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Pressemitteilung

Deutsche Umwelthilfe fordert Ende des Entsorgungsnotstandes bei Kühlgeräten

Berlin, Montag, 23.11.2015 Dateien: 1

Unsachgemäßes Kühlgeräterecycling in Deutschland belastet das Klima – Deutsche Umwelthilfe fordert von Umweltministerin Hendricks bei der Novellierung des deutschen Regelwerks zur Kühlgerätebehandlung (TA Luft) die Übernahme vorbildlicher europäischer Entsorgungsstandards

© Sommer / DUH
© Sommer / DUH

Deutschland hat ein Problem beim Recycling ausgedienter Kühlgeräte. Durch die unsachgemäße Entsorgung FCKW-haltiger Kühlschränke entweichen jährlich Klimagase, die die Atmosphäre so stark belasten wie bis zu eine Million Tonnen Kohlendioxid. Als Folge wird der Klimawandel angeheizt und die Ozonschicht zerstört. Grund für das Entweichen großer Mengen FCKW aus alten Kühlgeräten sind mangelhafte Entsorgungspraktiken der Recycler, die erst durch ein veraltetes und unzureichendes Regelwerk – der sogenannten TA Luft – ermöglicht werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert die TA Luft komplett zu ändern und die Regeln vorbildlicher europäischer Entsorgungsstandards zu übernehmen, wie z.B. der Norm EN 50574.

Aktuell wird die TA Luft vom Bundesumweltministerium novelliert. Doch schon vor der Veröffentlichung des Arbeitsentwurfes ist klar, dass kleinere Korrekturen an der Norm nicht ausreichen werden, um das Problem des mangelhaften Kühlgeräterecyclings zu beenden. „Die deutschen Regeln zum Kühlgeräterecycling gehören zu den schlechtesten in ganz Europa. Sie schreiben lediglich vor, einmal im Jahr zu prüfen, ob eine Recyclinganlage funktionstüchtig ist. Ob die Anlage zwischen den jährlichen Tests ordnungsgemäß betrieben wird, kann dadurch nicht sichergestellt werden. Das öffnet betrügerischen Entsorgungspraktiken seit Jahren Tür und Tor, zu Lasten der Umwelt und Gesellschaft“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

Nach dem Stand der Technik müssten aus alten Kühlgeräten 90 Prozent der enthaltenen Klimagase entnommen werden. Tatsächlich sind es in deutschen Recyclinganlagen aber nur 63 Prozent. „Der bisherige Verzicht auf Mengenstromnachweise – also was geht rein und raus – führt absurderweise dazu, dass Recyclingunternehmen umso mehr verdienen, je geringer die Entnahmequote an FCKW ist. Die bisherigen deutschen Entsorgungsregeln von Kühlgeräten sind ein Kotau vor den Geräteherstellern und der Recyclingindustrie, die scheinbar kein Interesse an einer ordnungsgemäßen Kühlgeräteverwertung haben“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Um zu verstehen wie in Deutschland eine wirklich gute Kühlgeräteentsorgung erreicht werden kann, hilft ein Blick in europäische Nachbarstaaten, wie zum Beispiel Frankreich, Österreich, die Schweiz oder die Niederlande. Dort wird die beispielgebende europäische Entsorgungsnorm EN 50574 umgesetzt. Die Norm schreibt verpflichtend eine Stoffstrombilanz vor und ermöglicht durch die Vorgabe konkreter FCKW-Entnahmewerte eine einfache Überprüfung der Anlagenleistung. Damit wird klar, welche Menge an Kühlgeräten mit wie viel umweltschädlichen FCKW in eine Anlage gelangt und welche Menge FCKW tatsächlich entnommen und fachgerecht zerstört wird.

„Bei der aktuellen Novellierung der TA Luft ist es notwendig, die im europäischen Entsorgungsstandard EN 50574 enthaltenen Vorgaben zu übernehmen. Ohne die Vorgabe von Entnahmewerten für in Kühlgeräten enthaltene FCKW, einer genauen Dokumentation der Materialströme und einer Überwachung des täglichen Anlagenbetriebs, wird auch eine überabeitete TA Luft wirkungslos sein“, warnt Resch.

Die Stellungnahme der DUH zur Überarbeitung der TA Luft finden Sie am Ende dieser Seite. Sie zeigt eine Übersicht der wesentlichen Kriterien für eine umweltgerechte Kühlgerätebehandlung. Weitere Informationen zur Entsorgung von Kühlgeräten finden Sie auf der DUH-Homepage unter http://www.duh.de/kuehlgeraete.html.

Kontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de

Thomas Fischer, Leiter Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer@duh.de

Ann-Kathrin Marggraf, Pressereferentin
Tel.: 030 2400867-21, Mobil: 0151 26749133, E-Mail: marggraf@duh.de

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