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Fahrt zur Greifswalder Oie: Kegelrobben in Sicht

Freitag, 15.09.2017

Auf einer Exkursion der DUH zur Greifswalder Oie, unterstützt durch das Krombacher Artenschutz-Projekt, konnten die Teilnehmer Hintergründe und Details zur Naturschutzarbeit in Vorpommern erfahren. Dabei zeigte sich sogar ein großer Meeresbewohner: Die Kegelrobbe.

© gersta54/Fotolia

Am 8. September 2017 ging es zur Beobachtung von Kegelrobben und zum Kennenlernen besonders der Vogelberingungsaktivitäten des Vereins Jordsand von Freest aus mit dem Schiff, das passenderweise Seeadler hieß, bis zur Greifswalder Oie.

Die Greifswalder Oie ist eine kleine Insel in der südlichen Ostsee und gehört zu Mecklenburg-Vorpommern. Seit 1995 ist die Insel als Naturschutzgebiet ausgewiesen, der Zugang ist begrenzt. Nahe der Oie halten sich seit den 1990er Jahren zunehmend Kegelrobben auf, die regelmäßig dokumentiert werden. Bei Winterzählungen konnten rund um die Oie bis zu 100 Kegelrobben gezählt werden. Hierbei handelt es sich aber um besonders hohe Zahlen, die nur an bestimmten Wintertagen zu beobachten sind.

Ulrich Stöcker, DUH-Leiter Naturschutz, heißt alle Exkursionsteilnehmer willkommen© Schikorr/DUH
Ankunft auf der Greifswalder Oie und Empfang durch den Verein Jordsand© Schikorr/DUH

Singvögel, Pommernschafe und Kegelrobben

Auf der Oie wurden wir von Stella Klasan, der wissenschaftlichen Leiterin des Vereins Jordsand, in Empfang genommen. Nach einer kurzen Einführung zur Geschichte der Oie konnten die Nordkurier-Leser sogenannte Japan-Netze, aus denen stündlich vor allem Singvögel befreit, vermessen und beringt werden, kennenlernen. Auch die Herde Pommerscher Landschafe, die die Grasflächen rund um die Schlehen und Weißdornbäume offenhalten, kam neugierig auf die neuen Besucher zu.

Die Teilnehmer erfahren Details zur Vogelberingung, im Hintergrund Japan-Netze.© Schikorr/DUH
Stella Klasan vom Verein Jordsand stellt die Herde der ca. 100 Pommernschafe vor.© Schikorr/DUH
Pommernschafe halten die Landschaften auf der Oie offen.© Schikorr/DUH
 

Krönender Abschluss dieser Exkursion war aber die Beobachtung der Kegelrobben, für viele der Teilnehmer eine Premiere! Erste Kegelrobben konnten bereits schwimmend auf der Ostseite der Oie entdeckt werden, zumindest von den mit Ferngläsern ausgerüsteten Teilnehmern. Auf dem Weg vom Leuchtturm zurück zum Schiff ruhten sich dann auf der Westseite sechs Tiere auf einzelnen, großen, aus dem Wasser ragenden Steinen aus, und konnten selbst mit bloßem Auge gut beobachtet werden – zur großen Freude aller Teilnehmer!

Auf der Westseite der Oie sind Kegelrobben in Sicht!© Stefan Brümmer

Rückkehr des Meeresbewohners in die deutsche Ostsee

So konnten anschaulich Einzelheiten zur Kegelrobbe erläutert werden, dem durchschnittlich 200 kg schweren, größten Raubtier Deutschlands. Die Kegelrobbe war bis Mitte des 20. Jahrhunderts nach einer Ausrottungskampagne, danach auch aufgrund hoher Schadstoffbelastungen, völlig aus dem südlichen Ostseeraum verschwunden. Seit den 1980er Jahren erholen sich die Bestände dank Unterschutzstellung und Verbesserung der Wasserqualität. Die Kegelrobben kehren seitdem auch in die deutsche Ostsee wieder zurück.

Das DUH-Naturschutz-Team bedankt sich bei allen Teilnehmern und besonders beim Krombacher Artenschutz-Team für diesen erlebnisreichen Austausch!

Die DUH engagiert sich zusammen mit dem Krombacher Artenschutz-Projekt 2017 für den Schutz von Kegelrobbe, Schreiadler und Fischotter im südlichen Ostseeraum und setzt sich für einen nachhaltigen Naturtourismus im grenzübergreifenden Gebiet rund um das Stettiner Haff ein.

Werden Sie Kegelrobben-Pate!

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