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Sind Getränkekartons noch ökologisch vorteilhaft?

Heute hergestellte Getränkekartons haben immer weniger mit Getränkekartons von vor zehn Jahren gemein. Letztere wurden in der Verpackungsverordnung als ökologisch vorteilhaft eingestuft. Auf solche Einwegverpackungen muss kein Pfand erhoben werden. Die Grundlage für die damalige Einstufung waren vom Umweltbundesamt (UBA) veröffentlichte Ökobilanzen.

Getränkekartons schwerer als vor 10 Jahren

Zehn Jahre nach der Bilanzierung steht fest, dass sich die ökologische Bewertungsgrundlage erheblich verändert hat: Getränkekartons sind nicht leichter, sondern um 20 Prozent schwerer geworden. Sie enthalten nicht wie angenommen 74 Prozent Zellstoff, sondern teilweise nur 60 Prozent.
Deutlich zugenommen hat der Plastikanteil von Getränkekartons, welcher inzwischen bis zu 34 Prozent beträgt. Nach Berechnungen der DUH liegt die reale Quote für das stoffliche Recycling von Getränkekartons nur bei 35 Prozent, also kaum mehr als halb so hoch wie von den Getränkekartonherstellern behauptet.

Verbrannt oder deponiert

Im Jahr 2009 wurden in Deutschland gesammelte Getränkekartons ausschließlich in Anlagen verwertet, die keine sortenreine Aluminium-Rückgewinnung betreiben. Des Weiteren wurden im vergangenen Jahr auch von Verbrauchern getrennt gesammelte Getränkekartons teilweise verbrannt anstatt stofflich verwertet zu werden. Weitere geleerte Getränkekartons wurden 1.500 Kilometer nach Spanien zur Verwertung transportiert, wo diese nicht einmal energetisch verwertet, sondern einfach deponiert wurden.

Deutsche Getränkekartons werden in Spanien deponiert (Foto: DUH)