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Energiesparende Gebäude

Den Spritverbrauch Ihres Autos kennen Sie. Aber wissen Sie, wieviel Energie Ihr Haus oder Ihre Wohnung verbraucht?

Modernste Technik: Passivhäuser verbrauchen so gut wie keine Energie (Bild: Weber Haus)

Auf diese Frage kann wohl kaum ein Bundesbürger eine Antwort geben. Und das, obwohl Gebäude mit einem Anteil von über 30% am gesamten Verbrauch in der Bundesrepublik die größten Energieverbraucher sind, noch vor Industrie und Verkehr! Doch während beispielsweise bei der Neuanschaffung eines Autos die gestiegenen Energiekosten durchaus in den Köpfen der Menschen präsent sind, und bevorzugt Fahrzeuge mit geringem Verbrauch gekauft werden, nehmen die meisten Heizkosten als unveränderlich hin. Eigentlich unverständlich, sind doch die Unterschiede zwischen den verschiedenen Gebäuden enorm. Während in einem nicht sanierten Altbau zum Teil 40 und mehr Liter Heizöl pro m² übers Jahr benötigt werden, kommen Niedrigenergiehäuser mit im Schnitt 7 Litern aus, Passiv-Häuser verbrauchen für die selbe Fläche gar nur 1,5 Liter.


95% des Energieaufwands für Gebäude fallen in Altbauten an - Bild: Pixelio.de

Um dieses Informationsdefizit zu bekämpfen und dieses immense Energiesparpotential zu erschließen, schreibt die EU-Richtlinie über die „Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden“ allen Mitgliedsstaaten vor, dass für alle Gebäude ein so genannter Energieausweis existieren muss. Der Ausweis gibt Auskunft über den Energieverbrauch, der beim Betrieb des Gebäudes anfällt. Damit wird der unterschiedliche Energieverbrauch von Gebäuden für den Mieter und Eigentümer transparent. Mieter treffen mit ihrer Mietentscheidung auch eine fundierte Entscheidung über ihre Heiz- und Nebenkosten, und Hausbesitzer erfahren wieviel und wo sie durch gezielte Investitionen sparen können.  Ziel ist es, Investitionen zu fördern, um Energie zu sparen und vor Ort Arbeitsplätze zu schaffen.

So weit in der Theorie, doch steckt wie fast immer der Teufel sprichwörtlich im Detail, nämlich in der Umsetzung der EU-Richtlinie in nationales Recht und der Form des vorgeschriebenen Energieausweises. Sinnvoll ist nur ein Ausweis, der den Energieverbrauch in Abhängigkeit von der baulichen Substanz und nicht vom tatsächlichen Verbrauch erhebt. Nur dieser bedarfsorientierte Ausweis kann Schwachstellen aufzeigen und zielgerichtete Investitionen ermöglichen. Nur so sind auch die Angaben für den Mieter vergleichbar.