Die Wasserahmenrichtlinie (WRRL) und Kleine Wasserkraft

Die europäische Wasserrahmenrichtlinie ist Grundlage für die Bewirtschaftung der Oberflächengewässer in Deutschland. Sie folgt grundsätzlich dem Ansatz, neben dem biologischen Zustand des Gewässers auch Gewässerchemie und Gewässerstruktur zu betrachten. Laut WRRL ist bei der Nutzung der Oberflächengewässer

  • eine nachteilige Veränderung ihres ökologischen und chemischen Zustandes zu vermeiden und
  • ein guter ökologischer und chemischer Zustand zu erhalten oder zu erreichen.

Der ökologische Zustand eines Gewässers wird in Bezug auf einen erstrebenswerten Referenzzustand bewertet. Dabei entspricht der Referenzzustand dem anthropogen weitgehend unbelasteten Zustand des jeweiligen Oberflächengewässertyps.

Ein anderer Referenzzustand gilt bei Gewässern, die als „künstlich“ oder „erheblich verändert“ eingestuft werden. Hier wird als Vergleichsmaßstab das „maximale ökologische Potential“ zugrunde gelegt. Es kennzeichnet den Zustand des Gewässers, der nach Durchführung aller Maßnahmen zur Verbesserung des ökologischen Zustandes ohne eine signifikante Einschränkung der Nutzungen möglich ist. Bei Gewässern mit dieser vergleichsweise schlechten Ausgangslage ist nach WRRL bei der Bewirtschaftung

  • eine nachteilige Veränderung ihres ökologischen Potentials und chemischen Zustandes zu vermeiden und
  • ein gutes ökologisches Potential und ein guter chemischer Zustand zu erhalten oder zu erreichen.

Da Wasserkraftanlagen eine Bewirtschaftung des Gewässers darstellen und dessen biologische, chemische und strukturelle Eigenschaften beeinflussen, sind sie bei der Umsetzung der WRRL zu berücksichtigen. Die Nutzung der Wasserkraft muss so erfolgen, dass sie den Vorgaben der WRRL entspricht.

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