Was kann die Landwirtschaft tun?

Klimaschützer Landwirt

Die Landwirtschaft arbeitet direkt mit und in der Natur. Sie hat damit einen unmittelbaren Einfluss auf die Umwelt, ist aber auch unmittelbar von den Folgen des Klimawandels betroffen. Es liegt demnach im eigenen Interesse der Branche, den Ausstoß an Klimagasen zu begrenzen.

Die deutsche Landwirtschaft emittierte 2015 1.291 Kilotonnen Methan, was rund 57 Prozent der gesamten Emissionen Deutschlands ausmacht. Der überwiegende Teil des Methans wird in der Viehhaltung freigesetzt.

Trotz der Bedeutung des Klimawandels und der Notwendigkeit, den Ausstoß von Klimagasen schnell zu begrenzen, stagnieren die Methanemissionen in der deutschen Landwirtschaft seit 2005 auf gleichbleibend hohem Niveau mit einem leicht ansteigenden Trend. Gleichzeitig sind zahlreiche, zum Teil sehr kosteneffiziente Methanminderungsmaßnahmen in der Fachwelt bekannt. Diese sind relativ schnell umsetzbar und würden zu einem Absinken der Emissionen führen. Ein wichtiges Hemmnis besteht in der mangelnden Information der Landwirte über die Wirkung von Methan und die negativen Auswirkungen auf Mensch und Klima. Ein Austausch auch über Minderungsmaßnahmen, Best Practice Beispiele, notwendige Investitionen, Einnahmen und Fördermöglichkeiten führt zu einer besseren Informationslage. Damit kann sich die Umsetzung von Maßnahmen erhöhen. 

Methan mindern – aber wie?

Das größte Potenzial bei der Reduktion von Methanemissionen liegt in der Rinderhaltung und im dazugehörigen Wirtschaftsdüngermanagement.

Hierzu zählt als eine der wichtigsten Maßnahmen die Erhöhung des Anteils an Gülle und Mist in Biogasanlagen:

Ein klimaeffizienter Betrieb von bestehenden Biogasanlagen ist durch mehr Einsatz von Wirtschaftsdünger (Gülle und Mist) zu erreichen, weil hierdurch die Freisetzung von Methanemissionen verhindert wird. Kommen mehr Reststoffe in die Anlagen, kann dies zudem zu einer Reduktion der einjährigen Anbaubiomasse und damit zu einer Minderung der Treibhausgas-Emissionen aus der Landwirtschaft führen.

Um dies zu erreichen ist es notwendig, bestehende Vorgaben, Gesetze und Förderungen dahingehend zu optimieren, dass Anlagen, unabhängig von ihrer Größe, in einem dafür passenden landwirtschaftlichen Kreislauf gefördert werden. Das bedeutet, dass in den Regionen sowohl ausreichend Mist und Gülle aus nahegelegener Viehhaltung vorhanden sind als auch ausreichende Fläche für die Ausbringung der Gärreste gegeben ist.

Zudem muss das Beratungsangebot zu den positiven Klimaeffekten durch Biogasanlagen auf Güllebasis in Zusammenarbeit mit den Genehmigungs- und Überwachungsbehörden für die Landwirte verbessert werden. Ziel ist es dabei, bestehende Biogasanlagen so umzubauen, dass sie von der Hauptnutzung einjähriger Anbaubiomasse wie Mais oder Getreide hin zur Verwendung von mehr Wirtschaftsdünger optimiert werden.

Vor diesem Hintergrund sind die wichtigsten konkreten Maßnahmen, um mithilfe von Biogasanlagen die Methanemissionen aus der Landwirtschaft zu reduzieren, folgende:

  • Die technische Optimierung der Biogasanlage.
  • Die Erhöhung des Anteils an Wirtschaftsdünger am Substrateinsatz in Bestandsanlagen.
  • Der Neubau von landwirtschaftlichen Biogasanlagen nur bei vorwiegender Verwendung von Wirtschaftsdünger als Substrat.
  • Das Anstreben einer deutlichen Reduzierung des Substratanteils aus dem Ackerbau (Mais etc.) für den Gesamtbestand an Biogasanlagen
  • Ein verbessertes Wirtschaftsdüngermanagement.


Welches Minderungspotential hierbei genau besteht und durch welche Maßnahmen es konkret gehoben werden kann, finden Sie im Hintergrundpapier "Methanminderung durch Biogasanalgen" im rechten Downloadbereich dieser Seite. Das Papier steht ihnen kostenlos zur Verfügung.

Weitere wichtige Maßnahmen sind die Begrenzung der Bestände, eine artgerechte Haltung mit Weidewirtschaft, strenge Emissionsvorgaben für die industrielle Stallhaltung (inkl. technischer und organisatorischer Vorgaben) und eine Veränderung bei der Fütterung von Rindern.

>Klimaschützer Landwirt< Das sind Sie? Sie warten nicht auf strengere Gesetze und andere Vorgaben aus Berlin und Brüssel, sondern sind bereits aktiv? Dann teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns!

Kontakt

Copyright: Holzäpfel/DUH

Annette Stolle
Stellvertretende Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
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Jens Hürdler
Projektmanager Verkehr und Luftreinhaltung
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