Modellprojekt Lenzener Elbtalaue
Ökologischer Hochwasserschutz wird wahr
Wer die verheerenden Folgen des Elbhochwassers der vergangenen Jahre beklagt, muss dabei auch betrachten, was von Menschenhand gemacht ist: Am deutschen Abschnitt der Elbe fehlen ca. 80 bis 85 Prozent der natürlichen Überschwemmungsflächen! Deiche versperren dem Hochwasser den Weg in die Flussaue.
Die Eckdaten des Projekts:
- 425 Hektar neue Überflutungsflächen entstehen, geschützt durch einen 6,1 km langen und 1.300 m landeinwärts gelegenen neuen Deich
- 300 Hektar neuer Auwald werden gepflanzt, was einer Verdoppelung der derzeitigen Fläche dieses Biotops an der unteren Mittelelbe entspricht.
- An sechs Stellen kommt es zur Schlitzung des alten, elbnahen Deiches, um eine ungestörte Flutung zu ermöglichen.
- Die Durchströmung der Aue wird durch die Schaffung mehrerer Flutrinnen und -senken verbessert, wobei der Erdaushub beim Deichbau Verwendung findet.
- Rund 15 Millionen Kubikmeter Wasser wird der neue Retensionsraum zusätzlich speichern können!
Ende 2005 kam es nun zum ersten Spatenstich für die bundesweit größte Deichrückverlegung! Die Großbaustelle liegt zwischen Schnackenburg und Lenzen, einem landschaftlich reizvollen Abschnitt der Elbe in Brandenburg. Die Deutsche Umwelthilfe betreut und finanziert dieses Großprojekt mit, weil es nicht nur der Natur hilft, sondern auch wirksam zur Hochwasservorsorge beiträgt. Das viel zitierte Schlagwort „ökologischer Hochwasserschutz“ wird hier endlich umgesetzt. Allerdings braucht ein solches Projekt Zeit und langen Atem. Mit Ihrer Hilfe konnten wir bereits den Bau des neuen Deiches finanzieren. Doch für die Fortsetzung der Renaturierung und den Abschluss des Projektes in voraussichtlich zwei Jahren, fehlen noch Gelder. Allein für die Pflanzung neuer Auwälder müssen die Umweltverbände über 20.000 Euro aufbringen.
Februar 2007: Ein Naturparadies entsteht
Mit schwerem Gerät nimmt die Elbe bei Lenzen neue Formen an: Bereits ein Drittel der 7 km langen neuen Deichlinie konnten fertig gestellt werden. Zwischen dem alten und dem neuen Deich sind dabei schon viele Flachgewässer in der neuen Überflutungszone entstanden und weitere 20 Hektar neuer Auwald konnten in diesem Winterhalbjahr gepflanzt werden.
Die Flächen werden von der Natur gut angenommen, neben hunderten von Gänsen wurden auch erste Kraniche schon bei der Rast in den neuen Feuchtauen gesichtet.
Auch Burg Lenzen erstrahlt in neuem Glanz: die Burg wurde renoviert, das Auenökologische Zentrum des BUND lädt zur Besichtigung ein und auch die ersten Gästezimmer stehen Besuchern zur Verfügung.
Auwald als nächster Schritt
Zwischen dem Elbufer und der neu gebauten Deichlinie soll nun in den nächsten Jahren auf mehr als 300 ha der neu geschaffenen Überflutungsfläche ein mächtiger Auwald heranwachsen. Dieser konnte dank der kräftigen Unterstützung von unseren Spenderinnen und Spendern im Jahre 2008 angelegt werden.
Diese feuchten Wälder, die im natürlichen Rythmus ihres Flusses immer wieder überflutet werden bieten einen idealen Lebensraum für seltene Arten wie den Schwarzstorch, den Biber und zahllose andere Tier- und Pflanzenarten. Besonders wertvoll ist die Kombination mit den mehr als 100 ha Feuchtwiesen, die in Lenzen an der Elbe entsteht. Sie bieten einen idealen Lebensraum für Tiere wie den Weißstorch, Bekassine oder den Rohrsänger.
Großprojekt Auwald
Selbst Fachleute sind gespannt auf die Resultate in Lenzen, denn ein Auengebiet von dieser Größe und Qualität ist in Deutschland noch nie von Menschenhand geschaffen worden. Und die Dimensionen sind wirklich gewaltig: Die Pflanzkreise in denen Auwälder gepflanzt werden umfassen bis zu 160 Pflanzen, 700 m² groß ist jeder einzelne von Ihnen. Die Methode der Pflanzkreise wurde von findigen Naturschutzexperten erdacht um den Auwald besonders gut wachsen zu lassen. Dabei werden um eine Gruppe der typischen Hartholz-Bäume herum Kreise von dornigen Sträuchern gepflanzt. Dadurch werden die Jungbäume vor Verbiss geschützt.
Mehr Informationen
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Zu unserem Auwald-Projekt in Lenzen |
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