Wettbewerb "Gärten der Integration" gestartet

Urban gardening – viel mehr als Gemüseanbau

Boden lockern und Kompost verteilen, Gemüse anbauen und Werkzeuglager zimmern – Gartenarbeit vermag es auf einzigartige Weise, ein Gefühl von Ortsverbundenheit und „Verwurzelung“ zu vermitteln. Kaum ein Ort ist besser geeignet um miteinander ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Daher leisten Kleingärtnervereine und Gemeinschaftsgärten, die ihre Anbauflächen für geflüchtete Menschen öffnen, einen wichtigen Beitrag zur Integration der Menschen, die derzeit in Deutschland Schutz vor Krieg und Gewalt suchen. An solche Gärten richtet sich der Wettbewerb „Gärten der Integration“.

Der Wettbewerb sucht Projekte und Initiativen, die dem „urbanen Gärtnern“ zuzuordnen sind und die geflüchtete Menschen einbeziehen oder von Geflüchteten initiiert wurden. Dazu gehören Gartenprojekte aller Art, wie z.B. Kleingärtnervereine und Gemeinschaftsgärten mit Flüchtlingsarbeit, Interkulturelle Gärten oder Gärten auf dem Gelände von Flüchtlingsunterkünften.

Im Juni, September und November wird je ein Projekt als „Garten der Integration“ ausgezeichnet und erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Die Einreichungsfrist für die erste Auszeichnung ist der 15. Mai 2017, letzter Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017.

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Alle Infos zum Wettbewerb im Überblick:

Es dürfen sich alle Projekte und Initiativen bewerben, die dem urbanen Gärtnern zuzuordnen sind, die geflüchtete Menschen einbeziehen oder von Geflüchteten initiiert wurden und die einen Beitrag zur Integration leisten. Dazu gehören alle Gartenprojekte im städtischen Raum: Kleingärtnervereine, Gemeinschaftsgärten und Interkulturelle Gärten, Gärten auf dem Gelände von Flüchtlingsunterkünften etc. Alle Varianten von Trägerschaft sind zugelassen. Die Größe des Projekts (Flächengröße oder Anzahl Gärtnerinnen und Gärtner) ist nicht relevant.

Aus allen eingereichten Projekten wählt eine Expertenjury noch im Verlauf des Ausschreibungszeitraums die drei besten Projekte aus. Diese drei Projekte werden einzeln besucht und vor Ort als „Garten der Integration“ ausgezeichnet. Vertreterinnen und Vertreter der Presse und weiterer örtlicher Akteure werden eingeladen um über das Projekt ins Gespräch zu kommen. Bundesweit wird das Projekt auf der Internetseite der DUH und im Projektnewsletter vorgestellt. Jeder der drei „Gärten der Integration“ erhält ein Preisgeld von 500 Euro. Die Verwendung des Preisgeldes ist zweckgebunden für Maßnahmen innerhalb des Projekts und im Sinne dieser Wettbewerbsausschreibung vorgesehen.

Besonders vorbildlichen Projekten spricht die Expertenjury nach dem Auszeichnungszeitraum eine Anerkennung aus. Diese Projekte erhalten eine Urkunde, werden auf der Internetseite der DUH und im Projektnewsletter vorgestellt und werden in einer gemeinsamen Pressemitteilung bundesweit bekannt gemacht. Alle Gartenprojekte, die am Wettbewerb teilnehmen, werden auf dieser Internetseite genannt.

Die Bewerbungsfrist hat am 1. März 2017 begonnen und endet am 31. Oktober 2017. In diesem Zeitraum können Fragebögen eingereicht und Ergänzungen nachgereicht werden. Jeden Monat werden ausgewählte Projekte im Projektnewsletter und auf der Internetseite der DUH vorgestellt. Im Juni, September und November 2017 wird je ein Gartenprojekt als „Garten der Integration“ gekürt. Weiteren vorbildlichen Gartenprojekten werden nach Ende des Auszeichnungszeitraums Anerkennungen ausgesprochen.

Wenn sich nach Einreichen des Fragebogens besondere Erfolge einstellen oder Herausforderungen erfolgreich gemeistert wurden, dann können diese Neuerungen nachgereicht werden. Wir möchten es erfahren, wenn sich Ihr Projekt auf interessante und nachahmenswerte Weise weiterentwickelt! Für Nachreichungen verwenden Sie bitte den Ergänzungsfragebogen. Letzter Einsendeschluss ist der 31. Oktober 2017.

Fragebogen: Die Teilnahme am Wettbewerb erfolgt durch das Ausfüllen und Einreichen des Fragebogens, den Sie hier herunterladen können.

Ergänzungsformular: Mit dem Ergänzungsformular können Neuerungen, Weiterentwicklungen und Erfolge nachgereicht werden. Das Ergänzungsformular kann hier heruntergeladen werden.

Fotos: Mit jedem Fragebogen dürfen Sie bis zu 5 Fotos einreichen, die die dargestellten Aktivitäten im Garten besonders gut darstellen. Bitte reichen Sie ausschließlich Bildmaterial ein, das die DUH ohne Einschränkung für die Öffentlichkeitsarbeit des Wettbewerbs verwenden darf, und bitte nennen Sie uns die korrekte Urheberbezeichnung, wie Sie sie im Bild eingeblendet haben möchten. Näheres entnehmen Sie bitte den Rechtlichen Hinweisen zu den Bildeinsendungen im Fragebogen.

Im Juni, September und November wird je ein „Garten der Integration“ ausgezeichnet.
Einsendefrist für die 1. Auszeichnung: 15. Mai 2017
Einsendefrist für die 2. Auszeichnung: 15. August 2017
Letzter Einsendeschluss: 31. Oktober 2017

Alle zu den früheren Terminen eingereichten Bewerbungen werden auch bei den nachfolgenden Terminen berücksichtigt. Es lohnt sich also, Ihre Bewerbung schon früh einzureichen!

Die Bewertung der Projekte orientiert sich an einer Reihe von Kriterien, die aber nicht alle erfüllt sein müssen:

  • Förderung von ökologischem Wissen
  • Unterstützung von Naturerfahrung
  • Integration
  • Kultureller Austausch und Wissenstransfer
  • Ehrenamtliches Engagement
  • Übertragbarkeit
  • Innovation
  • Langfristigkeit
  • Öffentliche Wahrnehmung
  • Kooperation
  • Integration von bestimmten Zielgruppen

Die Kooperationspartner des Wettbewerbs begleiten die DUH bei der Durchführung des Wettbewerbs und wählen die Gewinner aus. Wir danken den folgenden Jurymitgliedern:

  • Stefan Grundei, Bundesverband Deutscher Gartenfreunde e.V.
  • Ute Landwehr-von Brock, Malteser Hilfsdienst
  • Robert Spreter, Deutsche Umwelthilfe
  • Gudrun Walesch, anstiftung
  • Hans-Dieter Walker, Deutsches Rotes Kreuz
  • Silke Wissel, Deutsche Umwelthilfe
© anstiftung

Der Garten als Plattform für Integration von Geflüchteten

Viele Menschen suchen derzeit in Deutschland Schutz vor Krieg und Gewalt, vor Ausgrenzung und Unterdrückung, vor Hunger und Perspektivlosigkeit. Nach dem ersten Ankommen brauchen sie Möglichkeiten,  ihr neues Lebensumfeld kennenzulernen und am öffentlichen Leben teilzunehmen. Zahlreiche Gartenprojekte bieten solch eine Plattform für die Integration von Geflüchteten. Ob Kleingärtnervereine oder Gemeinschaftsgärten: Viele Garteninitiativen haben ihre Gärten für Flüchtlinge geöffnet, stellen die Möglichkeit zum Anbauen von Gemüse und Obst bereit und lassen sich ein auf Begegnungen zwischen Menschen und Kulturen, zwischen verschiedenen gärtnerischen Ansprüchen und Vorstellungen, zwischen unterschiedlichen Esskulturen und Verarbeitungsmethoden. Solche „Gärten der Integration“ laden wir ein, an diesem Wettbewerb teilzunehmen!

Internationales Gärtnern: Miteinander und voneinander lernen

Gemeinsames Gärtnern mit Menschen aus verschiedenen Ländern, Kulturkreisen und Klimazonen kann einen Wissensschatz hervorbringen, von dem alle profitieren: Die Vielfalt der angebauten Gemüsesorten  wächst,  neue Zubereitungsarten kommen dazu. Viele Geflüchtete bringen Fähigkeiten und Kompetenzen mit, die im Umfeld eines Gartens bereichernd sind. Manche waren im Heimatland sogar selbst Landwirte oder Gärtner  und sind vielleicht sogar mit dem Anbau unter trockenen und heißen Bedingungen vertraut – unschätzbar wertvolles Wissen beim Gärtnern in der Hitzeinsel einer Stadt! Und die Geflüchteten lernen in einem Garten die neue Sprache und Kultur auf eine unbefangene Weise kennen,  die ein Integrationskurs kaum vermitteln kann.

© anstiftung

Viel mehr als Gemüseanbau: Umweltfragen und gesellschaftliche Themen im Garten

Im Garten wird ganz automatisch eine ganze Reihe von Umweltthemen angesprochen, mit denen man im städtischen Alltag nicht unbedingt in Berührung kommt. Dazu gehören neben allgemeinem Gartenwissen und biologischer Gartenbau auch Bodenqualität und Nährstoffkreisläufe, die Herausforderungen von Trocken- und Regenphasen oder Schädlingsbefall. Es stellen sich aber auch Fragen nach gesunder Ernährung und Selbstversorgung mit kurzen Transportwegen, Saisonalität sowie Arten- und Sortenvielfalt.

Gemeinsames Anbauen, das Tauschen von Saatgut, das Experimentieren mit verschiedenen Sorten, das Ernten und Zubereiten selbstgeernteter Gartenfrüchte machen den Reiz des urbanen Gärtnerns aus. Und es wird noch interessanter, wenn dabei Menschen aus verschiedenen Ländern zusammenkommen und ihr vielfältiges Wissen untereinander austauschen!

Wie das auch mit Studierenden und Schülern geht, zeigt unser Projekt Gärten für die Zukunft!

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