Was können Verbraucher tun?

Methan im Einkaufskorb

Verbraucher haben durch ihr Konsumverhalten einen entscheidenden Einfluss auf die Emissionen der Landwirtschaft. Es ist demnach wichtig, nicht nur bei Mobilität oder beim Kauf von Elektrogeräten auf Nachhaltigkeit und Klimaschutz zu achten, sondern auch bei der Wahl und dem Umgang mit Lebensmitteln. 

Das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung gibt an, dass jeder von uns durch den privaten Lebensmittelverbrauch ebenso viele Treibhausgasemissionen verursacht wie durch die eigene Mobilität – nämlich jährlich rund 2,1 Tonnen klimarelevante Emissionen pro Person. Methan ist ein Teil dieser Klimaemissionen. Je höher unser Fleisch- und Milchproduktekonsum ist, desto höher die Methanemissionen, denn der überwiegende Teil des Methans wird in der Viehhaltung – und hier vor allem in der Rinderhaltung - freigesetzt.

Besonders problematisch bei den Methanemissionen ist zum einen deren besondere Klimawirkung. Die gleiche Menge Methan ist 28-mal schädlicher als CO2. Zum anderen macht der Gesetzgeber in Deutschland und Europa für die Lebensmittelproduzenten und Landwirte keine Vorgaben zur Methanreduktion. Es ist also wichtig, dass die Verbraucher selbst aktiv werden, um kurzfristig eine Methanreduktion zu erreichen.

Fleischkonsum – Klimatreiber Nummer 1

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, für eine gesunde Ernährung nicht mehr als 600g  Fleisch und Wurst pro Woche zu essen. Das entspricht einem Jahreskonsum pro Kopf von 31,2 kg. In der Realität lag der jährliche Fleischkonsum in Deutschland im Jahr 2015 pro Kopf bei rund 59kg (DGE). Um dem Konsumenten diese Menge zur Verfügung stellen zu können, lag 2015 der Fleischverbrauch bei fast 87kg Fleisch pro Kopf.

Lebensmittelverschwendung

Über 18 Millionen Tonnen Nahrungsmittel gehen in Deutschland auf dem Weg vom Feld auf den Teller verloren oder werden weggeworfen. Mehr als 50 Prozent davon wären noch genießbar oder zumindest teilweise verwertbar.
Allein durch die Verschwendung in privaten Haushalten werden in Deutschland jährlich 230‘000 Rinder in Form von Wurst- und Fleischprodukten verschwendet. Die bei der Produktion dieser Waren entstehenden Methanemissionen belaufen sich auf circa 109 Millionen Kilogramm Methan, das entspricht 8,5 Prozent der jährlichen Methan-Emissionen aus der Landwirtschaft.
Zusätzlich werden in Deutschland etwa 1,41 Millionen Tonnen Milcherzeugnisse pro Jahr verschwendet. Bei deren Produktion circa 32 Millionen kg Methan Emissionen anfallen, die 2,6 Prozent der jährlichen landwirtschaftlichen Methanemissionen in Deutschland ausmachen.

Hinter diesen Zahlen verbergen sich einfache Möglichkeiten für jeden von uns, das eigene Konsumverhalten anzupassen und damit Methanemissionen zu reduzieren.

Methan mindern – aber wie?

Das größte Potential bei der Reduktion von Methanemissionen liegt in der Rinderhaltung und im dazugehörenden Wirtschaftsdüngermanagement.

Die wichtigsten und sehr kurzfristig umsetzbaren Maßnahmen sind ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung. Die Wertschätzung von tierischen Lebensmitteln und ein entsprechend angepasster reduzierter Konsum sollten der Maßstab sein. Zusätzlich zum Beitrag zum Klimaschutz tut man sich selbst einen Gefallen, denn ein reduzierter Fleischkonsum entspricht einer gesunden Ernährung.

Im Rahmen des Projekts werden daher unter anderem Maßnahmen diskutiert, die eine positive Auswirkung auf den Fleischkonsum und damit eine Reduktion der Methanemissionen zur Folge haben. Dazu sammeln wir best practice Beispiele und freuen uns über Ihren Input.

Methan im Einkaufskorb, bedeutet Verantwortung für den Verbraucher. Sie haben einen Weg gefunden, Ihren „Methanfußabdruck“ zu reduzieren? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

Kontakt

Copyright: Holzäpfel/DUH

Annette Stolle
Stellvertretende Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
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Jens Hürdler
Projektmanager Verkehr und Luftreinhaltung
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