Projekt des Monats November 2008

Natur findet Stadt – Deutsche Umwelthilfe zeichnet Stadtwiesenprojekt in Chemnitz als Projekt des Monats November aus

Chemnitz gestaltet auf Brachen in der Stadt einheimische Blumenwiesen statt Einheitsrasen – Stärkung des städtischen Biotopverbundes - Ökologie und Ökonomie vorbildlich verbunden – Die DUH-Initiative „Grün in der Stadt“ zeichnet das Stadtwiesenprojekt in Chemnitz als „Projekt des Monats“ im November aus

Von hier stammt ein Teil des Mähguts
Einbringen des Mähguts
Vorbereiten der Flächen
Aufbringen des Mähguts
Auruf zum Wiesenwettbewerb

Das Stadtwiesenprojekt in Chemnitz nutzt eine Begrünungsmethode, die gleichermaßen ökologisch und ökonomisch ist. Auf neu entstandenen Brachflächen in der Stadt wird Mähgut aus Schutzgebieten ausgebracht. Die entstehenden Wiesen bieten einer Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume. Die Initiative „Grün in der Stadt“ der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) zeichnet das Projekt deshalb als Projekt des Monats November aus. Die neu geschaffenen Naturerfahrungsräume in der Stadt erhöhen zugleich die Lebens- und Umweltqualität in den Stadtteilen, die vom Stadtumbau betroffen sind“. Bei den Bürgerinnen und Bürgern stößt das Projekt auf reges Interesse. Die hohe Beteiligung bei Wiesenexkursionen, stadtökologischen Führungen oder den Blumenwiesen-Fotowettbewerben zeigt das Bedürfnis der Bevölkerung nach innerstädtischen Naturflächen“.

 

 

Unter dem Motto „Einheimische Blumenwiesen statt Einheitsrasen aus Neuseeland“ startete das Agendabüro Chemnitz bereits 2005 mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, dem Naturschutzbund NABU und weiteren Akteuren ein Projekt für die neuen Freiflächen der Stadt.

Die Freiflächen sind durch den demographischen und strukturellen Wandel entstanden, den die Stadt seit 1990 zu bewältigen hat. Da die ehemalige Industriestadt seitdem mehr als 70.000 Einwohner verloren hat, standen Wohnblöcke leer und mussten schließlich abgerissen werden. Die Stadt hat die neuen Brachen in naturnahe Wiesen verwandelt, die die städtische Landschaft attraktiver für die Bewohner und die Tier- und Pflanzenwelt machen. Das Netz der städtischen Biotope wird hierdurch enger geknüpft, was für den Erhalt der lokalen Artenvielfalt besonders wichtig ist. Ökologisch überzeugend ist vor allem die Verwendung von Mähgut aus städtischen Biotopen und geschützten Gebieten, denn dadurch breiten sich gebietsheimische Pflanzen- und Tierarten aus, die gut an die regionalen ökologischen Bedingungen angepasst sind. Die Verwendung des sogenannten Naturschutzheus ist aber auch aus ökonomischer Hinsicht eine elegante Lösung für die Begrünung der Brachflächen, denn so spart die Stadt die Kosten für die Entsorgung des Grünschnitts. Zudem sparen die Wohnungsgenossenschaften die Kosten für die Ausbringung von Mutterboden und die Anschaffung von Einheitssaatgut bei der Gestaltung der Freiflächen.

Das Stadtwiesenprojekt wird von der Lokalen Agenda 21, dem Deutschen Verband für Landschaftspflege und dem NABU Regionalverband Erzgebirge getragen. Kooperationspartner sind u. a. die Stadtteilgemeinschaft Sonnenberg, Nachhall e.V., die Wohnungsgenossenschaften GGG, WCH, WG Einheit, SWG und der Verein Naturhof e.V. In den Wiesen haben sich bereits Raritäten wie Moorklee, Ackerwachtelweizen, Tausendgüldenkraut, Roter Zahntrost oder der Kleine Klappertopf angesiedelt. Dieses Jahr sind weitere Flächen zur Mähgutübertragung vorgesehen. Desweiteren wird in einem Wohngebiet ein Saatgutgarten eingerichtet, der zur Produktion von regionalem Saatgut dienen soll. Weitere Informationen über Natur- und Artenschutzprojekte der Stadt Chemnitz sind in der Broschüre „Natur findet Stadt - (Bio-)Diverses aus Chemnitz“ zu finden.

 

Unter Angabe der Quelle (Stadt Chemnitz) können alle Fotos frei verwendet werden.

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