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Wie umweltfreundlich ist "Bioplastik" wirklich?

Bioplastik – wirklich „bio“ oder Greenwashing?

Weltweit wird heute 23 Mal mehr Bioplastik produziert als noch vor acht Jahren. Immer öfter werden Plastiktüten, Coffee-to-go-Becher oder Kaffeekapseln mit Begriffen wie „biologisch abbaubar“, „kompostierbar“ oder „aus nachwachsenden Rohstoffen“ beworben. Was kaum jemand weiß: Viele Produkte und Verpackungen aus Bioplastik weisen in der Gesamtbetrachtung keine ökologischen Vorteile im Vergleich zu solchen aus fossilem Rohöl auf und bringen oft sogar neue Probleme mit sich.

Keine Umweltvorteile

Ein Großteil biologisch abbaubarer Kunststoffe baut sich in der Landschaft oder in den Meeren ähnlich langsam ab, wie konventionelles Plastik. Selbst Kompostierungsanlagen haben damit Probleme und entfernen regelmäßig Bioplastik aus dem Bioabfall, um es anschließend als Sortierrest zu verbrennen. In der Folge lehnen fast alle Kommunen eine Entsorgung von Bioplastik über den Bioabfall ab. Ökobilanzen belegen, dass biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe in der Gesamtheit keine Umweltvorteile gegenüber ihren Pendants aus Erdöl aufweisen.

Irreführende Werbung mit Bioplastik

Als Gegengewicht zu einwegorientierten Verpackungsherstellern und Händlern leisten wir wichtige Aufklärungsarbeit. In unserem Infopapier Bioplastik (siehe Downloads oben rechts) erklären wir, wie umweltfreundlich Biokunststoffe wirklich sind. Wir stoppen irreführende Werbung, wie beispielweise beim Activia-Joghurt von Danone, den Bioplastiktüten von Aldi und Rewe oder Einwegbechern in Fußballstadien. Ob bei Bechern oder Flaschen, Verbraucher sollten abfallvermeidende und ressourcenschonende Mehrwegverpackungen nutzen, statt auf Einwegprodukte zu setzen.

Wir setzen uns für Ihre Rechte ein!

Bei unserem Kampf für weniger Abfall und gegen verbrauchertäuschende Werbung haben wir mächtige Gegner. Im April 2012 verklagten uns Tochterunternehmen des Plastiktütenherstellers Victor-Group mit Unterstützung des Chemiekonzerns BASF – zu Unrecht – auf Schadensersatz in Höhe von mehr als 2,7 Millionen Euro. Nach einem über vier Jahre währenden Prozess, den die Deutsche Umwelthilfe in erster und zweiter Instanz gewann, wurde die Klage im Februar 2017 vom OLG Köln erneut abgewiesen. Aktuell läuft ein durch die Unternehmen angestrengtes Verfahren zur Zulassung der Revision vor dem Bundesgerichtshof. Derartige Prozesse kosten uns viel Zeit und Geld –  dennoch setzen wir uns weiter für die Wahrung von Verbraucherrechten und den Schutz der Umwelt ein.

Bitte unterstützen Sie uns dabei mit Ihrer Fördermitgliedschaft!

Kontakt

Copyright: Heidi Scherm

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Leiter Kreislaufwirtschaft
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Philipp Sommer
Stellvertretender Leiter Kreislaufwirtschaft
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