Endliche Ressourcen schonen

Holz, Hanf & Stroh: Natürliche Dämmstoffe als Beitrag für den Klimaschutz

Beim Bauen und Sanieren sind viele Aspekte der Nachhaltigkeit noch nicht geklärt. Die DUH beschäftigt daher die Frage, welchen Beitrag Dämmen mit Naturprodukten in dieser Debatte leisten kann und wie damit die Klimaschutzwirkung unserer Gebäude verbessert werden kann.

Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die Potenziale für den Klimaschutz im Gebäudesektor zu steigern. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden. Nachhaltigkeitsaspekte unserer eigenen Bau- und Sanierungspraxis spielen dabei eine entscheidende Rolle. Nur wenn auch die eingesetzten Bauprodukte klimaschonend und umweltverträglich sind, können wir unsere gemeinsamen Klimaziele erreichen.

Dämmstoffen aus natürlichen Materialien fehlt es an Bekanntheit

Am häufigsten wird heute mit Polystyrol oder Mineralwolle gedämmt. Naturdämmstoffe sind im Markt nur mit einem geringen Marktanteil vertreten.

Bislang ist das Wissen um die einzelnen Naturdämmstoffe eher dünn. Wichtige bautechnische und bauphysikalische Eigenschaften, wie Wärmespeicherkapazität, die feuchtigkeitsregulierende Wirkung, oder Schallschutz werden bei der Entscheidung für ein bestimmtes Material zu wenig berücksichtigt. Auch Kriterien der Nachhaltigkeit und der Klimabilanz spielen bisher kaum eine Rolle. Die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Dämmmaterialien könnte dafür eine wichtige Grundlage darstellen: Wie umweltbelastend ist die Produktion? Werden dabei etwa giftige Chemikalien eingesetzt? Wie langlebig ist ein Dämmstoff? Und: Ist er recycelbar? Diese Fragen spielen eine wichtige Rolle, wenn die energetische Sanierung einen entscheidenden Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten soll.

Daher sammelt die Deutsche Umwelthilfe derzeit Informationen, um potenziellen Sanierern ein breites Spektrum an Dämmoptionen aufzeigen zu können und sachliche Informationen zu allen Materialien zur Verfügung zu stellen. Sie will dazu beitragen, dass nachwachsende Stoffe wie Holz, Hanf, Stroh oder Schafwolle als Rohstoffe für Dämmmaterialien bekannter werden und damit Handlungsoptionen einer klimafreundlichen energetischen Sanierung präsentieren.

Als erster Schritt wurde daher zu Beginn des Jahres 2016 ein Mythenpapier speziell zu Fragen zu naturnahen Dämmstoffen veröffentlicht. Wie bereits im Vorgängerpapier zur energetischen Sanierung werden in der Veröffentlichung wichtige Fehlinformationen und Unsicherheiten genannt und aufgeklärt.

Das laufende Projekt „Natürlich Dämmen – Klimaschutz zieht ein“  hat zum Ziel die Transparenz und Akzeptanz im Themenfeld Dämmstoffe, insbesondere für Naturdämmstoffe, weiter erhöhen und Vorurteile abbauen. Ein interaktiver Online-Ratgeber sowie umfassende Informationen in Broschüren unterstützen bei Entscheidungen zur Dämmung.

Wissen generieren und natürliche Dämmstoffe am Markt stärken

Neben den erforderlichen Energieeinsparungen während der Nutzung von Gebäuden, muss auch die Energieeinsparung in der Herstellung bzw. im gesamten Lebenszyklus größere Beachtung finden. Fragen der Nachhaltigkeit von Bau- und Dämmstoffen müssen bei Förderung und Politik einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen.

Darum möchte die Deutsche Umwelthilfe im Projekt „StaR-Dämm“  bestehende strukturelle Hemmnisse für den Einsatz von Dämmstoffen aus nachwachsenden Rohstoffen identifizieren, Lösungsvorschläge entwickeln und Informationsdefizite abbauen. Hierzu gehört auch die Bereitstellung wissenschaftlich fundierter, umfassender und allgemeinverständlicher Ökobilanzen der verschiedenen Dämmprodukte.

Die Vorhaben der Deutschen Umwelthilfe sollen mittel- bis langfristig zu einer gesteigerten Nachfrage nach Naturdämmstoffen und damit einem höheren Marktanteil von Dämmstoffen mit guter Ökobilanz führen. Damit kann ein erheblicher Beitrag zum Ressourcen- und Klimaschutz im Gebäudebereich geleistet werden.

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