Renaturierung der Ruhr in Arnsberg

NZO Bielefeld/Dr. Bockwinkel
Umweltbüro Stadt Arnsberg
NZO Bielefeld/Dr. Bockwinkel

Jahrzehntelang floss die Ruhr in einem begradigten Flussbett durch Arnsberg (75.600 Einwohnerinnen und Einwohner) und bot dabei kaum Möglichkeiten zur Naherholung. Bei der Bevölkerung geriet der Fluss zunehmend in Vergessenheit und kehrte nur bei Hochwasser regelmäßig ins Bewusstsein der Menschen zurück. Der Hochwasserschutz und die Vorgaben der Europäischen Union zur Qualität von Fließgewässern (insb. die Wasserrahmenrichtlinie) gaben schließlich den Anstoß für die umfassende Renaturierung der Ruhr, die Arnsberg seit 2003 mit großem Aufwand durchführt. Das Motto der Stadt bei all ihren Bemühungen hieß jedoch stehts: "Die Ruhr den BürgerInnen zurückgeben."

„In den letzten 10 Jahren ist die Ruhr zu einem faszinierenden Naherholungsgebiet mitten in der Stadt geworden und ist nun wieder fester und viel geschätzter Bestandteil des Stadtbildes“, sagte der Arnsberger Bürgermeister Hans-Josef Vogel beim Ortsbesuch der Jury in der Stadt Arnsberg am 14. November 2012. Die Ruhr und ihre Zuflüsse fließen heute auf einer Strecke von mehr als zehn Kilometern Länge über weite Schotterflächen oder schlängeln sich durch idyllische Flussauen. Mitten in der Stadt kann sich die Ruhr eigendynamisch entwickeln und kleine Inseln und Nebenarme ausbilden.

So ist inmitten der Stadtteile Arnsbergs eine Vielfalt an Lebensräumen für Tiere und Pflanzen entstanden, wie sie in vielen Städten kaum noch zu finden ist. Mit der Flussrenaturierung in dieser Größenordnung leistet Arnsberg einen unschätzbaren Beitrag zum Naturschutz und zur Lebensqualität von Bürgerinnen und Bürgern. Die Beteiligten in der Stadt waren selbst darüber überrascht, wie stark das Interesse der Bürger an „ihrer“ Ruhr mittlerweile ausgeprägt ist: „Von eigenständigen Renaturierungsmaßnahmen der hiesigen Angelvereine über Projekte mit Schulen in Ruhrnähe sowie Kooperationen mit Künstlergruppen existieren viele unterschiedliche Formen bürgerschaftlichen Engagements, die sich um das Thema „Leben am Fluss“ drehen“, erklärt Gotthard Scheja, Leiter des städtischen Umweltbüros. „Es ist deutlich zu sehen, dass sich die Bürger immer mehr mit der Ruhr identifizieren und in positiver und kreativer Weise auseinandersetzen.“

Auszeichnungsfeier in Leipzig am 25. September 2013

© Stefan Nöbel-Heise

Kurzportraet Arnsberg.pdf

Laudatio zur Auszeichnungsfeier in Leipzig

  

Bilder vom Ortstermin in Arnsberg am 14. November 2013

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