Das Wulfener Bruch

Naturschutzgerechte Feuchtwiesenpflege

Das Wulfener Bruch ist Heimat und Zuflucht für eine unschätzbare Vielfalt von Tieren und Pflanzen, die anderswo längst nicht mehr zu finden sind. Dieses Schatzkästchen im Herzen von Sachsen-Anhalt ist seit 2003 offiziell Naturschutzgebiet, aber schon seit 1996 kämpft die DUH dort gemeinsam mit dem NABU Köthen für den Erhalt der Artenvielfalt.

Inzwischen haben mehrere Naturschutzorganisationen gemeinsam über 150 Hektar Land im Wulfener Bruch erworben und die ehemaligen Grasackerflächen wieder in Feuchtwiesen umgewandelt.

© NABU Köthen
© G. Thielcke

Gut 50 vierbeinige Landschaftspfleger sorgen dafür, dass dieses reiche Biotop nicht einfach vor sich hinwuchert: Heckrinder, Przewalski-Pferde und Exmoor-Ponys beweiden das Wulfener Bruch ganzjährig und sorgen dafür, dass Schafstelzen, Braunkehlchen und Grauammern eine natürliche Umgebung vorfinden.

Und während anderswo der Begriff "Weideland" meist mit fetten Graswiesen gleichzusetzen ist, finden hier Lungenenzian, Blutweiderich und sogar das Steifblättrige Knabenkraut eine Nische, in der sie wieder heimisch werden können.

Natürlicher Hochwasserschutz

© G. Thielcke

Bereits während des Hochwassers von 2003 bewies das Wulfener Bruch, wie wichtig, effektiv und gleichzeitig kosteneffizient ökologischer Hochwasserschutz sein kann. Als natürliches Rückhaltebecken entlastete es die Elbe, nahm jedoch selbst trotz der Wassermassen, die es aufnehmen musste, keinen größeren Schaden.

Die Erfahrung zeigt, dass artenreiche Überflutungsflächen sich besser von derart extremen Verhältnissen erholen als Bereiche, die stark von menschlicher Nutzung überformt sind. Und die frei weidenden Pferde und Rinder halten das Bruch mit seiner natürlichen Dynamik in der Balance. Im Wulfener Bruch geht es um mehr als "nur" Artenschutz: Es ist auch ein Modell für Wirtschaften in Einklang mit der Natur und ökologischen Hochwasserschutz.

Mehr Informationen

Weitere Informationen zum Naturschutzgebiet Wulfener Bruch finden Sie bei unserem Projektpartner, dem NABU Köthen.

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