Erhalt von Wild-Apfel und Wild-Birne

In den letzten Jahren ist die Nutzung von Wildobst wieder in Mode gekommen. Ob als Heil- oder Nahrungsmittel - die Früchte sind in aller Munde. Die Vielfalt ist groß. Hagebutten, Schlehen und Holunderbeeren sind beliebt in Konfitüre und Wein. Zu den oft vergessenen und gefährdeten Wildobstarten gehören dagegen Wild-Apfel und Wild-Birne. Völlig zu Unrecht, denn die Gehölze nützen Mensch und Tier und sind ein wertvolles Glied im komplexen Natur­haushalt.

Wichtige Gefährdungsfaktoren sind die Zerstörung der Lebensräume und die Bas­tardierung mit Kultur-Apfel bzw. -Birne. Die Auen der Mittleren Elbe und Unteren Mulde im Land Sachsen-Anhalt sind für beide Gehölzarten ein bedeutender Rück­zugsort. Hier hat auch der Förder- und Landschaftspflege­verein Biosphä­ren­reser­vat „Mittlere Elbe“ (Dessau) seinen Wir­kungsbereich und war von Oktober 2002 bis Juni 2006 Träger eines Projektes zum Erhalt von Wild-Apfel und Wild-Birne.

Wildapfel, Foto: Imkerverein Büchertal
Sanddorn, Foto: Brandenburghalle

Dazu wurden die Bestände der Gehölze auf einer Fläche von etwa 5500 Hektar erfasst. Es wurden 820 Wild-Äpfel und 750 Wild-Birnen aufgenommen. Davon wurden 126 Wild-Äpfel mit Hilfe von Zweig-, Blatt-, Blüten- und Fruchtmerkmalen bzw. Isoenzymanalysen auf ihre Artreinheit hin untersucht. An 53 Wild-Birnen wurden eben­falls Merkmals­erfassungen durchge­führt. Von nachweislich echten Wild-Äpfeln und -Birnen wurden Reiser ge­schnitten und auf Unterlagen in einem Wildobstgarten veredelt. Diese Ge­hölze stellen eine Basis zur Vermehrung von Wildobst dar. Am 7. Juni fand zum Abschluss des Projektes eine Vortragsveranstaltung statt, auf der wichtige Ergebnisse präsentiert wurden. Das Projekt wurde gefördert durch die Europäische Union, das Land Sach­sen-Anhalt, das Jobcenter SGB II Dessau und die Deutsche Umwelthilfe.

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