Pressemitteilung

25.01.2016, 12:07 Uhr

Deutsche Umwelthilfe wirft Lidl Verbrauchertäuschung bei seiner Werbung für angeblich umweltfreundliche Plastikflaschen vor

Lidl wirbt in einer aktuellen Werbekampagne für den Kauf von Getränken in selbst hergestellten Einweg-Plastikflaschen und stellt diese zu Unrecht als Beitrag für den Umweltschutz dar – In Wirklichkeit belasten auch die Einwegflaschen von Lidl das Klima und vergeuden Ressourcen – Umwelthilfe fordert Verbraucher auf, sich nicht von Lidl täuschen zu lassen und Getränke von überwiegend regionalen Abfüllern in Mehrwegflaschen zu kaufen

Berlin, 25.01.2016

© Marggraf/DUH

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert den Discounter Lidl zum sofortigen Stopp ihres Greenwashings umweltbelastender Einweg-Plastikflaschen auf. Durch die Kampagne „Jede Flasche zählt“ versucht die zweitgrößte deutsche Supermarktkette den millionenfachen Verkauf von unökologischen Plastikflaschen als umweltfreundlich darzustellen.
Einwegflaschen aus Plastik sind wiederbefüllbaren Mehrwegflaschen ökologisch deutlich unterlegen, weil sie ressourcenintensiver in der Herstellung sind, das Klima besonders stark belasten und unnötige Abfälle produzieren.
Durch die bis zu fünfzigmalige Wiederbefüllung von Mehrwegflaschen müssen Verpackungen nicht millionenfach neu hergestellt werden.

„Lidl täuscht seine Kunden mit der Behauptung, durch den Kauf von Einweg-Plastikflaschen die Umwelt zu entlasten. Dabei ist Lidl mit seiner Weigerung, Getränke in umweltfreundlichen Mehrwegflaschen zu verkaufen, einer der Hauptverursacher für die klima- und umweltschädliche Plastikflaschen-Flut in Deutschland. Pro Jahr werden in Deutschland mehr als 17 Milliarden Einweg-Plastikflaschen verkauft. Nach wenigen Minuten Gebrauch werden Plastikflaschen zu Müll und können in Flüssen, Seen und Meeren Jahrhunderte überdauern und diese Ökosysteme schädigen“, kritisiert der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

„Lidl kommuniziert, dass ihre Einwegflaschen mit Recyclingmaterial im Vergleich zu anderen Einweg-Plastikflaschen CO2 in Höhe von 50.000 Tonnen pro Jahr einsparen. Dabei hätte Lidl darstellen müssen, wie hoch die CO2-Mehrbelastung ihrer Einweg-Recyclingflaschen gegenüber Getränken in Mehrwegflaschen ist. Unberücksichtigt bleiben bei den Lidl-Flaschen zudem die Umweltauswirkungen durch den Einsatz von 45 Prozent Neumaterial, die ständige Neuflaschenproduktion und deren Transport. Von einem autarken und geschlossenen Gesamtkreislauf kann zudem nicht die Rede sein, wenn für die Flaschenproduktion fast zur Hälfte Neumaterial eingesetzt wird“, sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

„Das Recycling von Plastikflaschen wird vom Discounter Lidl in aufwendigen Werbefilmen als Öko-Innovation dargestellt und gefeiert. Dabei ist dies ein alter Hut, denn Mehrwegflaschen werden nach ihrem langen Produktleben bereits seit mehr als vierzig Jahren recycelt“, erklärt der ehemalige Staatssekretär und Geschäftsführer der Stiftung Initiative Mehrweg Clemens Stroetmann. Der Einsatz von Altglasscherben zur Herstellung neuer Mehrwegflaschen beträgt bis zu 90 Prozent und liegt damit deutlich über dem Recyclinganteil von nur 55 Prozent in Lidl-Plastikflaschen.

Die Herstellung der Lidl-Einwegflaschen verschlingt trotz des Recyclinganteils von 55 Prozent nach wie vor erhebliche Mengen Rohöl, weshalb sie weiterhin Ressourcen- und Energiefresser sind. Für die Herstellung der jährlich in Deutschland verbrauchten Einweg-Plastikflaschen werden 660.000 Tonnen Rohöl verbraucht.

Weitere Informationen, wie umweltschädlich Einweg-Plastikflaschen sind können Sie hier nachlesen.

Kontakt:

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer
Mobil: 0171 3649170, E-Mail: resch@duh.de
 
Clemens Stroetmann
, Staatssekretär a.D., Geschäftsführer Stiftung Initiative Mehrweg
Tel.: 030 330083850, E-Mail: info@stiftung-mehrweg.de

Thomas Fischer
, Leiter Kreislaufwirtschaft
Tel.: 030 2400867-43, Mobil: Mobil: 0151 18256692, E-Mail: fischer@duh.de

Ann-Kathrin Marggraf
, Pressereferentin
Tel.: 030 2400867-21, E-Mail: marggraf@duh.de