Informationen zu Umweltbildung und Umweltgerechigkeit
Städtische Räume bieten einer hohen Zahl von Pflanzen und Tieren einen Lebensraum. Daher kommt diesen Artenvorkommen eine wichtige Aufgabe bei der Sicherung der Biodiversität in Deutschland zu.
Neben dem hohen Wert für die biologische Vielfalt ist die städtische Artenvielfalt auch für den Menschen wichtig. Die Lebensräume der in Städten lebenden Menschen sind in vielen Fällen weitgehend auf das städtische Umfeld beschränkt, so dass eine direkte Naturerfahrung nur dann möglich ist, wenn geeignete Räume im Stadtbereich zur Verfügung stehen. Die erfolgreichste Umweltbildung ist es daher aus unserer Sicht, wenn Naturerfahrungsräume im unmittelbaren Wohnumfeld zur Verfügung stehen, auch zum Beispiel in öffentlichen Einrichtungen wie Kindergärten und Schulen. Hierdurch werden alle Bevölkerungsgruppen das ganze Jahr über erreicht, während Umweltbildungsprogramme meist nur bestimmte Gruppen erreichen.
Städtisches „Grün“ im eigenen Wohnumfeld spielt mehrere wichtige Rollen: es ist einerseits eine wesentliche Voraussetzung für „Wohlfühlen“ und ist dadurch auch gesundheitlich positiv zu bewerten. Gerade für Kinder müssen aufgrund geringerer Mobilität solche Naturerfahrungsräume in unmittelbarer Nähe zu ihrer Wohnung zu finden sein. Doch gerade in Wohngebieten, in denen Mietgeschosswohnungsbau vorherrscht und somit die Naturerfahrung im eigenen Garten entfallen, sind häufig durch eine geringe Anzahl von Grünflächen zu finden. Wenn diese wenigen Grünflächen auch noch einseitig gepflegt werden und dadurch eine sehr eintönige Artenausstattung auf weisen, sind Naturerfahrungen kaum möglich.
Ein wichtiges Anliegen bei der Förderung von Natur in der Stadt ist es daher, vorhandene Defizite in der Grünflächenausstattung entgegenzuwirken. Alle Einwohner brauchen gleichermaßen Zugang zu wohnungsnahen und lebenswerten Erholungsräumen sowie Zugang zu Bildungsmöglichkeiten im Umweltbereich.
Beispiele für bereits existierende Projekte, die oftmals Umweltbildung und Umweltgerechtigkeit miteinander verknüpfen, sind Gemeinschaftsgärten, internationale Gärten und partizipative Grünflächenerneuerungen (z.B. im Rahmen des Förderprogrammes „Soziale Stadt“). Weitere Informationen zur Umweltgerechtigkeit finden sie auch auf unserer Internetseite.
Um die Dringlichkeit von Maßnahmen in diesem Bereich hervorzuheben, ist der Themenbereich „Umweltbildung und Umweltgerechtigkeit“ einer der Schwerpunktthemen im Wettbewerb. Ein Projekt aus diesem Bereich erhält einen Sonderpreis, der mit EUR 5.000 dotiert ist.
Pressemitteilungen
- 02.02.2012 - Städte und Gemeinden gründen Bündnis „Kommunen für biologische Vielfalt“
- 01.02.2012 - Grüne Städte braucht das Land – Kongress für „Biologische Vielfalt in Kommunen“ in Frankfurt am Main
- 18.01.2012 - Michael Spielmann folgt Rainer Baake als Bundesgeschäftsführer der Deutschen Umwelthilfe
- 21.12.2011 - Die große Transformation erfordert mehr politische Steuerung und Ressourceneffizienz
- 20.12.2011 - Jetzt erschienen: Umweltmagazin zeo2 – Sieben Milliarden Menschen und eine Erde

