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Wir messen nach

Mit NOx-und CO2-Straßenmessgeräten misst die DUH im Projekt "Emissions-Kontroll-Institut" (EKI) Emissionen im realen Fahrbetrieb. Jetzt liegen erste Ergebnisse vor.

Lesen Sie mehr über die Messergebnisse  Was ist das EKI?

Wie Stickoxid und Feinstaub unsere Luft verschmutzen

Ein Interview mit Dorothee Saar, Leiterin für Verkehr und Luftreinhaltung bei der DUH, über Manipulationen bei VW, die Auto-Lobby und das Recht auf saubere Luft.

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Von allem nichts gewusst?

Bereits zur IAA 2007 enthüllte die DUH erstmals im Detail den Betrug der Autokonzerne bei Abgaswerten und Spritverbrauch und forderte das Bundesverkehrsministerium und Kraftfahrtbundesamt auf, dagegen einzuschreiten.

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1 Jahr Abgasskandal

Im Abgasskandal tut sich auch ein Jahr nach Beginn nichts von Seiten der Politik. Der Verkehrsminister schweigt und täglich verschmutzen hunderttausende Diesel deutsche Innenstädte. Die Deutsche Umwelthilfe hat mit ihrem eigenen Institut nun selbst nachgemessen – mit erschreckenden Ergebnissen.

Im September 2015 zerfiel der Mythos des sauberen Diesel zu Staub. Der Abgasskandal brachte anfangs nur VW in den USA in Not. Abschalteinrichtungen täuschten saubere Diesel auf dem Prüfstand vor, während die Fahrzeuge auf der Straße weiterhin kräftig Abgase in die Luft schleuderten. Das ist auch in Deutschland gesetzeswidrig. Doch statt selbst aufzuklären, wie es um die Diesel hierzulande bestellt ist, ließ sich die Politik von der Autoindustrie die Hand führen. Ein Abgasskandal, bei dem ein Minister lieber wegsieht und eine Umweltschutzorganisation die Sache selbst in die Hand nimmt.

Als bisher einzige Organisation legt die Deutsche Umwelthilfe umfangreiche Messungen an Diesel-Pkw verschiedenster Hersteller vor – u.a. Opel (General Motors), Renault (Nissan), BMW, Daimler, Fiat-Chrysler und zuletzt Ford. Die Ergebnisse: 33 von 36 gemessenen Diesel-Fahrzeugen überschreiten die Stickoxid-Grenzwerte auf der Straße um das bis zu 9,2-fache. Im Prüflabor wurden sogar Werte mit bis zu 25-fachen Überschreitungen gemessen. Doch trotz offensichtlicher Missstände hält Verkehrsminister Dobrindt weiterhin wichtige Messergebnisse seiner Behörde unter Verschluss und gibt sich mit freiwilligen Serviceleistungen der Hersteller zufrieden, deren Wirkung gleich Null ist.

Die DUH wurde in ihrer Aufklärung des Diesel-Abgasskandals von der Automobilindustrie massiv bedroht und im Falle der Daimler AG sogar über drei Monate mit einer „Einstweiligen Verfügung“ an der Veröffentlichung von Schriftsätzen behindert.

Die Bilanz nach einem Jahr Abgasskandal zieht DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch:


„Der Diesel-Abgasskandal zeigt Züge einer ’organisierten Kriminalität’. Es geht nicht um die Verfehlungen einzelner Ingenieure in den jeweiligen Konzernen, sondern um ein ganz offensichtlich zwischen den Herstellern abgesprochenes Verhalten, eine nur kurzzeitig wirksame Abgasreinigung zu verbauen um Kosten zu sparen – mit voller Kenntnis der katastrophalen Folgen für die Gesundheit von Millionen Menschen. Die Autokonzernbosse betreiben ‚vorsätzliche Körperverletzung mit Todesfolge in vielen tausend Fällen’ und die Bundesregierung hilft ihnen auch noch dabei, obwohl sie nach EU-Recht verpflichtet wäre, einzuschreiten.“

© DUH

Hinweise gibt es seit Jahren

Die DUH hat bereits 2007 auf die von Herstellern verwendeten illegalen Tricks im Typzulassungsverfahren hingewiesen, mit denen Verbrauchs- und Abgaswerte so manipuliert werden, dass die Tests bestanden werden, auch wenn im realen Fahrbetrieb die Emissionen um ein Vielfaches höher liegen. Schon damals wies die Verbraucherschutzorganisation auf illegale Abschalteinrichtungen und Verfahren zur Erkennung des Prüfzyklus hin. Die Forderungen nach einer Offenlegung aller relevanten Prüfberichte, nach unabhängigen Kontrollen sowie nach Sanktionen bei unzulässigen Verstößen gegen die geltenden Abgasgrenzwerte stehen unverändert im Raum, ohne dass die politisch verantwortlichen Bundesverkehrsminister im Laufe der Jahre mehr als nur ein Schulterzucken zustande gebracht hätten.