pageBG

Endlich unabhängig: Der Kegelrobben-Nachwuchs geht auf die Pirsch

Freitag, 25.08.2017
© Montage DUH (Ron Velner; Fotolia - antoine perroud, Rainer Fuhrmann)

Im März gab es Nachwuchs in der südlichen Ostsee! Die ersten sechs Wochen nach der Geburt waren die kleinen Kegelrobben noch völlig auf das Muttertier angewiesen. Aber schon nach 2-3 Wochen Stillzeit gab es feste Nahrung und sie wurden noch weitere 3-6 Wochen mit Fisch versorgt. Mittlerweile sind die Jungtiere nicht mehr ganz so jung und gehen selbst auf die Jagd. Dafür hat sich bereits die nötige Speckschicht, der Blubber, entwickelt und auch das Fell ist mittlerweile wasserdicht und für lange Tauchgänge geeignet. 

Zwar wurde an der deutschen Ostseeküste bisher noch kein Kegelrobbennachwuchs gesichtet, doch da Tiere sich selten an Grenzen halten, jagen sie auch in deutschen Gewässern – sehr zum Unwillen der Küstenfischer. Im Greifswalder Bodden betrachten die Fischer sie besonders im Frühjahr zur Heringssaison als Konkurrenz. Jetzt, Ende August, sind einzelne Kegelrobben seit einigen Jahren sogar im Stettiner Haff zu beobachten. Offenbar folgen sie den wandernden Fischarten wie Lachs und Meeresforelle. Hier und an den angrenzenden Bodden- und Küstengewässern steht die Deutsche Umwelthilfe im Austausch mit deutschen und polnischen Fischern, um alternative Fangmethoden zu testen und der Kegelrobbe, aber auch tauchenden Vogelarten, ein gefahrloses Zuhause zu bieten.

DUH-Mitarbeiterin Katrin Schikorr schaut sich eine Bügelreuse an.© DUH

„Noch ist die Kegelrobbenpopulation in der südlichen Ostsee nicht sehr groß, aber sie hat sich stabilisiert und wächst. Ein erneutes Konfliktpotential zwischen den Küstenfischern und der Kegelrobbe ist jedoch abzusehen, dem wollen wir vorbeugen“, sagt Ulrich Stöcker, Leiter Naturschutz der Deutschen Umwelthilfe. Das zeigt sich zum Beispiel an den Fischernetzen: Unerfahrene Jungtiere verfangen sich bei ihren ersten Jagdausflügen gelegentlich darin. Für erwachsene Tiere liegt dagegen die Mahlzeit direkt auf dem Präsentierteller. Sie beschädigen dabei jedoch den Fang und das Netzmaterial – ein Verlust für alle Seiten.

„Wenn wir es schaffen, die Fanggeräte standort-  und naturschutzgerecht anzupassen, kommen wir den Interessen der Fischer entgegen und beim Schutz von Kegelrobben, Fischottern und Tauchenten einen großen Schritt weiter.“

Werden Sie Kegelrobben-Pate!

Teilen auf:
DUH Newsletter – Bleiben Sie informiert!
Ja, halten Sie mich auf dem Laufenden
Mit unserem regelmäßigen Newsletter bleiben Sie stets auf dem Laufenden rund um die Themen Natur, Umwelt und Verbraucherschutz.