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Pressemitteilung

Lebendige Flüsse: Ehrung für herausragende Projekte im Gewässerschutz

Berlin/Gorleben, Donnerstag, 31.08.2006

Deutsche Umwelthilfe (DUH) ehrt Umweltamt in Sachsen-Anhalt für vorbildliche Maßnahme zur Verbesserung des Gewässerzustandes

Die Brietzer Tonteiche nach der erfolgreichen Renaturierung

Die Deutsche Umwelthilfe verleiht heute das Prädikat „Gewässerschutzprojekt des Monats“ an das Umweltamt im Altmarkkreis Salzwedel für die Renaturierung der Brietzer Tonteiche. Die Urkunde wurde durch den Leiter Naturschutz der Deutschen Umwelthilfe e.V., Dr. Frank Neuschulz, dem Leiter des Umweltamtes im Altmarkkreis Salzwedel, Herrn Herbert Halbe, überreicht.

Unweit der „Baumkuchen-Stadt“ Salzwedel in Sachsen-Anhalt ist vor wenigen Jahren ein Kleinod in Sachen Natur entstanden. Das Umweltamt des Altkreises Salzwedel erwarb 84 Hektar eines ehemaligen Tonabbaugeländes und leitete eine umfassende Renaturierung des Geländes ein. Ehemals steile Ufer wurden abgeflacht, neue Flachgewässer entstanden und Hecken und Gehölze verbinden seitdem die Teichlandschaft mit den großen Niederungswäldern im Stadtforst Salzwedel.

Der Erfolg stellte sich rasch ein: Heute brüten Rothalstaucher, Drossel- und Schilfrohrsänger, Bekassine und Rohrweihe. Moor- und Laubfrösche laichen, Fledermäuse wie der Große Abendsegler nutzen die Brietzer Teiche als Jagdgebiet.

Die Finanzierung der Arbeiten erfolgte überwiegend aus Ausgleichsmitteln für Eingriffe in die Natur. Mehr als 400.000 Euro konnten bisher für die Flächensicherung, die Planung und die Erdarbeiten eingesetzt werden. Dank des besonders großen Engagements des Umweltamtes gelang es, die Brietzer Tonteiche mit dem Umland zu einem Gesamtkonzept für den Schutz der Natur zu verknüpfen. Hierdurch erhöht sich die Attraktivität des Gebietes für viele, heute anderswo seltene Tier- und Pflanzenarten beträchtlich. Bis zum Herbst dieses Jahres sollen nun auch Vorhaben zur Besucherlenkung und Gästeinformation abgeschlossen werden.  

Tonabbaustellen gelten aus naturschutzfachlicher Sicht als Wunden in der Landschaft. Nach deren Stilllegung werden diese Gebiete rasch wieder von Tier- und Pflanzenarten besiedelt. Vorraussetzung ist jedoch, dass diese Sekundärbiotope naturnah umgestaltet werden. Hierfür bietet sich der Einsatz von Finanzmitteln an, die als Ausgleich für Eingriffe in Natur und Landschaft zur Verfügung stehen. Die neu geschaffenen Flachgewässer, Tiefwasserzonen sowie die angrenzenden Ufergehölze und Feuchtwiesen können sich dann rasch zu „Paradiesen aus zweiter Hand“ entwickeln. 

Die Auszeichnung „Gewässerschutzprojekt des Monats“ wird von der Deutschen Umwelthilfe im Rahmen ihres Projektes „Lebendige Flüsse“ an Projekte verliehen, die Modellcharakter besitzen und auf andere Regionen übertragbar sind. Maßnahmen zur Erreichung der Ziele der EU-Wasserrahmenrichtlinie (EU-WRRL) sind besonders auszeichnungswürdig.

Das Projekt „Lebendige Flüsse“ wird von der Deutschen Umwelthilfe seit 1995 durchgeführt und hat zum Ziel, Flüsse und Bäche wieder zu Lebensadern der Landschaft zu machen. Wirtschaftspartner hierbei sind die Unternehmen Kyocera Mita und das Modehaus C&A. Unter der Überschrift „Netzwerk Lebendige Flüsse“ fördert das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit den bundesweiten Austausch von Experten im Fließgewässerschutz.


Für Rückfragen:

Dr. Frank Neuschulz
Leiter Naturschutz der Deutschen Umwelthilfe e.V.
Tel.: 0160 8950556, Fax.: 05882 220, E-Mail: neuschulz@duh.de

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