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Pressemitteilung

Erfolg für den Klima- und Verbraucherschutz: Deutsche Umwelthilfe setzt korrekte Effizienzkennzeichnung bei PC-Monitoren durch

Berlin, Mittwoch, 03.12.2014

Marktüberwachungsbehörden der Bundesländer boykottieren EU-Klimaschutzvorschrift durch Nichtkontrollen – DUH kündigt rechtliche Schritte gegen Media Markt und Saturn an, sollten diese bis Mitte Dezember weiterhin eine korrekte Kennzeichnung verweigern

Ein Marktcheck der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) kam im Oktober 2014 zu dem Ergebnis, dass sich die Anbieter von PC-Monitoren mehrheitlich nicht an die gesetzlich vorgeschriebene Pflicht zur Kennzeichnung ihrer Produkte mit Effizienz- und Energieverbrauchsangaben hielten. 52 Prozent der überprüften Hersteller und 71 Prozent der überprüften Onlineshops verstießen gegen diese dem Klima- wie Verbraucherschutz dienende Vorschrift der EU. Die DUH forderte von den Anbietern der PC-Monitore umgehend die Kennzeichnung der Geräte mit den entsprechenden Angaben. Inzwischen haben sich neun von elf Herstellern gegenüber der DUH rechtlich bindend verpflichtet, die Kennzeichnungsvorgabe zukünftig einzuhalten.

Die Pflicht zur Energieverbrauchskennzeichnung soll nicht nur den Verbraucher über die Effizienz eines Produktes informieren, sondern es auch Herstellern hocheffizienter Produkte ermöglichen, sich über das Energieeffizienzlabel von Herstellern ineffizienter Produkte abzugrenzen und dadurch einen Marktvorteil zu erlangen. Dies soll den technologischen Fortschritt dieser Produkte befördern. Die nach Auffassung der DUH ärgerliche aber in Deutschland gängige Praxis der für die Marktüberwachung zuständigen Landesbehörden, derartige Klimaschutzvorschriften der EU weder zu kontrollieren noch Verstöße zu ahnden, belohnt somit Hersteller ineffizienter Monitore.

„Einmal mehr zeigt sich, wie halbherzig die deutsche Klimaschutzpolitik ist. Während wir erstmals wieder ansteigende CO2-Emissionen feststellen, haben die Marktüberwachungsbehörden aller Länder und Parteien ein 'großes Herz für Klimasünder' und kümmern sich nicht darum, diese Rechtsvorschrift gegenüber Industrie und Handel auch durchzusetzen“, so Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH.

Seit 2012 müssen bei der Bewerbung HDMI-fähiger PC-Monitore Angaben zur Energieeffizienzklasse und zum Energieverbrauch des Geräts gemacht werden. Die Effizienzskala bei Videomonitoren reicht von A++ (beste Klasse) bis G (schlechteste Klasse). Die Marktanalyse der DUH ergab außerdem, dass rund 58 Prozent der am Markt gelisteten, gekennzeichneten PC-Monitore in den Energieeffizienzklassen B bis G eingestuft waren. Die DUH überprüfte dabei die gängigsten Größen 22, 24 und 27 Zoll. Lediglich rund sechs Prozent der gesichteten Geräte wiesen die Energieeffizienzklassen A+ und A++ auf. Bei den 22-Zoll-Monitoren fand sich gar kein Gerät in der Energieeffizienzklasse A+ und A++.

Die von der DUH bundesweit angesprochenen Elektrofachmärkte und Fachmarktketten, darunter mehrere Media Märkte und Saturn-Unternehmen, verweigern die korrekte Kennzeichnung. In diesen Fällen droht die DUH mit rechtlichen Schritten und Eintrag der betreffenden Unternehmen auf der im Internet veröffentlichten 'DUH-Schmuddelliste'.

„Der Verbraucher soll mittels der Kennzeichnung von Produkten mit Energieverbrauchs- und Effizienzangaben in die Lage versetzt werden, diese hinsichtlich der Folgekosten und den Kosten im laufenden Betrieb besser bewerten zu können. Die DUH wird gegenüber den ‚Verweigerern‘ das Informationsrecht des Verbrauchers gerichtlich durchsetzen“, erklärte Agnes Sauter, Leiterin Verbraucherschutz bei der DUH.

Hintergrund:

Die Kennzeichnungspflicht ergibt sich aus einer europaweit geltenden Verordnung (Nr. 1062/2010), wonach PC-Monitore, die zur Anzeige von Videosignalen konzipiert sind (d.h. unter anderem über einen SCART- oder HDMI-Anschluss verfügen oder einen TV-Tuner integriert haben), dem Verbraucher die Energieinformationen bereitstellen müssen. Dies hat das Oberlandesgericht Köln im Februar 2014 (AZ: 6 U 189/13) bestätigt. Heute besitzt die Mehrheit aller neu auf den Markt gebrachten PC-Monitore für den Heimgebrauch einen dieser Anschlüsse, insbesondere eine HDMI-Schnittstelle, über die z. B. DVD-Player oder Spielekonsolen am Monitor betrieben werden können. Werden Videomonitore über Online-Shops und andere Arten des Fernabsatzes angeboten, müssen neben der Energieeffizienzklasse auch die Leistungsaufnahme im Ein-Zustand in Watt sowie der jährliche Energieverbrauch im Ein-Zustand in KWh angegeben werden.

Kontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Agnes Sauter, Leiterin Verbraucherschutz
Tel.: 07732 9995 0, E-Mail: sauter@duh.de

Daniel Hufeisen, Pressesprecher
Tel.: 030 2400867-22, Mobil: 0151 55017009, E-Mail: hufeisen@duh.de

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