Wasserkraftanlage Wutöschingen / Baden-Württemberg

Umgehungsbach am Kraftwerk Wutöschingen; Quelle: Archiv E-Werk Schweiger oHG

Zur Sanierung des baufälligen Wutachwehres in Wutöschingen stellte es sich als sinnvoll heraus, die Wehranlage in Kombination mit dem Bau eines Kleinwasserkraftwerks zu erneuern. Hierbei mussten nicht nur energiewirtschaftliche und gewässerökologische Gesichtspunkte berücksichtigt werden, auch der erforderliche Hochwasserschutz für die Bewohner von Wutöschingen war zu beachten. Durch die erfolgte öffentliche Diskussion und die Beteiligung aller Betroffenen, konnte eine große Zustimmung für das Projekt gewonnen werden.

Die bestehende Anlage wurde den heutigen Anforderungen des Hochwasserschutzes nicht mehr gerecht. Um im Hochwasserfall die Wassermenge sicher abführen zu können, musste in dem neuen Buchtenkraftwerk eine auf die Bewältigung der hohen Wasserkräfte ausgelegte Schlauchwehranlage mit Tosbecken errichtet werden. Für den Geschiebetransport wurde ein parallel zur Wehranlage liegender Grundablass mit Schütze eingebaut, der zugleich zur Unterstützung der Hochwassersicherung dient.

Um die ökologische Situation zu verbessern, war die von der alten Wehranlage blockierte Durchgängigkeit der Wutach wiederherzustellen. Durch den Bau eines natürlichen Umgehungsbaches sowie den Rückbau dreier vorhandener Sohlschwellen konnte man den Vorgaben von Seiten des Natur- und Landschaftsschutzes sowie der Fischerei entsprechen. Mit der Neugestaltung von Stauraum und Unterwasserlauf entstanden zusätzliche Lebensräume für Flora und Fauna. In Abstimmung mit dem neuen Kraftwerkskonzept musste ein bestehender Gewerbekanal 200 Meter vor seiner Einleitung in die Wutach umgeleitet werden. Eine Renaturierung der stillgelegten Kanalstrecke und eine definierte Restwassermenge erhalten hier den Lebensraum für standorttypische Pflanzen und Tiere. Das Kraftwerk erzeugt jährlich 2,6 Millionen Kilowattstunden klima- und ressourcenschonende elektrische Energie. Für die Funktionsfähigkeit des Umgehungsbaches und der außer Betrieb gesetzten Gewerbekanalstrecke werden 0,45 Kubikmeter pro Sekunde Restwassermenge (knapp 1/3 MNQ) der Wasserkraftnutzung entzogen.

Die Kosten für die mit dem Kraftwerksbau verbundenen Umweltmaßnahmen beliefen sich insgesamt auf 420.000 Euro. Davon wurden über die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) 100.000 Euro zur Verfügung gestellt.

Kritisch sieht der Betreiber in Anbetracht der hohen Investitionskosten die Wirtschaftlichkeit des Projektes. Der Bau eines Wasserkraftwerks einschließlich ökologischer Maßnahmen ist grundsätzlich nur dann möglich, wenn die Anlage wirtschaftlich betrieben werden kann.

<strong>Zustand vor Neu- / Umbau Maßnahmen zur Verbesserung der Gewässerökologie Erzielte Verbesserungen der Gewässerökologie und Defizite bei der Umsetzung der Maßnahmen</strong>
Keine biologische Durchgängigkeit Grundablass für Geschiebetransport; Umgehungsbach, Rückbau dreier Sohlschwellen; Neugestaltung Stauraum und Unterwasserlauf; Naturnaher Ausbau einer stillgelegten Kanalstrecke; Einhaltung Mindestwasser in Umgehungsbach und Kanal; Dialog mit Naturschutz etc. Weitgehende biologische Durchgängigkeit, Weitergabe von Geschiebe; naturnaher Lebensraum in Kanalstrecke; verbesserte Struktur von Stauraum und Unterwasserlauf

Technische Daten zum Kraftwerk

Betreiber:

E-Werk Schweiger oHG

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