Ökosystem Elbe

Die Elbe als einer der größten Ströme Mitteleuropas bestimmt großräumig die Landschaftsstruktur und den Landschaftshaushalt in weiten Teilen der Tschechischen Republik und Deutschlands. Hier existieren große zusammenhängende Auenwälder mit einer vielfältigen und seltenen Pflanzen- und Tierwelt sowie Landschaften von besonderer Eigenart und Schönheit.

Der Fluss hat auch eine ganz besondere Geschichte: Über Jahrhunderte war er eine wichtige Lebensader in Europa, eine Handelsstraße zwischen Ost und West, an der blühende Städte und zahlreiche kulturelle Denkmäler entstanden. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Elbe Grenzfluss, sie trennte Ost von West, geographisch und politisch. Dem ist es zu verdanken, dass die Elbe nicht ausgebaut wurde zu einem Fluß mit vielen Staustufen und Autobahnen auf beiden Seiten des Stromes. So blieben wunderschöne Landschaften erhalten.

In den neunziger Jahren war die Elbe assoziiert mit Begriffen wie  „Schadstoffbelastung“ und „Fischsterben“. Der Fluß stank. Der Bau von Kläranlagen und die Abwicklung vieler Industriebetriebe sind der Grund für den schnellen Rückgang der Schadstoffe im Elbewasser. Das Flusseinzugsgebiet der Elbe ist aber weiter großem Druck unter anderem der Schifffahrtslobby und Staudammprojekten ausgesetzt.

Die Elbe - ein Grenzfluss © Neuschulz / DUH

Der Fluss und seine Aue ist Lebensraum für eine reichhaltige Tier- und Pflanzenwelt, deren Existenz von der weitgehenden Intaktheit der Strukturen sowie des Wasserhaushaltes und der Nutzungen der Flussökosysteme abhängig ist. Als Rast-, Durchzugs- und Überwinterungsgebiet besitzen die Elbe, ihre Nebenflüsse und deren Auen, für viele Vogelarten internationale Bedeutung.

Acht ausgewählte Landschaftsräume entlang der Elbe von der Quelle im Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee werden vorgestellt. (Literatur: Die Elbe. Erhaltenswertes Kleinod in Europa. Internationale Kommission zum Schutz der Elbe (IKSE) Magdeburg.)

Die Schiffe müssen der Elbe angepasst werden - nicht umgekehrt © Cornelius Meffert
Intakte Auen sind lebensnotwendig © Neuschulz / DUH
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