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Klimaschutz

- Foto: Andreas Köckeritz/Pixelio.de
Das Wissen über die globale Erderwärmung hat in der vergangenen Dekade dank intensiver internationaler Forschungsanstrengungen enorm zugenommen. Heute ist unter Fachwissenschaftlern in aller Welt weitgehend unstrittig, dass der Klimawandel bereits begonnen hat und dass der Mensch mit seinen beispiellosen Eingriffen in die weltweiten Ökosysteme hauptverantwortlich ist für die bedrohliche Entwicklung.
Bereits mit der 1992 beschlossenen und 1994 in Kraft getretenen UN-Klimarahmenkonvention haben sich die Bundesrepublik Deutschland und die anderen Unterzeichnerstaaten zur Stabilisierung der Treibhausgasemissionen in der Atmosphäre auf einem Niveau verpflichtet, auf dem eine gefährliche anthropogene Störung des Klimasystems verhindert wird. Dazu muss der globale Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau, also gegenüber 1750, begrenzt werden.
Nahezu vollständige Dekarbonisierung der Industriegesellschaft bis 2050 erforderlich
Spätestens seit dem 2007 veröffentlichten vierten Sachstandsbericht des Weltklimarats IPCC gilt der Kampf gegen den Klimawandel in vielen Ländern als wichtigste Menschheitsaufgabe des 21. Jahrhunderts. Die führenden Industriestaaten (G8), darunter Deutschland, und das Forum der 16 führenden Wirtschaftsmächte haben deshalb anlässlich des Gipfeltreffens in Italien im Sommer 2009 die Bedeutung des Zwei-Grad-Ziels zur Vermeidung eines gefährlichen Klimawandels anerkannt und eine Absenkung ihrer Treibhausgas-Emissionen um 80 Prozent bis Mitte des Jahrhunderts (gegenüber 1990) vereinbart. Inzwischen halten viele Klimawissenschaftler allerdings sogar eine Reduktion um bis zu 95 Prozent bis 2050 für unausweichlich und damit praktisch eine vollständige Abkehr von der Verbrennung der fossilen Brennstoffe Kohle, Öl und Erdgas. Ohne eine solche drastische Verminderung der Treibhausgase steuert die Menschheit in rasantem Tempo auf eine globale Erderwärmung von bis zu sieben Grad Celsius zu. Das hätte verheerende Folgen.
Die Frankfurter Erklärung der Klima-Allianz
Die Atomkatastrophe in Japan hat zu einer Neubewertung der Risiken der Atomenergie geführt. Als Konsequenz daraus will die Bundesregierung schnellstmöglich aus der Atomenergie aus- und beschleunigt in das regenerative Zeitalter einsteigen. Die Klimaallianz hat auf ihrem Frühjahrsplenum in Frankfurt am Main im März 2011 Eckpfeiler für die Energiewende beschlossen. Mehr
Klimaverhandlungen auf internationaler Ebene kommen nur zögerlich voran
Umso größer war die Enttäuschung über das desaströse Ergebnis des im Vorfeld mit großen Erwartungen befrachteten UN-Klimagipfels von Kopenhagen im Dezember 2009. Lediglich das im – allerdings nicht verbindlichen – Abschlussdokument (Copenhagen-Accord) anerkannte Ziel, die Erderwärmung im globalen Mittel auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, konnte als Hoffnungsschimmer betrachtet werden. In Kopenhagen haben die EU und Deutschland für jedermann erkennbar ihre zuvor über mehr als zehn Jahre aufgebaute Führungsrolle im weltweiten Klimaprozess verloren und wurden zum Mitläufer der Verhandlungen. Dominant waren in der dänischen Hauptstadt die beiden größten Verursacher des Problems, die USA und China, die beide aus unterschiedlichen Gründen kein Interesse an konkreten Ergebnissen hatten.
Aber auch Deutschland verlor in der Folge von Kopenhagen seine internationale klimapolitische Glaubwürdigkeit, weil es sich auch offiziell von seiner Vorreiterrolle verabschiedete. Die Bundesregierung entschied sich dagegen, auf EU-Ebene eine 30-prozentige Emissionsminderung bis 2020 gegenüber 1990 zu forcieren, angekündigte Finanzzusagen zur Bekämpfung des Klimawandels auf internationaler Ebene wurden nicht eingehalten. In ihrem Ende September 2010 verabschiedeten „Energiekonzept“ hält die Bundesregierung nicht nur am Neubau von Kohlekraftwerken fest, vielmehr soll der Neubau so genannter hocheffizienter Kohlekraftwerke sogar subventioniert werden. Immer noch versucht sich die Bundesregierung damit an der Quadratur des Kreises: Deutschland soll seiner Tradition folgend „Kohleland“ bleiben und gleichzeitig auf der Weltbühne als Klimaschutz-Vorreiter auftreten. Es bleibt abzuwarten, inwiefern diese Festlegungen im Energiekonzept nunmehr als Konsequenz aus der Atomkatastrophe in Japan revidiert werden und die Bundesregierung ihre Ankündigung des beschleunigten Einstiegs in das regenerative Zeitalter mit konkreten Maßnahmen untermauert.
Handeln auf nationaler Ebene unerlässlich
Zwar ist die Hoffnung auf eine konstruktive Fortsetzung des Klimaprozesses unter dem Dach der Vereinten Nationen mit den Ergebnissen des Kopenhagen-Folgegipfels im mexikanischen Cancun im Dezember 2010 wieder gewachsen. Doch die Rolle Deutschlands und der EU war wie schon in Kopenhagen in Mexiko wieder eher die eines Mitläufers. Selbst nach Cancun konnte sich die EU bislang nicht dazu durchringen, ihr Klimaschutzziel von derzeit 20 Prozent Treibhausgasminderung bis 2020 gegenüber 1990 auf 30 Prozent zu erhöhen.
Weil kein Land der Erde das Klimaproblem allein lösen kann, gibt es nach Überzeugung der Deutschen Umwelthilfe zu verbindlichen internationalen Verträgen keine zielführende Alternative. Allerdings wäre es falsch, auf ein solches Abkommen zu warten. Deshalb schlägt die DUH ein Bundes-Klimaschutzgesetz vor, in dem nationale Klimaschutzziele verbindlich festgelegt werden und die (Zwischen-)Zielerreichung regelmäßig überprüft wird. Dazu hat die DUH im Sommer 2010 Eckpunkte vorgelegt.
Die Deutsche Umwelthilfe versteht Klimaschutz zudem als Querschnittsaufgabe. Der Klimaschutz bildet dementsprechend auch einen übergreifenden Schwerpunkt der eigenen Arbeit der Deutschen Umwelthilfe. Dazu gehören so unterschiedliche Aktivitäten wie das von der DUH initiierte und koordinierte Netzwerk Klimaschutz und Energiewende, die Kampagne gegen neue Kohlekraftwerke oder die aktive Beteiligung an der bundesweiten Klima-Allianz. Hinzu kommen der andauernde Einsatz für ambitionierte CO2-Grenzwerte im Bereich PKW und Nutzfahrzeuge, die Kampagne „Mehrweg ist Klimaschutz“ und anderen Aktivitäten des Bereichs Kreislaufwirtschaft (z. B. Kühlgeräte-Entsorgung, Energiesparlampen etc.) und praktisch alle Aktivitäten des Bereichs Energieeffizienz (z. B. Überwachungstätigkeit im Bereich Energieverbrauchskennzeichnung.
Presse
- 17.05.2013 - Einladung zur PK: Vorstellung der Aktion ’Mehrweg ist Klimaschutz’
- 14.05.2013 - Flankenschutz für das Klima: Neuen Boom der Kohlekraft beenden
- 14.05.2013 - CDU/CSU und FDP lobbyieren mit RWE für Comeback vorsintflutlicher Nachtspeicherheizungen in Wohn- und Schlafzimmern
- 26.04.2013 - Lücken im Standortauswahlgesetz gefährden politische Einigung über neue Endlagersuche
- 25.04.2013 - Wie Kommunen vom Ausbau der Erneuerbaren Energien profitieren

