Dienstwagen-Besteuerung

Dienstwagensteuerreform

Die derzeitige steuerliche Regelung der betrieblichen und privaten Nutzung von Dienstwagen ist weder ökologisch sinnvoll noch sozial gerecht: Übermotorisierte Fahrzeuge mit hohem Spritverbrauch werden erheblich stärker subventioniert als sparsame Autos. Angesichts des hohen Anteils der Dienst- und Firmenwagen am deutschen Automarkt ist eine Reform dringend notwendig: Von den 3,21 Mio. Neuzulassungen im Jahre 2015 entfielen 65,8 Prozent auf gewerbliche Halter. Allein durch die private Nutzung von Dienstwagen entgehen dem Staat nach Schätzungen des Umweltbundesamtes jährlich mehr als drei Milliarden Euro. Weil Dienstwagen oft nach nur einem bis wenigen Jahren als Gebrauchtfahrzeuge in den Markt kommen, bestimmen sie den Trend, hin zur Nutzung übermotorisierter Fahrzeuge.

Gegenwärtige Besteuerung setzt falsche Anreize

Unternehmen können derzeit unabhängig von Verbrauch und Klimagasemissionen sowohl Anschaffungs- als auch Betriebskosten in unbeschränkter Höhe steuerlich absetzen. Darf der Dienstwagen zudem privat genutzt werden, muss der Arbeitnehmer monatlich im Rahmen der Einkommensteuer lediglich 1 % des Listenpreises als geldwerten Vorteil versteuern­. Das hat Folgen: Vor allem in der Ober- und Luxusklasse entfallen überdurchschnittlich viele Neuzulassungen auf gewerbliche Halter – Fahrzeuge mit Rekordwerten bei Motorstärke und Spritverbrauch. Stellt der Arbeitgeber außerdem Kraftstoff kostenfrei zur Verfügung, besteht der Anreiz, häufiger mit dem Dienstwagen zu fahren als dies mit dem Privat-Pkw der Fall wäre.

Ökologisch sinnvollere Regelungen in anderen EU-Staaten

Deutschland ist einer der wenigen EU-Staaten, dessen Dienstwagenbesteuerung keine ökologische Komponente vorsieht. Im Gegensatz zu anderen Ländern werden Anschaffungskosten in unbeschränkter Höhe und ohne Prüfung der Notwendigkeit subventioniert. Unsere europäischen Nachbarn machen es besser: Frankreich, Belgien oder Großbritannien koppeln die Dienstwagenbesteuerung seit Jahren an den CO2-Ausstoß – mit beachtlichem Erfolg bei der Verringerung der klimaschädlichen Flottenemissionen.

Unsere Forderungen

Die DUH fordert, die Dienstwagenbesteuerung insgesamt nach ökologischen Gesichtspunkten zu reformieren: Es müssen Anreize geschaffen werden, die die Automobilindustrie veranlassen, in allen für Dienstwagen relevanten Fahrzeugklassen emissionsarme Pkw anzubieten:

Die steuerliche Abzugsfähigkeit der Anschaffungskosten muss an den CO2-Ausstoß gekoppelt werden. Fahrzeuge mit hohen Klimagasemissionen sollten nach Ansicht der DUH grundsätzlich als "Liebhaberei" bewertet werden und weder in der Anschaffung noch im Unterhalt steuerlich abzugsfähig sein.

Die Absetzbarkeit der Betriebskosten muss auf einen Pauschalbetrag begrenzt werden. Darüber hinaus bedarf es einer Reform des geldwerten Vorteils für die Privatnutzung des Fahrzeuges – dieser sollte sich ebenfalls an den CO2-Emissionen orientieren.

Kontakt

Copyright: DUH / Heidi Scherm

Dorothee Saar
Leiterin Verkehr und Luftreinhaltung
E-Mail: Mail schreiben

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