Tütentauschtage in Berlin

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Gib der Tüte einen Korb - Umweltschutz leicht gemacht

20. Juni 2014

Ungewöhnliche Szenen mitten in Berlin: Eine Menschenmasse mit leerem Geldbeutel und vollen Einkaufstüten bahnt sich ihren Weg vom Konsumtempel zur U-Bahn – und hält inne. Shoppingwütige, Wocheneinkäufer und Impulskäufer kramen ihre gerade erstandenen Habseligkeiten aus ihren bunten Plastiktüten. T-Shirts, Schuhe, Lebensmittel und Unmengen hübscher, mehr oder weniger nutzloser Kleinigkeiten wandern in eine schwarze Tasche mit der Aufschrift „Plastiktüte war gestern“. Dann geht die Menschenmenge wieder ihrer Wege. Die abgegebenen  Umweltsünder stapeln sich nach kurzer Zeit in Auffangbehältern. Werden hier Tüten gegen Tüten getauscht? Was ergibt das denn für einen Sinn?

Einen sehr großen – zumindest wenn man Einwegplastiktüten gegen mehrfach verwendbare Taschen aus recyceltem Material ersetzt. Denn Plastiktüten werden häufig nach ihrem meist einmaligen Gebrauch nicht recycelt, sondern landen im Hausmüll, in der Verbrennungsanlage oder in der Natur, wo sie Tieren lebensbedrohlichen Schaden zufügen können. Die Bilder von vermüllten Gewässern, Landschaften, Parks oder Straßenrändern, die die Spuren vorheriger zivilisatorischer Handlungen tragen, ist sind heute Keinem mehr fremd. „Vielen scheint das Problem von Plastiktüten für die Umwelt durchaus bekannt zu sein“, stellt Julia Barthel von der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) nach der Tütentauschaktion fest. In den anregenden und offenen Gesprächen mit Menschen aller Altersklassen, Schülern, Touristen oder Familien zeigt sich, dass vielen bewusst ist, wie es um den ökologischen Fußabdruck der Plastiktüten steht, die fast tagtäglich an ihren Handgelenken baumeln – nur handeln tun sie nicht danach. Die Frage ist, was bloß dagegen tun? Und wie diesem vermeintlichen Automatismus entgehen, der sich tagtäglich an den Kassen der Geschäfte abspielt?

Die vier Tütentauschaktionen der DUH, die von der Stiftung Naturschutz Berlin gefördert werden, sollen nicht nur für das Thema sensibilisieren. Sie sind ein entscheidender Schritt dahin, dass Plastiktüten langfristig aus den Händen der Konsumenten und dem Landschaftsbild verschwinden. „Wir möchten den Leuten zeigen, dass sie selber den Schalter im Kopf umlegen und mit einer einfachen Entscheidung etwas zum Umweltschutz beitragen können und müssen“, sagt Julia Barthel. Denn jedes „Nein danke, ich benötige keine Tüte“ an der Kasse reicht schon aus, um die Tütenflut zu verringern. Allein in Berlin wandern pro Stunde etwa 30.000 Plastiktüten über die Ladentheke. Aneinandergereiht ergibt das eine Plastiktütenkette von neun Kilometern Länge. Jede Stunde, Tag für Tag. Am Ende des Jahres sind es dann 260 Millionen Einwegplastiktüten.

Und noch einen Aha-Effekt bringt die Aktion: Einweg-Papiertüten, die in manchem Geschäft ausgegeben werden, sind auch nicht viel besser als Einwegtüten aus Kunststoff. Denn für ihre Produktion werden mehr Materialien und Chemikalien eingesetzt, damit sie reißfest und stabil ist.

Mehrweg-Tüten sind die beste Alternative, wenn es darum geht mit einfachen Mitteln selber zum Umweltschutz beizutragen und Abfall im Keim zu ersticken bzw. zu vermeiden. Mehrwegtragetaschen sollten, ihrem Namen nach, immer auch mehrfach genutzt werden. Dann können sie ihre Umweltvorteile schon nach wenigen Wiederverwendungen ausspielen. So kann eine Mehrwegtasche aus recyceltem Polypropylen bereits nach dreifacher Nutzung ökologisch vorteilhaft sein. Ein Baumwollbeutel sollte mindestens 20 Mal eingesetzt werden, dann ist er der Einwegplastiktüte aus fossilem Rohöl überlegen. Und 20 Wiederverwendungen sind doch wohl machbar!

Mit der ersten Tauschaktion hat die DUH rund 640 Einwegtüten gegen die wiederverwendbare schwarze Mehrwegtasche aus recyceltem Material ausgetauscht. Einige Einkäufer haben sich sogar vor ihrem Einkauf mit den langlebigen und umweltfreundlichen Beuteln ausgestattet. So blieben schon bei der ersten Tauschaktion zahlreiche Plastiktüten in den Geschäften liegen.

Die gesammelten Tüten wurden noch einmal für einen guten Zweck verwendet, denn am 20. September fand auf dem Tempelhofer Feld ein Weltrekordversuch statt. Dort wurde symbolisch eine Kette mit 30.000 Plastiktüten, dem stündlichen Verbrauch der Hauptstadt, gebildet, um auf das Problem der gedankenlosen Ressourcenvergeudung und unnötigen Abfallerzeugung aufmerksam zu machen.

Kontakt

Copyright: Heidi Scherm

Thomas Fischer
Leiter Kreislaufwirtschaft
E-Mail: Mail schreiben

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