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Pressemitteilung

DUH enthüllt Strategiepapier: Coca-Cola bekämpft Mehrweg

Berlin, Donnerstag, 01.12.2016

Ein geleaktes Strategiepapier von Coca-Cola belegt: Der amerikanische Getränkehersteller bekämpft Mehrwegsysteme und höhere Umweltstandards.

© Fischer - DUH


Der amerikanische Getränkekonzern Coca-Cola versucht gezielt europaweit Mehrwegsysteme zu bekämpfen. Besonders betroffen ist Deutschland mit dem weltweit größten Mehrweg-Getränkesystem. Ein durch die Organisation DCLeaks ans Tageslicht gekommenes, internes Strategiepapier von Coca-Cola zeigt: Neben Mehrwegsystemen sollen auch bessere Umweltstandards, die Erhöhung der Sammelmengen von Einweg-Plastikflaschen und Getränkedosen sowie die Anhebung von Recyclingquoten verhindert werden. Der amerikanische Getränkegigant möchte bestehende Umweltstandards absenken, anstatt sie weiterzuentwickeln (Hier geht es zur Pressemittteilung vom 30.11.2016).

Coca Colas Mehrwegausstieg hat Geschichte

Bereits in der Vergangenheit machte Coca Cola mit unökologischen Entscheidungen Schlagzeilen. So beschloss der Brausekonzern 2015 sowohl die 0,5 Liter Mehrwegflasche wie auch die 1,5 Liter Mehrwegflasche abzuschaffen und zukünftig nur noch als Einwegvarianten anzubieten. Coca-Colas Mehrwegausstieg in Deutschland vernichtete allein in den letzten 19 Monaten 857 grüne Jobs an 16 Standorten (Sie finden weitere Informationen dazu im Download-Bereich am Ende dieser Seite). Weitere Schließungen werden nach unseren vorliegenden Informationen aus der Belegschaft folgen.

„Weltweit zählt Coca-Cola zu den am rücksichtslosesten gegen den Umweltschutz agierenden Unternehmen. Der Profitmaximierung ordnet der Konzern alles unter. Mit dem unfreiwilligen Bekanntwerden seiner wirklichen Europastrategie zeigt der amerikanische Brausekonzern der ganzen Welt sein wahres Gesicht“, sagt DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Umweltministerin Hendricks lässt Mehrweg fallen


Seit 1991 bis heute existiert in der Verpackungsverordnung eine Mehrwegzielquote. Praktisch in jeder Legislaturperiode griff Coca-Cola das Mehrwegsystem an – bisher ohne Erfolg: Alle Bundesumweltminister standen seit 1991 klar zum Mehrwegschutz. Bis jetzt.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks ist die erste bundesdeutsche Umweltpolitikerin, die den Mehrwegschutz beenden möchte. Seit Beginn ihrer Amtszeit hat sie die Interessen großer Industrie- und Handelskonzerne höher und die umweltfreundlicher Mittelständler niedriger bewertet als alle ihre Vorgänger. Konsequenterweise hat sie sämtliche Gesprächswünsche zum Mehrwegschutz der mittelständischen Getränkeabfüller, des Getränkefachhandels und der DUH abgelehnt. Selbst ihr für Kreislaufwirtschaft zuständiger Staatssekretär Adler verweigert seit zwei Jahren jeglichen Dialog.

Während frühere Umweltpolitiker über klare Regelungen in Gesetzen und Verordnungen regierten, setzt Barbara Hendricks auf „freiwillige Absichtserklärungen“ und Absenkungen von Standards. Es ist eine Bankrotterklärung, wenn sie nun die Mehrwegquote abschaffen will. Coca Cola ist dies ausgerechnet zu deren 25-jährigen Jubiläum gelungen.

Nach Auffassung der DUH muss die Bundesregierung dem Angriff von Coca-Cola auf das Mehrwegsystem entschieden entgegensteuern. Hierfür ist zusätzlich zu einer verbindlichen Mehrwegquote im Verpackungsgesetz, eine verpflichtende Kennzeichnung von Einweg und Mehrweg auf dem Produkt sowie eine Abgabe auf unökologische Einweggetränkeverpackungen in Höhe von 20 Cent zusätzlich zum Pfand notwendig.

Doch nicht nur in Deutschland, sondern auch auf europäischer Ebene betreibt Coca-Cola Lobbyarbeit gegen die Umwelt. So steht die Ellen MacArthur Foundation, deren Mitglied Coca-Cola ist, in engem Austausch mit der EU-Kommission zur Überarbeitung der europäischen Abfallpolitik. Die DUH warnt davor, dass das Unternehmen die Nähe zur EU-Kommission missbrauchen könnte. Deshalb fordert die DUH von der EU-Kommission, Umwelt- und Verbraucherschutzverbände deutlich stärker als bisher in die Erstellung des Circular Economy Package einzubinden und sich nicht von den Studien externer Berater abhängig zu machen.

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