Vorsicht vor Pfandbetrügereien!

Unbepfandete Coca Cola Dosen aus dem Handel (Quelle: DUH)

Testkäufe der Deutsche Umwelthilfe von Getränkedosen ergaben, dass Kioske, Fast-Food-Läden, Imbissbuden und insbesondere belieferte Kleinverkaufsstellen in Berlin und anderen Großstädten Deutschlands gezielt gegen die Verpackungsverordnung verstoßen. Auf den Getränkedosen fehlte sowohl das Pfand-Logo als auch jeglicher Hinweis auf die Pfandpflicht. Damit verschaffen sich die Händler einen Wettbewerbsvorteil gegenüber den Unternehmen, die ihre Getränke ordnungsgemäß bepfanden.

Worauf Sie beim Dosenkauf achten müssen

Viele Verbraucher kaufen Getränkedosen unter der Voraussetzung, dass diese für ein hochwertiges Recycling wieder zurückgegeben werden können. Entsprechend oft stehen Sie vor Pfandrückgabeautomaten und müssen erstaunt feststellen, dass die Dosen nicht zurückzugeben sind. Auf den Dosen fehlt das sogenannte DPG-Logo, so dass sie nicht als bepfandete Getränkeverpackungen identifiziert werden können. Also achten Sie beim Kauf von Getränkedosen, aber auch bei PET-Einwegflaschen auf das Logo der Deutschen Pfandsystem GmbH. Dieses Logo garantiert Ihnen eine unproblematische Rückgabe der Dosen.

Als besonders dreist erwiesen sich Imbissbudenbesitzer die von Ihren Kunden ein Pfand nahmen und Ihnen Dosen ohne das DPG-Logo verkauften. Da viele Verbraucher das DPG-Logo nicht kennen, fallen Sie leicht auf diesen Trick herein. Der Verbraucher bleibt auf seiner Dose sitzen und der Verkäufer freut sich über die gewonnenen Fünfundzwanzig Cent Pfand.

Problematischer Internethandel

Einweg-Verpackungen mit dem DPG-Logo können bundesweit problemlos abgegeben werden

Viele Lebensmittelhändler vertreiben Ihre Produkte über das Internet. Dazu zählen auch Bierprodukte, Wässer, Limonaden und andere Erfrischungsgetränke.
Wie die Deutsche Umwelthilfe nach zahlreichen Internet-Testkäufen feststellte, ist es gang und gäbe vom Kunden das einheitliche Einweg-Pfand von 25 Cent pro Dose zu kassieren und Ihm anschließend Dosen ohne DPG-Logo zu liefern. Dosen ohne DPG-Logo können im Handel jedoch nicht zurück gegeben werden. Viele Internethändler generieren so hohe Summen an Pfandschlupf, betrügen Verbraucher und schaden der Umwelt.

Der Teufel steckt in den AGB's

Einige Internethändler weisen in Ihren Geschäftsbedingungen darauf hin, dass der Kunde die Dosen zu meist auf eigene Kosten der Firma zurückschicken könne. Diese Praxis stellt einen Verstoß gegen die Verpackungsverordnung dar. Jede in Deutschland in Verkehr gebrachte pfandpflichtige Einweg-Getränkeverpackung muss mit einem Pfandlogo gekennzeichnet sein. Es ermöglicht dem Verbraucher seine Verpackung bundesweit problemlos gegen die Rückerstattung des Pfandbetrages zurückzugeben.
Dies bedeutet auch, dass sich der Händler an einem bundesweit tätigen Rücknahmesystem beteiligen muss. Versendet er Dosen ohne ein lizenziertes Pfandlogo, so ist das ordnungswidrig. Zudem belegt es, dass der Händler nicht an einem bundesweit tätigen Rücknahmesystem teilnimmt. Verbraucherinnen und Verbraucher sind deshalb nicht verpflichtet, unbepfandete Dosen an den Lieferanten per Post zurückzuschicken, um das Pfandgeld wieder zu bekommen.
Um sich hier Ärger zu ersparen achten Sie bitte genau auf die Hinweise zur Pfandregelung des Internetanbieters!

Als eingetragener Verbraucherschutzverband können wir gegen Pfandverstöße vorgehen, benötigen jedoch genaue Angaben. Bitte berücksichtigen Sie, dass wir bei anonymen Meldungen nicht gegen einzelne Anbieter vorgehen können.
Falls Sie negative Erfahrungen gemacht haben sollten können Sie uns dies über das Kontaktformular gerne mitteilen.