CO2-Abscheidung ist ungewiss

CCS ist kein Ausweg für die fossile Stromerzeugung (Bild: Michel/pixelio)© Pixelio

Ob die Abscheidung und sichere unterirdische Verpressung von Kohlendioxid (CCS) einen Beitrag zum Klimaschutz liefern kann, ist derzeit offen, weil die Technologie noch nicht in großtechnischem Maßstab erprobt wurde und die ökologischen Risiken der Lagerung weitgehend unerforscht sind. Zudem sind die Speicherkapazitäten endlich. Wir werden sie nur einmal füllen können. Falls sich CCS als verantwortbar und beherrschbar erweisen sollte, sollten die Kavernen für die „prozessbedingten Emissionen“ aus der Industrie reserviert werden. Für die gibt es nach heutigem Kenntnisstand keine Vermeidungsalternative. Wer eine eigene Stahl-, Zement-, und Chemieindustrie in Deutschland erhalten will, muss daher eine Lösung für die Klimagase aus diesem Bereich aufzeigen.

Es ist daher nicht verantwortbar, heute neue Kohlekraftwerke mit dem Versprechen auf eine zukünftige Nutzung der CCS-Technik zu bauen.

CCS-Gesetzentwurf dient den Kohlekonzernen

Der aktuelle Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Speicherung von Kohlendioxid insbesondere aus Kohlekraftwerken setzt auf überkommene Energieversorgungsstrukturen mit unflexiblen Großkraftwerken.

Der Entwurf, sollte er geltendes Recht werden, trägt zur Verschärfung statt zur Minimierung des Systemkonflikts auf dem Strommarkt bei. Für neue, unflexible Großkraftwerke auf Basis von Stein- und Braunkohle gibt es in einem Stromversorgungssystem mit stark wachsenden Kapazitäten von variabel einspeisenden Wind- und Solaranlagen keinen Platz.

Der Gesetzentwurf enthält keine Beschränkung auf oder zumindest einen Vorrang für die Speicherung von CO2 aus prozessbedingten Industrieemissionen. Und: wiederum soll es keinen Vorrang für die Nutzung der erneuerbaren Energien bei der Nutzung des Untergrundes gegenüber der Speicherung von CO2 aus Kohlekraftwerken geben. Denn auch der jetzige Gesetzentwurf gewährleistet keinen Ausschluss von Nutzungskonkurrenzen im Hinblick auf mögliche Nutzungen des Untergrundes für Geothermie und die Speicherung von Wind- und Solarstrom in unterirdischen Druckluftspeichern.

Download

DUH Stellungnahme CCS Gesetzentwurf 27 07 2010

Stellungnahme zum CCS-Gesetzentwurf (Stand: 21.07.2010)

Kontakt

Copyright: DUH / Heidi Scherm

Dr. Peter Ahmels
Leiter Energie und Klimaschutz
E-Mail: Mail schreiben

Teilen auf: