Natürliche Dämmstoffe

Holz, Hanf & Stroh: Natürliche Dämmstoffe als Beitrag für den Klimaschutz

Beim Bauen und Sanieren sind viele Aspekte der Nachhaltigkeit noch nicht geklärt. Die DUH beschäftigt daher die Frage, welchen Beitrag Dämmen mit Naturprodukten in dieser Debatte leisten kann und wie damit die Klimaschutzwirkung unserer Gebäude verbessert werden kann.

Die nächsten Jahre werden entscheidend sein, um die Potenziale für den Klimaschutz im Gebäudesektor zu steigern. Die Weichen dafür müssen jetzt gestellt werden. Nachhaltigkeitsaspekte unserer eigenen Bau- und Sanierungspraxis spielen dabei eine entscheidende Rolle. Nur wenn auch die eingesetzten Bauprodukte klimaschonend und umweltverträglich sind, können wir unsere gemeinsamen Klimaziele erreichen und eine zukunftsfähige Baubranche in Deutschland schaffen.

Dämmstoffen aus natürlichen Materialien fehlt es an Bekanntheit

Am häufigsten wird heute mit Polystyrol oder Mineralwolle gedämmt. Naturdämmstoffe sind im Markt nur mit einem geringen Marktanteil vertreten. Daher sammelt die Deutsche Umwelthilfe derzeit Informationen, um potenziellen Sanierern ein breites Spektrum an Dämmoptionen anbieten zu können und sachliche Informationen zu allen Materialien zur Verfügung zu stellen. Sie will dazu beitragen, dass nachwachsende Stoffe wie Holz, Hanf, Stroh oder Schafwolle als Rohstoffe für Dämmmaterialien bekannter werden und damit Handlungsoptionen einer klimafreundlichen energetischen Sanierung präsentieren.

© Maik Doerfler
© Manfred Ruckszio

Als erster Schritt wurde daher zu Beginn des Jahres 2016 ein Mythenpapier speziell zu Fragen zu naturnahen Dämmstoffen veröffentlicht. Wie bereits im Vorgängerpapier zur energetischen Sanierung werden in der Veröffentlichung wichtige Fehlinformationen und Unsicherheiten genannt und aufgeklärt.

Bislang ist das Wissen um die einzelnen Naturdämmstoffe eher dünn. Wichtige bautechnische und bauphysikalische Eigenschaften, wie Wärmespeicherkapazität, die feuchtigkeitsregulierende Wirkung, oder Schallschutz werden bei der Entscheidung für ein bestimmtes Material kaum berücksichtigt. Auch Kriterien der Nachhaltigkeit und der Klimabilanz spielen bisher kaum eine Rolle. Die Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Dämmmaterialien könnte dafür ein wichtiges Kriterium darstellen: Wie umweltbelastend ist die Produktion? Werden dabei etwa giftige Chemikalien eingesetzt? Wie langlebig ist ein Dämmstoff? Und: Ist er recycelbar? Diese Fragen spielen eine wichtige Rolle, wenn die energetische Sanierung einen entscheidenden Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz leisten soll. Aus diesem Grund müssen Fragen der Nachhaltigkeit bei Förderung und Politik einen deutlich höheren Stellenwert einnehmen.

Die Wende ist unverzichtbar

Um die Klimaschutzziele zu erreichen, muss Deutschland das immense CO2-Einsparpotential im Gebäudebestand ausschöpfen. Denn 40 Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland entfallen auf Gebäude. Raumwärme und die Warmwasserbereitung machen hierbei den Löwenanteil aus. „Energetisch Sanieren für den Klimaschutz“ hieß deshalb die Fachveranstaltung, auf der die DUH Ende November mit Vertretern aus der Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über Möglichkeiten einer klimaschonenden Bau- und Sanierungspolitik diskutierte. Einigkeit herrschte unter den Teilnehmern darüber, dass gerade im Gebäudesektor noch viele Potenziale für die Einsparung von Energie und Treibhausgasen bestehen. Dennoch fehlen für das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 konkrete Umsetzungsmaßnahmen.

Fazit: Nachhaltigkeit und Umweltverträglichkeit der eingesetzten Bau- und Dämmmaterialien müssen konsequent bewertet werden. Außerdem müssen konkrete Hemmnisse in der Anwendung dieser Materialien dringend beseitigt werden und  Anreize für die Verwendung von naturnahen Bau- und Dämmstoffen gesetzt werden, um ihre Bekanntheit zu steigern und gute Beispiele für eine klimaschonende Baupolitik zu schaffen.

Zwei Kommunen, die dies bereits getan haben, stellten Ihre Förderprogramme auf der Fachkonferenz vor. Hier finden Sie die Beispiele aus München bzw. Hamburg. In Hannover und Umgebung werden zudem seit Januar 2016 nachhaltige Dämmstoffe mit dem Natureplus Gütezeichen gefördert.

Kontakt

Copyright: Heidi Scherm

Paula Brandmeyer
Teamleiterin Energieeffizienz
Tel.: 030 2400867-97
E-Mail: brandmeyer@duh.de

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