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Mehrweg braucht mehr Schutz

Abfüllanlage in der Brauerei Fürstenberg (Donaueschingen). Foto: Flominator/Wikimedia.de

Mehrwegsysteme stehen für Klimaschutz, intelligente Ressourcennutzung, sowie für regionale Produkte und Wirtschaftskreisläufe. Der Mehrweg-Gedanke  bildet zusammen mit dem umweltfreundlichen Werkstoff Glas eine Grundlage für die einmalige, regional geprägte Getränkevielfalt in Deutschland. Die über 1.800 Brauereien, Brunnen und Saftkeltereien machen die Getränkevielfalt in Deutschland aus. Dieses echte Kulturgut entlastet dabei auch durch seine regionale Verbreitung die Umwelt und den Geldbeutel.

Mehrwegsysteme sichern Arbeitsplätze

Bei der Wahl der Verpackung geht es nicht nur allein um ökologische Einzelaspekte, sondern auch um nachhaltige Wirtschaftsstrukturen. Mehrwegprodukte werden überwiegend dort verkauft, wo sie abgefüllt wurden. Mehrwegsysteme sichern so langfristig Arbeitsplätze in der Region. Das Arbeitsplatzverhältnis von Mehrweg- und Einweg beträgt 5:1. Eine Umstellung der Betriebe nur auf Einweg würde den Wegfall eines Großteils der 168.000 Arbeitsplätze in der Getränkeindustrie bedeuten.

Durch die Zunahme von umweltschädlichen Einweg-Verpackungen sind kleine und mitteständische Mehrwegabfüller massiv bedroht. Deshalb muss das weltweit einmalige deutsche Mehrwegsystem stabilisiert und gefördert werden. Um das zu erreichen, macht sich die Allianz pro Mehrweg (bestehend aus DUH, weiteren Umwelt- und Wirtschaftsverbänden) für folgende Maßnahmen stark:

  • Einführung einer verbraucherorientierten Kennzeichnungspflicht für Einweg- und Mehrweg-Getränkeverpackungen. Nur wenn der Verbraucher Mehrweg und Einweg unterscheiden kann, ist er in der Lage eine bewusste Kaufentscheidung zu treffen.
  • Einführung einer zusätzlichen Abgabe auf nicht-ökologisch vorteilhafte Einweg-Getränkeverpackungen in Höhe von mindestens 20 Eurocent. Um eine ausreichende Lenkungswirkung hin zu umweltfreundlichen Mehrwegsystemen zu erreichen, muss zusätzlich zum Pfand eine Abgabe erhoben werden, welche nicht zurück erstattet wird. Mit dem Aufkommen sollten Maßnahmen zur Förderung klima- und ressourcenschonender Mehrweggetränkeverpackungen finanziert werden.
  • Die Pfandpflicht auf ökologisch nicht vorteilhafte Getränkeverpackungen muss auf alle Getränkesegmente ausgeweitet werden. Die Befreiung von Fruchtsäften und Gemüsenektaren von der Pfandpflicht ist weder für Verbraucher noch für Experten nachvollziehbar und führt zu einer weiteren Schwächung der Mehrwegsysteme.

Lesen Sie mehr über Maßnahmen zum Schutz des deutschen Mehrwegsystems im Positionspapier der Mehrweg-Allianz.

Downloads

Allianz_pro_Mehrweg_Positionspapier_080211.pdf

Stand: Februar 2011

436 K