Lebendige Nahe

Nahe und Rotenfels
Unsere Projektpartner
Regionalbündnis Soonwald-Nahe
Förderer

Geographie und Geologie

Der Ursprung der Nahe liegt im Saarland. Der Name des 115 km langen Flusses ist keltischen Ursprungs und bedeutet Wilder Fluss. Wild zeigt sich die Nahe vor allem bei Hochwässern, die nach starken Regenfällen unmittelbar auftreten und zu reißenden Abflüssen führen können. Durch Rheinland-Pfalz setzt sie ihren Lauf in der Senke zwischen Hunsrück und Nordpfälzer Bergland fort. Diese entstand im Laufe der Gebirgshebung, was mit heftigen vulkanischen Eruptionen einherging, denen das Obere Nahetal sein Vorkommen an Halbedelsteinen verdankt. Im Laufe der Erdgeschichte erlebte das Tal sehr unterschiedliche klimatische Bedingungen, weshalb man hier zahlreiche Fossilien findet, so auch marinen Ursprungs. Heute beherbergt das Nahetal viele, aufgrund des milden Klimas vor allem wärmeliebende Arten.

Die Nahe passiert während ihres nordöstlichen Verlaufs die Städte Idar-Oberstein, Kirn, Bad Sobernheim, Bad Münster und Bad Kreuznach und fließt weiter nach Bingen, wo sie am Rheinknie von Süden her in den Rhein mündet.

Das Nahetal als Heimat thermophiler Arten

Würfelnattern sind Raritäten in Deutschland. Einer ihrer letzten Rückzugsorte ist das Nahetal (Foto: Rainer Michalski)

Beispielhaft für viele Arten, die das Nahetal besiedeln, können hier nur Federgras (Stipa pennata), Diptam (Dictamnus albus), Französischer Ahorn (Acer monspessulanum) sowie Smaragdeidechse (Lacerta bilineata) und Würfelnatter (Natrix tessellata) genannt werden. In Deutschland kommt letztere nur in wenigen isolierten Teilgebieten vor, von denen eines das Nahetal ist. Das einzige stabile Vorkommen mit ca. 500 Tieren befindet sich hier im Abschnitt der mittleren Nahe zwischen Bad Kreuznach und Bad Sobernheim. An Elbe, Lahn und Mosel sind die Bestände durch Verbauungen und Hochwasser stark gefährdet bzw. verschwunden. Der natürliche Verbreitungsschwerpunkt der Würfelnatter liegt ansonsten in Südeuropa, Kleinasien, Mittelasien bis nach Westchina und Nordindien. Die hierzulande vom Aussterben bedrohte Schlangenart gehört zu den Wassernattern, ist tagaktiv und sehr wärmeliebend. Sie ist sehr an das Wasser gebunden, was sich an ihrem Speiseplan unschwer erkennen lässt: Fische, Frösche, Molche und andere Amphibien. Die größte Gefahr für die Würfelnatter besteht in Lebensraumzerstörung und Gewässerverschmutzung. Dem kann nur mit Gewässerrenaturierung, insbesondere der Schaffung von Uferschutzstreifen, dem konsequenten Schutz bestehender Populationen und Biotopvernetzung entgegengewirkt werden.

Potentiale nutzen und ausbauen

Das Potential der Nahe als Lebensraum ist unermesslich. Es kommt nur darauf an, dieses auch zu nutzen. Dem noch jungen Projekt "Lebendige Nahe" mangelt es nicht an Ideen. Die in Bad Münster neu eingerichtete Naturstation "Lebendige Nahe", in die das "Flussbüro" integriert ist, bildet eine zentrale Anlaufstelle. In der Station wird der Lebensraum Nahe vorgestellt, dabei sind lebende Exemplare von Insekten, Amphibien und Reptilien - hier insbesondere die einzigartige Würfelnatter - Garanten für hohe Besucherzahlen. Dazu kommen Ausstellungen, Seminare und Einzelvorträge für Schulklassen und andere Interessierte. Entwickelt wurde das Projekt durch die BUND-Kreisgruppe Bad Kreuznach zusammen mit verschiedenen Partnern.
Ein Einzelprojekt kümmert sich um die Stabilisierung der Würfelnatter-Population im Bereich Oberhausen/Boos. Hier soll es Exkursionen geben, bei denen Würfelnattern beim Sonnenbaden und vielleicht sogar beim Jagen im Wasser beobachtet werden können. Ein weiteres Projekt fördert die Vielfalt der Vogelarten an Klärteichen in Bad Sobernheim durch Renaturierungsmaßnahmen. Hier wurde in den letzten Jahren ein Artenschwund beobachtet. Umweltpädagogische Angebote, Auenrenaturierungen, Bachpatenschaften, die Wiederansiedlung von Störchen, die Herstellung der Durchgängigkeit und Hochwasserschutz-Projekte, teils verbunden mit touristischen Projekten, sind nur eine Auswahl der Projektvielfalt, die es zu verwirklichen gilt. Das Regionalbündnis Soonwald-Nahe - überregional bekannt - steht dabei der "Lebendigen Nahe" mit seiner Erfahrung im Vernetzen und Wissenstransfer zur Seite.

Kontakt

Lebendige Nahe
c/o Regionalbündnis Soonwald-Nahe
Dhauner Str. 190
55606 Kirn
Tel. 06752 9145181


post@regionalbuendnis.de
www.regionalbuendnis.de
Ansprechpartner: Jörg Homann