüler des Elbe-Schüler-Camps in einem Weinberg eifrig Unterwuchs. Die schwimmende Vineta-Kirche in ihrem Rücken – ein Mahnmal für die Magdeborner Kirche, die dem Tagebau zum Opfer fiel. Auch eine Art, die Folgelandschaft zu nutzen. Der andere Teil fuhr mit einem ostalgischen Robur-Bus zum „Schmetterling“ am südlichen Ufer des Sees: 400 Quadratmeter Gehölze, Bodendecker, Stauden und Blumenzwiebeln in Form eines Schmetterlings sind es, die auch gepflegt werden wollten.

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Das Programm war wieder vielfältig. Während der Besichtigung des Braunkohlekraftwerks Lippendorf - eines der modernsten der Welt - lernten die Jugendlichen dessen Funktionsweise kennen und erfuhren, ob und welchen Beitrag Braunkohlekraftwerke im Energiemix und bei der Energiewende leisten. Sie wurden aber auch konfrontiert mit den Auswirkungen der Kohleverstromung für das Klima und für die Umwelt. Mit Unterstützung des Umweltmobils „Planaria“ der LANU wurde die chemische und biologische Gewässergüte des Störmthaler Sees erfasst, dazu ging es sogar per Schlauchboot auf den See hinaus. Auf einer Dorf-Rally durch Dreiskau-Muckern, wo die Gruppe untergebracht war, erkundeten die Jugendlichen Besonderheiten des Dorfes, bestimmten und fotografierten außergewöhnliche Pflanzen, reimten Gedichte und bestanden kleine „Mutproben“. Eine Fackelwanderung zum Abschluss rundete das Camp ab.

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Das Elbe-Schüler-Camp wird gefördert durch das Sächsische Staatministerium für Kultus.

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Kontakt

Copyright: Steffen Holzmann

Ines Wittig
Referentin Naturschutz
E-Mail: wittig@duh.de

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