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Sascha Müller-Kraenner
Bundesgeschäftsführer
 
 
 
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78315 Radolfzell
 
Sascha Müller-Kraenner
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15. Juli 2022
 

DUH-Enthüllung ein Jahr nach Flutkatastrophe im Ahrtal: Milliarden Steuergelder wurden investiert, ohne Natur und Klimawandel zu berücksichtigen. So kommt die nächste Katastrophe bestimmt!

An diesem Morgen vor genau einem Jahr hat sich das Leben von tausenden Menschen im Ahrtal plötzlich dramatisch verändert: Viele Menschen spürten zum ersten Mal Angst um ihr eigenes Leben. Und so wurde die Klimakrise für viele Menschen erstmals real, vor der eigenen Haustür. Unvorstellbare Sturzfluten rissen Häuser und Wohnungen in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 nieder. Auch in anderen Orten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen rissen die Fluten Menschen, Tiere und sogar Autos mit sich. Straßen und Brücken waren einfach nicht mehr da, die Trinkwasser– und Stromversorgung zerstört durch ein bis dahin undenkbares Unwetter. Die Menschen sahen ihre Nachbarn verzweifelt auf Dächern sitzen und um Hilfe rufen. Bewohner ertranken in ihrem Zuhause. Insgesamt starben bei der Katastrophe mehr als 180 Menschen. Und das mitten in Deutschland.
 

Der Klimawandel mit seinen verheerenden Folgen ist kein Phänomen entfernter Erdteile. Er ist auch bei uns angekommen und in einem ist sich die Wissenschaft einig: Starkregen, Tornados und Hitzewellen sind seine Boten. Und sie kommen in rasender Geschwindigkeit auf uns zu. Darum kämpfen wir dafür, dass die verantwortlichen Politiker sich dieser Wahrheit stellen und endlich die nötige Vorsorge treffen. Allein der wirtschaftliche Schaden durch die Fluten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen beträgt 32 Milliarden Euro. Das persönliche Leid der Bewohner ist nicht zu beziffern.
 
Bei der jetzigen Erderwärmung haben die Starkwetterereignisse dramatisch zugenommen. Aufgrund der bisherigen Handlungsunfähigkeit der Politiker bleibt uns jetzt nichts mehr Anderes übrig, als uns dem Klimawandel anzupassen, um die Ereignisse wie Stürme, Fluten, Dürren usw. die wir jetzt schon nicht mehr verhindern können, abzudämpfen.
 
© Christian - stock.adobe.com
JETZT FÖRDERMITGLIED WERDEN
Wir haben die Hochwasserkatastrophe des letzten Jahres zum Anlass genommen, die Landesregierungen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zu fragen, was sie zum Schutz vor den nächsten Flutkatastrophen unternommen haben. Die Antworten haben uns erschüttert!
 
  • 17 Milliarden Euro Steuergelder wurden in die Hand genommen, um die Fehler der Vergangenheit zu wiederholen. Doch Häuser, Wohnungen und Infrastruktur werden an gleicher Stelle wiederaufgebaut!
  • Die verantwortlichen Politiker trauen sich nicht, Überflutungszonen auszuweisen, in denen ein Wiederaufbau nicht gestattet wird!
  • Allein in NRW wurde schon 2019 festgestellt, dass auf der Länge von 6000 Kilometern an 448 Flüssen ein signifikantes Hochwasserrisiko herrscht!
  • Mehr Raum für Flüsse als ökologischer Hochwasserschutz: Fehlanzeige!
Direkt nach der Katastrophe haben wir die Politiker mit unserem 10-Punkte Sofortprogramm für den ökologischen Hochwasserschutz zum Handeln aufgefordert. Doch außer Ankündigungen haben die Landesregierungen bisher nichts unternommen, den ökologischen Hochwasserschutz umzusetzen. Die nächste Hochwasserkatastrophe ist damit nur eine Frage der Zeit! Unterstützen Sie jetzt unsere Arbeit mit einer Spende.
 
Der Präsident des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Ralph Tiesler, hat jetzt ausgesprochen, was die verantwortlichen Politiker seit Jahren ignorieren: „Als Bevölkerungsschützer sage ich, dass manche Flächen aufgrund des Klimawandels und der akuten Bedrohung durch Unwetterkatastrophen und Flutkatastrophen nicht wiederbesiedelt werden sollten.“ Auch der Städte- und Gemeindetag mahnte 2021 direkt nach der Flut, dass man in punkto Bebauung umdenken müsse.
 
Doch was tun Landesregierungen und ihre Genehmigungsbehörden? Sie bauen mit Milliarden Euro unserer Steuergelder wieder genau dort auf, wo noch vor einem Jahr Flutmassen Zerstörung angerichtet haben. Dabei ist klar: die nächste Jahrhundertflut kommt nicht erst in einem Jahrhundert, sondern deutlich früher. Unsere Nachbarn in den Niederlanden schützen die Bevölkerung aktiv vor Überflutungen und ihrer Zerstörung.  Dort trauen sich die Politiker, durchzugreifen und den Flüssen konsequent mehr Raum zu geben. 
 
Die Soforthilfen für die Hilfe der Menschen vor Ort  waren richtig und sinnvoll. Doch nach der Soforthilfe musste umgesteuert werden. In Richtung Klimaanpassung und dem Schutz vor neuen Katastrophen durch ökologischen Hochwasserschutz. 
 
Deshalb bitte ich Sie heute um Ihre Unterstützung. Die schmerzhafte Krisensituation muss Anlass sein, endlich entschieden umzusteuern. Wenn die Landesregierungen bei der Krisenbewältigung bisher versagt haben, dann muss Olaf Scholz sein Wahlversprechen wahrmachen und als Klimakanzler regieren. Die Bundesregierung muss sich klar und deutlich für natürlichen Klimaschutz einsetzen, so dass sich die Katastrophe des Ahrtals nicht an anderer Stelle zukünftig mannigfaltig wiederholt. Das schaffen wir aber nur mit weiteren fundierten Recherchen und Untersuchungen, mit der Erarbeitung von konkreten Lösungsansätzen, mit Öffentlichkeitsarbeit und mit vielen politischen Gesprächen. Und nicht zuletzt durch die Symbolkraft von tausenden zusätzlichen Fördermitgliedern, die mit uns hinter diesen Forderungen stehen!
 
Wir helfen mit konkreten Analysen und Lösungsvorschlägen. Wir decken auf. Wir machen Druck in der Öffentlichkeit: Denn schon seit 30 Jahren machen wir uns für lebendige Flüsse stark. Wir haben die Deichrückverlegung bei Lenzen an der Elbe mit aus der Taufe gehoben. Wir haben in einem Forschungs- und Entwicklungsvorhaben des Bundesamts für Naturschutz bereits 2011 Beispiele mit Vorbildcharakter für den ökologischen Hochwasserschutz veröffentlicht. Wir arbeiten an der Saale und im Einzugsgebiet der Weißen Elster zusammen mit Partnern an der Umsetzung ökologischer Hochwasserschutzmaßnahmen. Wir machen mit der Auenweiden-Allianz Beste-Praxis-Beispiele für die landwirtschaftliche Nutzung renaturierter Flussauen bekannt. Wir setzen uns für naturbasierte Lösungen für den Klimaschutz ein. Mit der Unterstützung der Klimaklage vor dem Bundesverfassungsgericht gelang es uns, einen Meilenstein für eine wirklich ambitionierte Klimapolitik zu setzen. Und wir bleiben hartnäckig dran und haken immer wieder bei der Bundesregierung sowie beim Land Rheinland-Pfalz nach, damit sie ihre Baupläne endlich ändern.
 
Aber das reicht offenbar nicht! Wir müssen noch lauter werden – auch, wenn es unbequem ist. Genau deshalb brauchen wir Menschen wie Sie: Persönlichkeiten, denen es nicht egal ist, ob tausende Menschen in Deutschland eine solche Katastrophe selbst erleben müssen. Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit zum ökologischen Hochwasserschutz als Fördermitglied, damit wir zukunftsfähige Lösungen für die nächsten Flutereignisse haben. Mit Ihrer Unterstützung machen wir Druck, dass fehlende Klimawandelanpassungen vorgenommen, Gesetze geändert und das Häuser nicht wieder in Überschwemmungsgebieten aufgebaut werden. Schon mit 5, 10 oder 50 Euro im Monat leisten Sie einen wichtigen Beitrag und sind außerdem eines von tausenden Fördermitgliedern, die uns auch symbolisch enorm viel Kraft geben. Wenn wir Sie an unserer Seite wissen, sind wir stark. 
 
Ich danke Ihnen ganz herzlich im Voraus. Und ich verspreche Ihnen: alle bisher noch nicht ausgegebenen Milliarden Steuergelder für die Flutkatastrophe im Ahrtal haben die Chance, sinnvoll für unsere Zukunft eingesetzt zu werden!
 
© DUH
Sascha Müller-Kraenner
Bundesgeschäftsführer

 
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PS: Sie können uns auch direkt per Banküberweisung spenden. Spendenkonto: Bank für Sozialwirtschaft Köln, IBAN: DE45 3702 0500 0008 1900 02, BIC: BFSWDE33XXX, Stichwort: Klimakatastrophe
 
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