Beispiel Dresden

Quellen der Feinstaubbelastung in Dresden

Dresden hat seinen Plan zur Eindämmung von Feinstaub im Jahr 2007 vorgestellt. Als Hauptquellen für die Luftverunreinigung wurden vier Ursachen identifiziert:

  1. Industrie und Gewerbe inkl. Großfeuerungsanlagen
  2. Feuerungen in Haushalten und bei Kleinverbrauchern
  3. Verkehr (Straßen-, Luft-, Schiffs-, Schienenverkehr)
  4. Landwirtschaft

Die Gesamtmenge der Emissionen an PM10 im Jahr 2004 betrug für Dresden insgesamt 425 Tonnen. Hauptemittent war mit einem Anteil von 69% an der Feinstaubbelastung der Verkehr (Aufwirbelung und Abrieb 47%, Motor 22%). Industrie und Gewerbe beteiligten sich an dieser Bilanz mit 26%, Feuerungen in Haushalten und Kleinverbraucher mit 7% und die Landwirtschaft mit 3%. Die Werte für den Verkehr wurden mit Hilfe des Handbuchs der Emissionsfaktoren des Straßenverkehrs ermittelt.

Maßnahmen der Landeshauptstadt Dresden

Quelle: A. Agne/pixelio.de

Die Maßnahmen der Stadt Dresden lassen sich in zwei Gruppen unterteilen, und zwar in Maßnahmen vor 1999 und solche, die danach folgten.

Mit der Stilllegung von veralteten Heizkraftwerken und deren Umrüstung bzw. Modernisierung wurde ein erster Schritt in Industrie und Gewerbe getan, den Feinstaubausstoß zu reduzieren. Zusätzlich wurden neue Energiequellen für die Wärme- und Stromversorgung aktiviert. Diese spielen aber insgesamt eine eher geringe Rolle in der Bilanz.

Im Bereich Verkehr galt das Leitmotiv und der Slogan „Mobilität sichern – Wirtschaft fördern – Umweltschutz fördern“. Dafür wurde ein Konzept entwickelt, das die Anlage eines Güterverkehrszentrums und die Weiterentwicklung des ÖPNV fördert, das Radwegenetz weiter ausbaut und Tempo-30-Zonen einführt. Außerdem sollte das Parkraummanagement in Form von Park-and-Ride Anlagen und Bewohnerparken optimiert werden. Die Stadtentwicklung und die Verkehrsplanung wurden eng miteinander verzahnt, damit optimale Lösungen gefunden werden konnten.
In anderen, den Verkehr nicht betreffenden Bereichen wurde zum Beispiel die Verbrennung von Gartenabfällen ganzjährig verboten oder die Umstellung von Kleinfeuerungsanlagen auf Gas und Öl gefördert. Diese Maßnahmen reichten aber nicht aus, um die geforderten Grenzwerte einzuhalten.

Ab 1999 wurde ein neuer Maßnahmenkatalog entworfen, der die oben angegebenen Anstrengungen weiter vertieft. Die Stadt Dresden erarbeitete in Zusammenarbeit mit der Stadtplanung eine den Verkehr betreffende Mobilitätsstrategie, welche die Luft weiter verbessern sollte. Es wurden Pläne entwickelt, die die Stadtentwicklung entlang bereits vorhandener Verkehrsachsen ausbauen, den Abzug in Außenbezirke stoppen, Brachflächen aufwerten oder aber die Schnittstellen von Bus, Bahn und Individualverkehr verbessern sollten. Zusätzlich war es wichtig, Fuß- und Fahrradverkehr weiter zu fördern. Mit dem Ausbau des Straßenbahnnetzes wurde ein Schritt unternommen, die Luftqualität nachhaltig zu verbessern. Um dauerhaft die Einhaltung der Grenzwerte zu garantieren, müssen noch weitere Anstrengungen erfolgen, die in einem Aktionsplan bereits festgelegt sind, aber noch nicht umgesetzt wurden. Dazu zählen für Dresden:

Dresden will Radfahrern die Durchfahrt erleichtern (Bild: BMU / Brigitte Hiss)© BMU / Brigitte Hiss
  • Förderung der privaten Beschaffung von Erdgasfahrzeugen
  • Modernisierung und Umrüstung der städtischen Fahrzeugflotte mit DPF
  • Modernisierung der Bus- und Straßenbahnfahrzeuge (Einsatz schadstoffarmer Busse)
  • Güterstraßenbahn
  • Durchfahrtsstraßen in Ost/West- und Nord/Süd-Richtung für Fahrräder
  • Ertüchtigung des Straßennetzes (Ausbesserung der Fahrbahnoberfläche)
  • Neue Straßenbahnlinien und Anschlüsse an Fernstraßenbahnlinien
  • Stadtlogistik (LKW-Stadtführungskonzepte)
  • Einsatz moderner und flexibler Ampelanlagen („grüne Welle“, „Pförtnerampeln“)
  • Einführung einer Umweltzone

Mit dem Luftreinhaltungs- und Aktionsplan der Stadt Dresden wird deutlich, welche Möglichkeiten Städten gegeben sind, ihre Luftqualität zu verbessern. Viele dieser Vorschläge sind auf eine langfristige Verbesserung der Luftqualität ausgelegt, dennoch tragen sie auch dazu bei, dass sich die Qualität schnell und signifikant verbessert.

Kontakt

Copyright: DUH / Heidi Scherm

Dorothee Saar
Leiterin Verkehr & Luftreinhaltung
E-Mail: Mail schreiben

Teilen auf: