pageBG

Glyphosat – das Gift auf dem Acker

Dienstag, 28.11.2017

Die EU-Länder haben der Zulassung des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat für weitere fünf Jahre zugestimmt. Dies teilte die EU-Kommission am Montag (27.11.17) mit. Eine fatale Entscheidung, die Ökosysteme gefährdet und auch die Qualität unseres Essens betrifft.

© Kletr - Fotolia

Eigentlich sah es so aus, als würde sich Deutschland bei der Abstimmung über das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat enthalten – und damit eine qualifizierte Mehrheit im EU-Ministerrat für die Verlängerung der Zulassung verhindern. Doch jetzt boxte CSU-Agrarminister Christian Schmidt ein Ja von Deutschland im Alleingang durch – ohne Zustimmung der Umweltministerin. Nun ist die Anwendung von Glyphosat in ganz Europa für weitere fünf Jahre erlaubt – zum Schaden von Mensch und Umwelt.  Das zeigt: Wir brauchen dringend eine andere Landwirtschaftspolitik, die mit weniger Düngemitteln und Pestiziden auskommt.

DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner sagt:
„Als Breitbandherbizid wirkt Glyphosat gleich gegen sehr viele Pflanzen. Beispielsweise wird es vor der Aussaat ausgebracht, um Wildkräuter auf den Feldern zu beseitigen. Dadurch nimmt die Blütenvielfalt ab und die Nahrungsgrundlage zahlreicher Insekten fällt weg. Für die so wichtigen Honig- und Wildbienen reicht das eingeschränkte Angebot an verbleibenden landwirtschaftlichen Blühpflanzen wie zum Beispiel Raps dann nicht mehr aus. Auch beeinträchtigt Glyphosat den Orientierungssinn der Bienen. Somit steht der Einsatz von Glyphosat im direkten Zusammenhang zum Bienensterben.“

E-Mail-Aktion zur Rettung der Bienen >>

Der Wegfall der Bestäuber wie Biene und Co. wirkt sich direkt auf den Obstbau und damit die Landwirtschaft aus. Nicht zuletzt entfällt durch ihren Rückgang auch eine wichtige Nahrungsgrundlage für Singvögel und Kleinsäuger; komplexe Ökosysteme werden aus dem Gleichgewicht gebracht.

Glyphosat im Essen

Immer häufiger werden Glyphosat und andere Pestizide auch in Lebensmitteln wie beispielsweise Bier gefunden. Die gesundheitlichen Risiken, bis hin zum Krebsrisiko, sind bislang nicht geklärt. Auch gelangen Pestizide in Gewässer und ins Grundwasser, die als Rohwasserressource für die Trinkwassergewinnung dienen. Um unser Trinkwasser weiterhin sauber zu halten und dafür zu sorgen, dass Grenzwerte eingehalten werden, steigen die Kosten der Wasserwerke für die Aufbereitung. Die Rechnung dafür zahlt am Ende der Kunde.

Das fordert die Deutsche Umwelthilfe:

•    Glyphosat nicht überall
Überall dort, wo es gesetzlich möglich ist, brauchen wir nach der Verlängerung der gesetzlichen Zulassung von Glyphosat in Europa weitergehende Nutzungseinschränkungen in Deutschland. Vor allem in Landschafts- und Naturschutzgebieten, sowie Wasserschutzgebieten.

•    Weniger Pestizide insgesamt
Wir brauchen auch für andere Pestizide ein nationales Pestizidreduktionsprogramm, mit dem die Gesamtmenge der verwendeten Pestizide verringert, die Anwendung in besonders sensiblen Gebieten verboten wird und Maßnahmen zum Schutz der Gewässerqualität geregelt werden, um steigende Folgekosten für die Aufbereitung von Grund- und Oberflächenwasser zur Trinkwassergewinnung zu vermeiden.

•    Gezielter Schutz für Insekten
Wir brauchen eine bessere Datengrundlage über das Vorkommen von Insekten und gezielte Insektenschutzprogramme durch Schutz und Schaffung artenreicher Landschaftselemente auch in unserer Agrarlandschaft.

Schreiben Sie jetzt mit uns eine Protestmail zur Rettung der Bienen!

Teilen auf:
DUH Newsletter – Bleiben Sie informiert!
Ja, halten Sie mich auf dem Laufenden
Mit unserem regelmäßigen Newsletter bleiben Sie stets auf dem Laufenden rund um die Themen Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.