Ökologischer Hochwasserschutz
Gebt den Flüssen ihren Raum!
Dieses Zitat von Altbundeskanzler Helmut Kohl nach dem Oderhochwasser ist ebenso legendär und richtig wie bislang leider weitgehend folgenlos. Der Grund für die schweren Hochwasserschäden der letzten Jahre und Jahrzehnte ist im wesentlichen hausgemacht: Alleine am deutschen Teil der Elbe fielen 80 - 85 % der natürlichen Überschwemmungsflächen der Besiedelung und Begradigung des Flusses zum Opfer. Frei fließende Gewässer, die sich in Schlangenlinien durch die Landschaft ziehen und breite Auen zur Verfügung haben, können mehr Wasser aufnehmen und langsamer abführen als begradigte und eingedeichte Flüsse.
Deichbrüche verhindern
Deiche sollen die Menschen und ihren Besitz an begradigten und kanalisierten Flüssen vor dem Wasser schützen, das mit großer Kraft im eingezwängten Flussbett bergab fließt. Je höher das Wasser am Deich steigt, desto schwerer drückt die tonnenschwere Last des Wassers gegen die künstlichen Wälle und umso größer wird die Gefahr eines Deichbruchs. Steht das Wasser längere Zeit hoch am Deich, saugt sich dieser langsam mit Wasser voll und wird dadurch instabil. Breite Überschwemmungsflächen helfen, den Wasserstand niedriger zu halten und verringern die Gefahr von Deichbrüchen.
Was wir tun
Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich bei Politikern und Behörden dafür ein, dass keine weiteren Flächen versiegelt und Industrieanlagen und Gewerbeflächen nicht in die Flussauen gebaut werden. So können wir finanzielle Schäden bei Hochwässern, wie dies jetzt erst wieder an der Elbe und an der Donau geschah, verhindern.
Das bundesweit derzeit größte Vorhaben einer Deichrückverlegung in der Lenzener Elbtalaue schafft mit finanzieller Unterstützung der DUH 425 Hektar neue Überflutungsfläche und 300 Hektar neuen Auwald. Die Deutsche Umwelthilfe setzt sich dafür ein, dass an weiteren Stellen der Elbe und in den Einzugsgebieten anderer deutschen Flüsse Projekte des natürlichen Hochwasserschutzes verwirklicht werden.




